{"id":2306,"date":"2025-07-21T20:00:00","date_gmt":"2025-07-21T18:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=2306"},"modified":"2025-07-21T22:54:20","modified_gmt":"2025-07-21T20:54:20","slug":"%e2%9d%a4%ef%b8%8f%f0%9f%a7%a1%f0%9f%92%9b-philipp-und-tom-%f0%9f%92%9a%f0%9f%92%99%f0%9f%92%9c-41","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=2306","title":{"rendered":"\u2764\ufe0f\ud83e\udde1\ud83d\udc9b Philipp und Tom \ud83d\udc9a\ud83d\udc99\ud83d\udc9c (39)"},"content":{"rendered":"\n<p>Radio QueerLive \u2013 Eine Berliner Liebesgeschichte<br>Folge 39:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Fluch von Hexenstein\u201c<br>Teil 1<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lok zischte wie ein schnaubendes Tier, als sie langsam auf Gleis 7 einrollte. Schwarz, majest\u00e4tisch, polierte R\u00e4der, die gl\u00e4nzten wie frisch lackierte Spiegelfl\u00e4chen. Am Bahnsteig standen f\u00fcnf Menschen mit Rollkoffern, Thermobechern und gro\u00dfen Augen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWow\u201c, sagte Gustav und fuhr sich durch seine wuscheligen, blonden Haare. \u201eDas ist ja wie in einem alten Film.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOder wie ein Gleis zu einer anderen Dimension\u201c, murmelte Jakob und schob seine Brille hoch. \u201eIch hab jedenfalls keine App f\u00fcr sowas.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom sah der Dampfwolke nach. \u201eIch dachte ehrlich gesagt, wir fahren mit einem ganz normalen Zug nach Halle oder so.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWohin fahren wir eigentlich genau?\u201c, fragte Philipp neugierig und trat n\u00e4her zu Frau Bond, die mit einem s\u00fcffisanten L\u00e4cheln einen kleinen Stapel Pappfahrkarten in der Hand hielt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas glaubt ihr denn?\u201c, fragte sie und hielt die Tickets wie Spielkarten in der Luft.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTherme in Th\u00fcringen?\u201c, schlug Gustav hoffnungsvoll vor.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin queeres Klosterretreat?\u201c, grinste Jakob.<\/p>\n\n\n\n<p>Tom sagte trocken: \u201eWenn gleich jemand Hogwarts sagt, steige ich wieder aus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond lachte, lie\u00df die Tickets elegant knicken und zwinkerte. \u201eIch verrate es euch\u2026 aber erst, wenn wir unterwegs sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp st\u00f6hnte. \u201eGeheimniskr\u00e4merei ist kein queerer Charakterzug!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDoch\u201c, sagte Tom. \u201eAber nur, wenn\u2019s stilvoll ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Rumpel-Kilometer sp\u00e4ter, im Abteil<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ledersitze quietschten, der Waggon schaukelte sanft im Takt der Dampflok. Gustav tippte in sein Handy und fluchte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKein Netz. Wirklich null. Nicht mal Edge.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVielleicht fahren wir r\u00fcckw\u00e4rts durch die Zeit\u201c, schlug Jakob vor und nahm einen gro\u00dfen Schluck Club-Mate. \u201eIns Jahr 1887, als Podcasts noch Pfeifenrauch und Pferdekutschen waren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch frage mich immer noch, wo wir schlafen sollen\u201c, sagte Tom.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp lehnte sich an ihn. \u201eBestimmt ein sch\u00f6ner Gasthof mit Holzbalken, veganem Fr\u00fchst\u00fccksbuffet und Sauna.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOder ein Zelt. Im Regen. Mit einem Lagerfeuer aus Podcast-Zitaten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJetzt reicht&#8217;s\u201c, rief Frau Bond aus dem Nachbarabteil. \u201eIhr habt es euch verdient. Ich l\u00fcfte das Geheimnis.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Alle beugten sich vor. Frau Bond grinste.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir \u00fcbernachten auf Burg Hexenstein. Einer alten, mystischen Burg im Harz. Vier Tage. Vollverpflegung. Kein WLAN.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kurze Stille.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHexenstein?\u201c, fragte Philipp mit d\u00fcnner Stimme.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIst das die Burg, wo schon mal Leute abgereist sind, weil sie\u2026 Stimmen geh\u00f6rt haben?\u201c, fragte Jakob.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNur Wind und Geschichte\u201c, sagte Frau Bond. \u201eUnd ein kleiner Hauch G\u00e4nsehaut.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom sah zu Philipp. \u201eNa toll. Ich hab nur Turnschuhe dabei.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch hab eine Taschenlampe\u201c, sagte Philipp und l\u00e4chelte tapfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Am sp\u00e4ten Abend, Burg Hexenstein<\/p>\n\n\n\n<p>Die Burg thronte wie ein Schattenriese auf einem H\u00fcgel. Nebel lag zwischen den B\u00e4umen, zwei Flederm\u00e4use kreisten \u00fcber dem Turm. Als das knarzende Burgtor aufging, stand da ein alter Mann mit Laterne und einem Schl\u00fcsselbund, das so gro\u00df war wie ein Tennisschl\u00e4ger.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGuten Abend\u201c, sagte er. Seine Stimme war tief, rau, irgendwie\u2026 untot.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin Heim. Willkommen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie der letzte Bewohner dieser Burg\u201c, fl\u00fcsterte Gustav.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOder der erste\u201c, raunte Jakob. \u201eVielleicht hat er sie selbst gebaut.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp beugte sich zu Tom und fl\u00fcsterte ihm ins Ohr:<br>\u201eNachts wird er sich bestimmt in einen Vampir verwandeln und \u00fcber uns herfallen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom hob eine Augenbraue. \u201eBesch\u00fctzt du mich dann?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp grinste leicht und sagte leise:<br>\u201eAusgerechnet. Ich hab jemand anderen, der mich besch\u00fctzt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom runzelte die Stirn. \u201eWas meinst du\u2014\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNichts\u201c, sagte Philipp schnell. \u201eSp\u00e4ter vielleicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rucksack an seiner Seite r\u00fchrte sich etwas ganz leise. Eine kleine, warme Bewegung. Willi, der blaue Baumwaran, reckte sich schlaftrunken unter einem Wollschal.<\/p>\n\n\n\n<p>Und die Burg\u2026 \u00f6ffnete sich langsam wie ein Geheimnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende Teil 39<br>Morgen geht&#8217;s weiter auf der Horrorburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Radio QueerLive \u2013 Eine Berliner LiebesgeschichteFolge 39: \u201eDer Fluch von Hexenstein\u201cTeil 1 Die Lok zischte wie ein schnaubendes Tier, als sie langsam auf Gleis 7 einrollte. 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