{"id":1957,"date":"2025-07-09T20:00:00","date_gmt":"2025-07-09T18:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=1957"},"modified":"2025-06-24T13:05:59","modified_gmt":"2025-06-24T11:05:59","slug":"%e2%9d%a4%ef%b8%8f%f0%9f%a7%a1%f0%9f%92%9b-philipp-und-tom-%f0%9f%92%9a%f0%9f%92%99%f0%9f%92%9c-29","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=1957","title":{"rendered":"\u2764\ufe0f\ud83e\udde1\ud83d\udc9b Philipp und Tom \ud83d\udc9a\ud83d\udc99\ud83d\udc9c (29)"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Radio QueerLive \u2013 Eine Berliner Liebesgeschichte<\/strong><br><strong>Teil 28: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<strong>Festgesetzt<\/strong>&#8222;<\/p>\n\n\n\n<p>19:30 Uhr. Die Sonne war gerade dabei, sich hinter einem Streifen Wolken zu verstecken, als der LKW mit Tom, Marc, Fabian und Steven endg\u00fcltig zum Stillstand kam \u2013 genau vor dem massiven Schlagbaum der Ukraine. Zwei bewaffnete Beamte kamen gem\u00e4chlich auf sie zu. Ohne Eile. Ohne Blickkontakt. Der eine von ihnen hob die Hand und bedeutete Tom, das Fenster zu \u00f6ffnen.<br>\u201eDer LKW wird konfessiert\u201c, sagte der Beamte k\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p>Tom runzelte die Stirn. \u201eWie bitte, ich habe Sie nicht verstanden?\u201c<br>\u201eF\u00fcr die Armee. Der LKW. Und alles, was drin ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr einen Moment war es still in der Fahrerkabine. Nur das Summen der L\u00fcftung war zu h\u00f6ren. Dann griff Tom wie ferngesteuert nach seinem Handy und w\u00e4hlte die Nummer von Philipp. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Salon 6 des Park Inn Hotels war es inzwischen dunkel geworden. Die Bildschirme warfen bl\u00e4uliches Licht auf die Gesichter von Gustav, Jakob und Philipp. <br>Als Toms Anruf kam, war es so, als h\u00e4tte jemand die Luft aus dem Raum gesogen. \u201eSie wollen den LKW konfesszieren\u201c, sagte Tom tonlos. \u201eAlles. Auch die Ladung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" class=\"gb-media-dbff6d47\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/file_000000008864620a944e6b286fea8cf7.avif\" title=\"file_000000008864620a944e6b286fea8cf7\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/file_000000008864620a944e6b286fea8cf7.avif 1536w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/file_000000008864620a944e6b286fea8cf7-300x200.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/file_000000008864620a944e6b286fea8cf7-1024x683.avif 1024w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/file_000000008864620a944e6b286fea8cf7-768x512.avif 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/>\n\n\n\n<p>Philipp war sofort hellwach. Keine Sekunde Emotion. Keine Zeit f\u00fcr Panik. Die Stimme wurde scharf. \u201eGib mir den Namen des Beamten.\u201c Tom \u201eDer spricht&#8230; irgendwas zwischen Russisch und Ukrainisch. Auf jeden Fall ganz schlecht Englisch.\u201c<br>\u201ePerfekt\u201c, sagte Philipp. \u201eIch k\u00fcmmere mich.\u201c<br>W\u00e4hrend Philipp sich einen freien Laptop schnappte und sich durch die Leitung zur Grenzbeh\u00f6rde telefonierte, reagierten Jakob und Gustav ebenso entschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jakob, der gerade die aktuelle Lageskizze am Bildschirm verfolgte, griff zum Telefon. \u201eIch informiere Radio QueerLive.\u201c Keine f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter vermeldete die Station live im Programm, dass die ukrainische Grenzbeh\u00f6rde einen LKW mit Spenden f\u00fcr queere Gefl\u00fcchtete beschlagnahmen will \u2013 Hilfsg\u00fcter, die nie ihr Ziel erreichen w\u00fcrden, sondern stattdessen an die ukrainische Armee \u00fcbergeben werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachricht verbreitete sich sofort wie ein Lauffeuer. Weitere private Hilfsorganisationen, die sich mit Transporten auf dem Weg zur Grenze befanden, stoppten aus Vorsicht ihr Ziel. Man wollte kein Risiko eingehen, dass auch ihre Lieferungen im Milit\u00e4rsystem verschwinden.<br>\u201eWir haben R\u00fcckmeldungen\u201c, rief Gustav durch den Raum. \u201eDrei andere Organisationen halten ihre LKWs zur\u00fcck. Die warten jetzt, was hier passiert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jakob drehte sich zu Philipp: \u201eDie h\u00f6ren alle unseren Stream. Und erwarten Entscheidungen.\u201c<br>Philipp lie\u00df sich nicht beirren. Er telefonierte sich hoch \u2013 erst mit dem Grenzbeamten, dann mit dessen Vorgesetztem, dann weiter in die Hierarchien hinein. Sechs Stunden lang. Ohne Pause. Ohne Erm\u00fcdung. Parallel hatte Gustav inzwischen Kontakt zur ukrainischen Botschaft in Berlin hergestellt \u2013 und stellte die Verbindung weiter.<br><br>\u201ePhilipp, du bist dran\u201c, sagte er und reichte ihm das Telefon.<br>\u201eGuten Abend\u201c, sagte Philipp. \u201eHier spricht Philipp vom QueerLive-Orga-Team. Ich wollte nur, bevor wir weiterreden, darum bitten: Machen Sie mal bitte das Radio an. QueerLive. H\u00f6ren Sie sich an, wie viele Organisationen gerade nicht wissen, ob sie die Grenze noch \u00fcberqueren sollen. Sie h\u00f6ren sich jetzt selbst die Folgen Ihrer Entscheidung an. Wollen Sie das den Frauen und Kindern in ihrem Land antun?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Moment der Stille. <br>Dann kam vom anderen Ende: \u201eWir melden uns gleich zur\u00fcck.\u201c<br>Und so kam es. Um kurz nach Mitternacht gab es endlich ein offizielles Signal von der ukrainischen Seite. <br>Der Grenzoffizier, mit dem Philipp zuletzt sprach, klang m\u00fcde. Und leicht genervt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer LKW wird freigegeben\u201c, sagte er. \u201eAber er muss sofort umkehren. Zur\u00fcck in die Europ\u00e4ische Union.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd die Ladung?\u201c, fragte Philipp.<br>\u201eUnber\u00fchrt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp legte auf, atmete ein einziges Mal tief durch \u2013 und griff sofort wieder zum Handy. \u201eTom, ihr d\u00fcrft zur\u00fcck. Ihr bleibt zusammen. Niemand r\u00fchrt euren LKW an. Fahrt zur\u00fcck in die EU. Ich regel den Rest von hier.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom war ganz ger\u00fchrt. \u201eDanke, Philipp\u201c, kam es nur leise zur\u00fcck. Dann legte Tom auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Raum im Park Inn blieb still. Bis Gustav leise sagte: \u201ePhilipp du hast es geschafft. Tom und die Anderen sind wieder sicher in der EU\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Moment lang sagte niemand etwas. <br>Jakob starrte auf den Bildschirm, auf dem sich langsam wieder der GPS-Punkt in Bewegung setzte. Gustav hatte einen leicht gr\u00fcnlichen Schimmer im Gesicht, was nicht allein am Licht des Laptops lag.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp lehnte sich zur\u00fcck, schloss f\u00fcr einen Moment die Augen und sagte tonlos: \u201eMir ist so richtig schlecht\u2026 ich glaub, ich muss mich \u00fcbergeben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jakob sprang auf. \u201eAlles okay?\u201c <br>Philipp winkte ab, taumelte leicht in Richtung T\u00fcr. \u201eIch\u2026 brauch frische Luft. Oder Tee. Oder beides. Aber wenigstens\u2026 sie sind wieder raus.\u201c<br><br>Und mit diesen Worten \u00f6ffnete er die T\u00fcr des Raumes \u2013 und lie\u00df den ganzen Stress der letzten Stunden symbolisch mit entweichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt ist der Wagen wieder in der EU aber wie bekommt das Shelter die Lebensmittel?<\/p>\n\n\n\n<p>Ende Teil 29.<br>.Morgen geht es weiter um 20:00 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Radio QueerLive \u2013 Eine Berliner LiebesgeschichteTeil 28: &#8222;Festgesetzt&#8222; 19:30 Uhr. 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