{"id":1849,"date":"2025-06-19T21:32:09","date_gmt":"2025-06-19T19:32:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=1849"},"modified":"2025-06-19T21:32:12","modified_gmt":"2025-06-19T19:32:12","slug":"budapest-pride-verboten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=1849","title":{"rendered":"Budapest PRIDE verboten!"},"content":{"rendered":"\n<p>Polizei verbietet Pride-Parade und sorgt f\u00fcr Protest und Widerstand<\/p>\n\n\n\n<p>Stand: 19. Juni 2025, 19:47 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Ereignis, das f\u00fcr Sichtbarkeit, Vielfalt und Gleichberechtigung steht, ist in Ungarn zum Politikum geworden: Die ungarische Polizei hat die f\u00fcr den 28. Juni geplante Pride-Parade in Budapest verboten \u2013 nur wenige Tage, nachdem die Stadtverwaltung angek\u00fcndigt hatte, die Organisation der Veranstaltung zu \u00fcbernehmen. Das Verbot schl\u00e4gt hohe Wellen und l\u00e4sst den Konflikt um die Rechte der LGBTQ-Gemeinschaft in Ungarn erneut eskalieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Verbot mit politischem Kalk\u00fcl?<\/p>\n\n\n\n<p>Offiziell beruft sich die Polizei auf gesetzliche Grundlagen, die Versammlungen untersagen, die dem sogenannten Kinderschutzgesetz widersprechen. Doch Kritiker sprechen von politisch motivierter Zensur. B\u00fcrgermeister Gergely Kar\u00e1csony, ein liberaler Gegenspieler von Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n, zeigt sich entschlossen: \u201eDiese Verbotsentscheidung hat keinerlei Bestand\u201c, erkl\u00e4rte er auf Facebook. Die Veranstaltung sei eine st\u00e4dtische Angelegenheit und ben\u00f6tige keine gesonderte Genehmigung.<\/p>\n\n\n\n<p>Kar\u00e1csony k\u00fcndigte an, das Verbot zu umgehen und sich mit rechtlichen und politischen Mitteln zur Wehr zu setzen. Sein Einsatz sendet ein klares Signal an die LGBTQ-Community \u2013 aber auch an die Regierung: Der \u00f6ffentliche Raum darf nicht zum Spielball ideologischer Ausgrenzung werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Systematische Einschr\u00e4nkungen unter dem Deckmantel des \u201eKinderschutzes\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits seit Jahren geht die rechtsnationale Regierung unter Viktor Orb\u00e1n gegen die Rechte sexueller Minderheiten vor. Mit einer Reihe von Gesetzes\u00e4nderungen hat das ungarische Parlament die Bewegungsfreiheit der LGBTQ-Gemeinschaft massiv eingeschr\u00e4nkt. Das 2021 eingef\u00fchrte \u201eLGBTQ-Gesetz\u201c verbietet jede Darstellung von Homosexualit\u00e4t oder Geschlechtsidentit\u00e4t vor Minderj\u00e4hrigen. Kritiker sprechen von einem \u201eAnti-LGBTQ-Gesetz\u201c nach russischem Vorbild.<\/p>\n\n\n\n<p>Im M\u00e4rz 2025 wurde dieses Regelwerk erneut versch\u00e4rft. Eine neue Gesetzes\u00e4nderung untersagt alle \u00f6ffentlichen Veranstaltungen, die gegen das LGBTQ-Gesetz versto\u00dfen \u2013 ein direkter Angriff auf die j\u00e4hrlich stattfindende Pride-Parade. Im April folgten weitere Verfassungs\u00e4nderungen, die den rechtlichen Boden f\u00fcr ein dauerhaftes Paradeverbot festigten.<\/p>\n\n\n\n<p>Proteste, Solidarit\u00e4t und internationale Aufmerksamkeit<\/p>\n\n\n\n<p>Doch der Widerstand w\u00e4chst: In Budapest kam es in den vergangenen Wochen zu Demonstrationen und Blockaden \u2013 Tausende protestierten gegen die Entscheidung der Regierung und solidarisierten sich mit der LGBTQ-Community. Auch mehrere Abgeordnete des Europ\u00e4ischen Parlaments haben angek\u00fcndigt, sich der geplanten Pride-Parade anzuschlie\u00dfen \u2013 sollte sie stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Verbot der Pride-Parade ist dabei l\u00e4ngst kein rein ungarisches Thema mehr. Es stellt die Grundwerte der Europ\u00e4ischen Union infrage: Menschenrechte, Gleichheit, Versammlungsfreiheit. Es zeigt auch, wie der politische Druck auf Minderheiten in einigen EU-Staaten w\u00e4chst \u2013 unter dem Deckmantel des Schutzes und der Moral.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Symbol f\u00fcr Freiheit \u2013 auch 2025<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pride-Parade ist weit mehr als ein buntes Stra\u00dfenfest. Sie ist ein Symbol des friedlichen Protests, der Sichtbarkeit und des Rechts auf Selbstbestimmung. In Budapest wird dieser Ausdruck von Freiheit aktuell von der Staatsmacht unterdr\u00fcckt. Doch wie B\u00fcrgermeister Kar\u00e1csony und viele Demonstrierende zeigen: Der Widerstand ist laut, kreativ und entschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob die Parade wie geplant am 28. Juni stattfinden wird, ist derzeit unklar. Sicher ist jedoch: Die Diskussion um LGBTQ-Rechte in Ungarn ist nicht zu stoppen \u2013 und die Pride-Bewegung bleibt ein un\u00fcbersehbares Zeichen f\u00fcr Gleichheit und W\u00fcrde, das auch durch politische Verbote nicht zum Schweigen gebracht werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive<br>Die Redaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Polizei verbietet Pride-Parade und sorgt f\u00fcr Protest und Widerstand Stand: 19. Juni 2025, 19:47 Uhr Ein Ereignis, das f\u00fcr Sichtbarkeit, Vielfalt und Gleichberechtigung steht, ist in Ungarn zum Politikum geworden: Die ungarische Polizei hat die <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=1849\" title=\"Budapest PRIDE verboten!\">[&#8230;]<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1821,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_coblocks_attr":"","_coblocks_dimensions":"","_coblocks_responsive_height":"","_coblocks_accordion_ie_support":"","footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-1849","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten-international"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1849","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1849"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1849\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1850,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1849\/revisions\/1850"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1821"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1849"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1849"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1849"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}