{"id":1472,"date":"2025-06-10T14:46:19","date_gmt":"2025-06-10T12:46:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=1472"},"modified":"2025-06-10T14:46:22","modified_gmt":"2025-06-10T12:46:22","slug":"lgbtq-studie-zum-pride-monat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=1472","title":{"rendered":"LGBTQ Studie zum PRIDE Monat"},"content":{"rendered":"\n<p>Zum Pride Month 2025: Weltweite Akzeptanz sinkt \u2013 Deutschland bleibt stabil<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend weltweit vielerorts ein besorgniserregender R\u00fcckschritt in der Akzeptanz queerer Menschen zu beobachten ist, zeigt sich Deutschland weiterhin als vergleichsweise progressiv. Anl\u00e4sslich des Pride Month hat das Meinungsforschungsinstitut Ipsos seine internationale Studie zur gesellschaftlichen Einstellung gegen\u00fcber der LGBTQ-Community ver\u00f6ffentlicht.<br>Die Ergebnisse zeichnen ein ambivalentes Bild: steigende Zustimmung in Deutschland trifft auf wachsenden Gegenwind in anderen Teilen der Welt \u2013 insbesondere in den USA.<\/p>\n\n\n\n<p>Breite Unterst\u00fctzung in Deutschland f\u00fcr Gleichberechtigung<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Viertel der Deutschen sprechen sich laut Ipsos-Studie f\u00fcr den Schutz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen (78 %) und Transpersonen (75 %) vor Diskriminierung aus. Die Zustimmung ist im Vergleich zum Vorjahr um jeweils f\u00fcnf Prozentpunkte gestiegen. Auch die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare bei der Adoption (74 %) sowie die M\u00f6glichkeit zur Ehe (71 %) genie\u00dfen breite Akzeptanz.<br>Nur rund ein F\u00fcnftel der Bev\u00f6lkerung lehnt diese Gleichstellung ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Gesetze, die Diskriminierung aufgrund sexueller oder geschlechtlicher Identit\u00e4t explizit verbieten, finden immerhin bei der H\u00e4lfte (49 %) der Deutschen Unterst\u00fctzung.<br>Ebenfalls 52 % bef\u00fcrworten die Einf\u00fchrung einer dritten Geschlechtsoption in offiziellen Dokumenten.<br>Die Einstellung zu Transpersonen im Leistungssport bleibt hingegen kritisch: Nur ein Viertel der Befragten spricht sich f\u00fcr deren Teilnahme aus \u2013 ein R\u00fcckgang von sechs Prozentpunkten gegen\u00fcber dem Vorjahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Weltweiter R\u00fcckschritt in der LGBTQ-Akzeptanz<\/p>\n\n\n\n<p>Der globale Trend hingegen gibt Anlass zur Sorge. In vielen der 26 untersuchten L\u00e4nder verschlechtert sich das gesellschaftliche Klima gegen\u00fcber queeren Menschen sp\u00fcrbar. Besonders drastisch zeigt sich dies in den USA: Nur noch 43 % der Befragten unterst\u00fctzen offen lebende LGBTQ-Personen \u2013 ein R\u00fcckgang um 13 Prozentpunkte seit 2021. Weltweit ist der Anteil auf 47 % gesunken.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Unterst\u00fctzung f\u00fcr LGBTQ-freundliche Unternehmen leidet: Im globalen Schnitt sank sie von 49 % (2021) auf aktuell 41 %, w\u00e4hrend die Ablehnung gleichzeitig auf 23 % stieg.<br>Die Polarisierung nimmt zu \u2013 vor allem in den Vereinigten Staaten, wo sich die Fronten entlang ideologischer Linien verh\u00e4rten.<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmen unter Druck: LGBTQ-Freundlichkeit wird zur Gratwanderung<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund der zunehmenden Kritik an DEI-Initiativen (Diversity, Equity &amp; Inclusion) geraten auch Unternehmen st\u00e4rker in den Fokus.<br>In Deutschland bef\u00fcrworten 38 % LGBTQ-Programme am Arbeitsplatz, w\u00e4hrend 19 % diese ablehnen. Die Mehrheit bleibt neutral. In den USA ist die Meinung deutlich gespaltener: Jeweils rund ein Drittel der Bev\u00f6lkerung steht Programmen f\u00fcr queere Mitarbeitende positiv, neutral oder negativ gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Marken, die sich im Pride Month mit der LGBTQ-Community solidarisieren wollen, bedeuten diese Zahlen eine Herausforderung: Der gesellschaftliche R\u00fcckhalt f\u00fcr solche Ma\u00dfnahmen nimmt ab, insbesondere au\u00dferhalb Westeuropas.<\/p>\n\n\n\n<p>Progressive junge Frauen \u2013 zur\u00fcckhaltende junge M\u00e4nner<\/p>\n\n\n\n<p>Auff\u00e4llig sind auch die geschlechtsspezifischen Unterschiede, besonders bei der j\u00fcngeren Generation.<br>Junge Frauen der Generation Z zeigen sich klar progressiv: 59 % unterst\u00fctzen offen lebende queere Menschen, 58 % LGBTQ-freundliche Marken und 53 % DEI-Initiativen in Unternehmen.<br>Junge M\u00e4nner hingegen \u00e4u\u00dfern deutlich seltener Zustimmung (38 %, 34 %, 29 %). Der sogenannte Gendergraben wird damit auch zu einem Wertespalt innerhalb der Jugend.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder Achte in Deutschland z\u00e4hlt sich zur LGBTQ-Community<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland geben 12 % der Befragten an, sich der LGBTQ-Community zugeh\u00f6rig zu f\u00fchlen \u2013 ein Wert, der sich seit dem Vorjahr nicht ver\u00e4ndert hat, jedoch \u00fcber dem globalen Durchschnitt von 9 % liegt. International zeigen sich gro\u00dfe Unterschiede: In Brasilien liegt der Anteil bei 15 %, in Kanada bei 14 %, w\u00e4hrend in Polen, Kolumbien und S\u00fcdkorea nur rund 5 % der Bev\u00f6lkerung zur queeren Community z\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch bei der Akzeptanz zeigt sich bei der Selbstidentifikation eine Generationenfrage: W\u00e4hrend sich weltweit nur 5 % der Babyboomer als queer identifizieren, sind es bei der Generation Z ganze 14 %.<\/p>\n\n\n\n<p>Ergebnis:<br>Die Ergebnisse der Ipsos-Studie verdeutlichen: W\u00e4hrend in Deutschland eine stabile und teils steigende Akzeptanz queerer Menschen zu beobachten ist, verst\u00e4rken sich international Gegenbewegungen. Insbesondere in den USA w\u00e4chst die gesellschaftliche Polarisierung. F\u00fcr Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ergibt sich daraus die gemeinsame Aufgabe, den Schutz und die Sichtbarkeit queerer Menschen zu sichern \u2013 nicht nur im Pride Month.<\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive<br>Die Redaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Zum Pride Month 2025: Weltweite Akzeptanz sinkt \u2013 Deutschland bleibt stabil W\u00e4hrend weltweit vielerorts ein besorgniserregender R\u00fcckschritt in der Akzeptanz queerer Menschen zu beobachten ist, zeigt sich Deutschland weiterhin als vergleichsweise progressiv. 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