{"id":2983,"date":"2025-10-01T20:00:00","date_gmt":"2025-10-01T18:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=2983"},"modified":"2025-10-01T06:18:28","modified_gmt":"2025-10-01T04:18:28","slug":"%e2%9d%a4%ef%b8%8f%f0%9f%a7%a1%f0%9f%92%9b-philipp-tom-%f0%9f%92%9a%f0%9f%92%99%f0%9f%92%9c-77","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=2983","title":{"rendered":"\u2764\ufe0f\ud83e\udde1\ud83d\udc9b Philipp &amp; Tom \ud83d\udc9a\ud83d\udc99\ud83d\udc9c (77)"},"content":{"rendered":"\n<p>Radio QueerLive &#8211; Eine Berliner Liebesgeschichte<\/p>\n\n\n\n<p>Teil 77<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Die Honeckers undercover&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Es war Sonntagabend, und Tom tigerte nerv\u00f6s durch das Wohnzimmer. Frau Bond hatte gerade ihr zweites Glas Wei\u00dfwein ausgetrunken, w\u00e4hrend sie Tom erkl\u00e4rte, dass Philipp in der Vergangenheit im DDR-Knast hockte. Tom knallte die H\u00e4nde auf den Tisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Tom: \u201eWir m\u00fcssen ihn da rausholen! Und zwar sofort.\u201c<br>Frau Bond: \u201eDas dachte ich mir schon. Aber so einfach ist das nicht. In die DDR kommst du 1985 nicht einfach rein. Da brauchst du einen Personalausweis.\u201c<br>Tom: \u201eDann besorgen wir uns eben welche. Ich wei\u00df, wo!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond blinzelte ihn skeptisch an.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond: \u201eSag blo\u00df \u2026 du meinst Neuk\u00f6lln?\u201c<br>Tom: \u201eGanz genau! Karl-Marx-Stra\u00dfe, Seitenstra\u00dfe, so ein Laden, der fast alles machen kann.\u201c<br>Frau Bond: \u201eOh Gott. Wir retten Philipp vor der Stasi und landen am Ende selber im Stasiknast.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Tom lie\u00df nicht locker. Wenige Minuten sp\u00e4ter sa\u00dfen sie in der U8 Richtung Hermannplatz.<\/p>\n\n\n\n<p>\u231a<br>Copyshop Neuk\u00f6lln<\/p>\n\n\n\n<p>In einer d\u00fcsteren Seitenstra\u00dfe standen sie schlie\u00dflich vor einem Schild: \u201eCopyshop \u2013 Wir haben fast alles!\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond: \u201eFast alles? Klingt schon mal vertrauenserweckend \u2026 nicht?\u201c<br>Tom: \u201eAch, sei doch mal optimistisch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Innen roch es nach Toner und kaltem Kaffee. Hinterm Tresen stand ein arabischer Typ mit langem Bart, die Zigarette im Mundwinkel.<\/p>\n\n\n\n<p>Verk\u00e4ufer: \u201eWas brauchst du? Wir haben fast alles.\u201c<br>Tom: \u201ePersonalausweise.\u201c<br>Verk\u00e4ufer: \u201eHm. Kostet Geld, viel Geld.\u201c<br>Frau Bond: \u201eWir brauchen DDR-Ausweise.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mann prustete los vor Lachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Verk\u00e4ufer: \u201eDDR? Haha! Touris! Das billig, 25 Euro pro St\u00fcck.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond schlug sich die Hand vor die Stirn.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond (murmelnd): \u201eWir landen im Knast, aber immerhin im Sonderangebot.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie mussten sich im Hinterzimmer auf einen Hocker setzen, es wurden Fotos mit einer alten Digitalkamera gemacht. Nach einer halben Stunde hielt jeder von ihnen einen funkelnagelneuen DDR-Ausweis in der Hand.<\/p>\n\n\n\n<p>Tom: \u201ePerfekt. Wir sind offiziell Ostb\u00fcrger. Auf geht\u2019s in die Vergangenheit!\u201c<br>Frau Bond: \u201eTom, Neuk\u00f6lln lag 1985 im Westen. Schon mal an die Mauer gedacht?\u201c<br>Tom: \u201eAch so \u2026 ja, stimmt. Na gut, dann eben wieder Alexanderplatz.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u231a<br>Zur\u00fcck zum Alex und auf in die DDR<\/p>\n\n\n\n<p>Im alten U-Bahn-Tunnel der Linie U2, im Ostteil, legte Frau Bond Tom die Hand auf die Stirn. Zisch! Ein kurzer Schwindel \u2013 und sie standen im Jahr 1985.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Weltzeituhr war in Sichtweite. Tom flirtete sofort mit zwei Typen in 80er-Jahre-Lederjacken. Frau Bond rollte nur die Augen. Aber keiner wusste etwas von der Razzia. Schlie\u00dflich machten sie sich auf in Richtung Friedrichshain.<\/p>\n\n\n\n<p>Am M\u00e4rchenbrunnen im Park best\u00e4tigte ihnen ein junger Mann:<\/p>\n\n\n\n<p>Zeuge: \u201eJa, da war \u2019ne Razzia. Die haben alle mitgenommen, direkt ins Polizeipr\u00e4sidium am Alexanderplatz.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond und Tom stapften zur\u00fcck in Richtung Alexanderplatz. Je n\u00e4her sie dem grauen Betonbau kamen, desto mehr wurde Tom nerv\u00f6s.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausweise<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz vor dem Eingang blieben sie stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tom: \u201eWir sollten lieber nochmal die Ausweise checken.\u201c<br>Frau Bond: \u201eEndlich mal eine gute Idee von dir.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie zogen die Papiere hervor. Tom hielt seinen hoch und las laut.<br>\u201eNa, perfekt. \u00c4h \u2026 Moment mal. Erich Honecker?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond starrte auf ihren eigenen Ausweis. \u201eNEIN! Hier steht Margot Honecker!\u201c<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" class=\"gb-media-b97279c6\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_000000004f846246993e1746c07cf4a1.avif\" title=\"file_000000004f846246993e1746c07cf4a1\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_000000004f846246993e1746c07cf4a1.avif 1536w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_000000004f846246993e1746c07cf4a1-300x200.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_000000004f846246993e1746c07cf4a1-1024x683.avif 1024w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_000000004f846246993e1746c07cf4a1-768x512.avif 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/>\n\n\n\n<p>Tom: \u201eHm. Komische Namen, aber was soll\u2019s, da kommt man schon durch.\u201c<br>Frau Bond: \u201eBist du irre?! Das sind der Staatsratsvorsitzende der DDR und seine Frau! Wenn wir da reingehen, sitzen wir gleich in der Nachbarzelle von Philipp!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom biss sich auf die Lippe. Frau Bond war kurz davor, ihn zu erw\u00fcrgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unerwartete Wendung<\/p>\n\n\n\n<p>Da \u00f6ffnete sich pl\u00f6tzlich die schwere T\u00fcr des Pr\u00e4sidiums. Zwei Volkspolizisten schoben Philipp hinaus \u2013 zusammen mit einem jungen Mann, kaum \u00e4lter als 25.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp hatte verweinte Augen. Und bevor Frau Bond oder Tom reagieren konnten, drehte sich der Unbekannte zu Philipp, k\u00fcsste ihn schnell auf den Mund und fl\u00fcsterte: \u201ePass auf dich auf.\u201c Dann verschwand er im Dunkeln .<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" class=\"gb-media-46d98912\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_0000000084046243a421befe346a5111.avif\" title=\"file_0000000084046243a421befe346a5111\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_0000000084046243a421befe346a5111.avif 1536w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_0000000084046243a421befe346a5111-300x200.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_0000000084046243a421befe346a5111-1024x683.avif 1024w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_0000000084046243a421befe346a5111-768x512.avif 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/>\n\n\n\n<p>Tom schnappte nach Luft und biss sich so fest auf die Lippe, dass sie fast blutete.<\/p>\n\n\n\n<p>Tom: \u201eWAS war das denn bitte?!\u201c<br>Philipp (heulend): \u201eDie haben meinen Namen, meine Fingerabdr\u00fccke. Ich steh jetzt auf irgendeiner rosa Liste bei der Volkspolizei!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond legte beruhigend den Arm um ihn. \u201eKomm, wir bringen dich heim.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie legte beiden M\u00e4nnern die Hand auf die Stirn, und in einem Augenblick standen sie wieder im Wohnzimmer von Prenzlauer Berg.<\/p>\n\n\n\n<p>\u231a<br>Verh\u00f6r \u00e0 la Tom<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp atmete erleichtert durch. Frau Bond verabschiedete sich mit den Worten: \u201eDas war mir zu viel. Ich brauch jetzt endlich meinen verdammten Erdbeerkuchen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie rauschte ab. Philipp wollte sich gerade aufs Sofa fallen lassen, doch Tom hatte umdekoriert: Zwei St\u00fchle standen sich gegen\u00fcber, dazwischen ein Tisch, auf dem eine Lampe stand.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp: \u201e\u00c4hm \u2026 was soll das?\u201c<br>Tom (klickt die Lampe an und dreht sie in sein Gesicht): \u201eWillkommen im Verh\u00f6rraum.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><br>Philipp: \u201eDas erinnert mich gerade sehr unangenehm an das Pr\u00e4sidium der Volkspolizei\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" class=\"gb-media-8c9d3bba\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_0000000032c061f4af8c050df89cff6b.avif\" title=\"file_0000000032c061f4af8c050df89cff6b\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_0000000032c061f4af8c050df89cff6b.avif 1536w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_0000000032c061f4af8c050df89cff6b-300x200.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_0000000032c061f4af8c050df89cff6b-1024x683.avif 1024w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/file_0000000032c061f4af8c050df89cff6b-768x512.avif 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/>\n\n\n\n<p>Tom (grinsend): \u201eGenau! Und jetzt erz\u00e4hl mir: Wer war DER Typ, mit dem du im DDR-Klo rumgemacht hast?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp schluckte so schwer, als h\u00e4tte er einen Frosch im Hals. \u201eVielleicht w\u00e4re ich doch lieber im Knast der Volkspolizei geblieben \u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom grinste etwas b\u00f6se. &#8222;Ja das w\u00e4re m\u00f6glich.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ende Teil 78<\/p>\n\n\n\n<p>Morgen geht&#8217;s weiter um 20.00 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Radio QueerLive &#8211; Eine Berliner Liebesgeschichte Teil 77 &#8222;Die Honeckers undercover&#8220; Es war Sonntagabend, und Tom tigerte nerv\u00f6s durch das Wohnzimmer. 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