{"id":1591,"date":"2025-06-14T20:00:00","date_gmt":"2025-06-14T18:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=1591"},"modified":"2025-06-16T08:55:59","modified_gmt":"2025-06-16T06:55:59","slug":"%e2%9d%a4%ef%b8%8f%f0%9f%a7%a1%f0%9f%92%9b-philipp-und-tom-%f0%9f%92%9a%f0%9f%92%99%f0%9f%92%9c-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=1591","title":{"rendered":"\u2764\ufe0f\ud83e\udde1\ud83d\udc9b Philipp und Tom \ud83d\udc9a\ud83d\udc99\ud83d\udc9c (4)"},"content":{"rendered":"\n<p>Radio QueerLive &#8211; Eine Berliner Liebesgeschichte<br>Teil 4<\/p>\n\n\n\n<p>Das zweite Wohnzimmer und der Horror danach<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abend begann sanft, beinahe z\u00e4rtlich. Philipp und Tom spazierten durch den Volkspark Friedrichshain, der in das milde Licht des fr\u00fchen Sommerabends getaucht war. Die B\u00e4ume rauschten leise im Wind, irgendwo spielte jemand Gitarre, und ein Kind lachte \u00fcberm\u00fctig auf einem Roller. Die Welt schien f\u00fcr einen Moment ganz ruhig zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch liebe den Park\u201c, sagte Philipp. \u201eDer ist wie ein kleines Versteck in der gro\u00dfen Stadt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch hab hier mal eine ganze Nacht verbracht\u201c, erz\u00e4hlte Tom. \u201eNach einer dieser legend\u00e4ren N\u00e4chte in der Busche. Wir sind morgens hier gelandet. Haben \u00fcber das Leben philosophiert. Und dann, irgendwann, geschlafen wie Babys auf der Wiese.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp l\u00e4chelte. \u201eDas klingt nach Berlin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIst es auch\u201c, sagte Tom. \u201eDeswegen wollt ich dir heute mal zeigen, wie die N\u00e4chte hier aussehen k\u00f6nnen \u2013 wenn man sich traut.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp schaute ihn neugierig an. \u201eWas meinst du?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNa ja\u2026 ich dachte, wir k\u00f6nnten heute Abend in den Marienhof gehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp hielt kurz inne. \u201eIn eine Bar? Eine\u2026 also\u2026 so richtig?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom nickte.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp biss sich auf die Lippe. \u201eIch war noch nie in einer Gay-Bar.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom sah ihn \u00fcberrascht an. \u201eNoch nie?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch hab\u2019s ein paar Mal versucht. Ich stand schon davor. Aber allein\u2026 ich krieg so ein komisches Gef\u00fchl. So\u2019n Druck auf der Brust. Mein Magen flattert. Ich dreh dann immer wieder um.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom blieb stehen. \u201eIch versteh dich. Ich kenn das. Aber heute bist du nicht allein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp sah ihn an. Die Sonne war schon fast hinter den Baumkronen verschwunden, nur noch ein rotgoldener Schimmer war \u00fcbrig. \u201eOkay\u201c, sagte er schlie\u00dflich. \u201eDann zeig mir dein Berlin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie verlie\u00dfen den Park und liefen durch die ruhige Marienburger Stra\u00dfe, wo die Altbauten von Prenzlauer Berg ihre Geschichten in das Kopfsteinpflaster fl\u00fcsterten. Es roch nach Abendbrot und bl\u00fchendem Holunder. Die Stra\u00dfenlaternen gingen langsam an.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich erreichten sie den Marienhof \u2013 eine unscheinbare T\u00fcr, dahinter aber ein ganzes Universum aus Glanz, Geschichten und Gin Tonic. Drinnen war es schummrig, gem\u00fctlich, lebendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Jutta J\u00e4germeister stand wie immer hinter dem Tresen. Legend\u00e4r. Ihre Haare im grauen Dutt, ein Tuch mit Regenbogenprint um den Hals und ein Blick, der durch die Haut in die Seele sah.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNa, Tom!\u201c, rief sie und hob ein Glas. \u201eUnd wen hast du denn da angeschleppt? Frischfleisch?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp wurde rot, Tom grinste. \u201eJutta, benimm dich. Das ist Philipp.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ePhilipp! Wie himmlisch. Willkommen in deinem neuen Wohnzimmer. Was trinkt ihr?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZwei Berliner Luft\u201c, sagte Tom, \u201ezum Eingew\u00f6hnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie setzten sich auf die hohen Barhocker, von wo aus man fast das ganze Lokal \u00fcberblicken konnte. Eine bunte Mischung sa\u00df dort: P\u00e4rchen, Freunde, ein paar alleinstehende M\u00e4nner, die \u00fcber ihre Gl\u00e4ser hinweg schauten. Die Musik war leise, oldschool \u2013 ein bisschen Madonna, ein bisschen Rosenstolz.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie f\u00fchlst du dich?\u201c, fragte Tom.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKomisch. Aber irgendwie auch\u2026 gut\u201c, sagte Philipp. \u201eAls w\u00e4re ich angekommen. Oder zumindest auf dem Weg dahin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie stie\u00dfen an, lachten, redeten \u00fcber Filme, Serien, Berlin und Provinz \u2013 als pl\u00f6tzlich eine Stimme aus der Vergangenheit auftauchte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNa, wenn das nicht mein Lieblings-Ex ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom erstarrte. Philipp drehte sich um.<\/p>\n\n\n\n<p>Jan.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00df. Selbstbewusst. Mit dieser unangenehmen Aura, als geh\u00f6re ihm jeder Raum, den er betritt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJan\u201c, sagte Tom. \u201eWas machst du hier?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNa, das ist doch immer noch mein Wohnzimmer, oder?\u201c Er grinste s\u00fcffisant und stellte sich direkt neben Tom \u2013 viel zu nah. \u201eUnd du bringst Spielzeug mit?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp sp\u00fcrte sofort, wie sich etwas in ihm zusammenzog.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas ist Philipp\u201c, sagte Tom k\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie alt bist du, Philipp? 18? Oder bist du eins dieser Landei-Projekte, die sich Berlin kurz sch\u00f6nreden wollen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eH\u00f6r auf\u201c, sagte Tom, aber Jan war noch nicht fertig.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGuck ihn dir doch an. Wie ein Reh im Scheinwerferlicht. S\u00fc\u00df. Aber nicht stadtfest.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp sah Tom an. Seine Wangen waren rot, aber nicht mehr vor Scham. Sondern vor Wut.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWei\u00dft du, Tom\u201c, sagte Jan nun leiser, beugte sich an Philipp vorbei, \u201emit uns damals war\u2019s wenigstens leidenschaftlich. Nicht so eine Kinderspielplatz-Romanze.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dann legte er Tom die Hand auf den Oberschenkel.<\/p>\n\n\n\n<p>Tom schob sie weg. \u201eH\u00f6r auf, Jan. Ernsthaft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAber ich vermiss dich. Und das hier? Das wird eh nichts. Der Junge da wird bald nach Hause fahren und Mama erz\u00e4hlen, wie aufregend Berlin war.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp stand auf. \u201eIch geh.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ePhilipp, warte\u201c, rief Tom.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Jan griff nach Toms Arm. \u201eDu willst echt gehen lassen, was du mit mir hattest, f\u00fcr sowas?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJan. Wenn du mich jetzt nicht losl\u00e4sst\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Philipp war schon drau\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jutta stellte schweigend zwei Schn\u00e4pse vor Tom ab.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAuf Exen, die nie wirklich gehen\u201c, sagte sie. \u201eUnd auf Neue, die hoffentlich bleiben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom trank in einem Zug. Sein Blick blieb auf der T\u00fcr. Dort drau\u00dfen lief jemand davon, der nicht einfach nur s\u00fc\u00df war \u2013 sondern mutig. Und ehrlich. Und genau der Richtige.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende Teil 4 &#8211; Fortsetzung folgt morgen um 20.00 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>Gute Nacht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Radio QueerLive &#8211; Eine Berliner LiebesgeschichteTeil 4 Das zweite Wohnzimmer und der Horror danach Der Abend begann sanft, beinahe z\u00e4rtlich. 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