{"id":3099,"date":"2025-10-23T22:22:53","date_gmt":"2025-10-23T20:22:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=3099"},"modified":"2025-10-23T22:22:55","modified_gmt":"2025-10-23T20:22:55","slug":"das-ende-einer-ikone-das-schwuz-schliesst-nach-fast-50-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=3099","title":{"rendered":"Das Ende einer Ikone: Das Schwuz schlie\u00dft nach fast 50 Jahren"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit einer emotionalen Nachricht hat das Berliner Kult-Club Schwuz am 22. Oktober sein Ende bekannt gegeben. \u201eMit viel Dankbarkeit und einem schweren Herzen sagen wir: Cheers Queers, euer Schwuz\u201c, hei\u00dft es in dem Statement, das in den sozialen Medien ver\u00f6ffentlicht wurde. Nach monatelangen Gespr\u00e4chen mit m\u00f6glichen Investor*innen und intensiven Bem\u00fchungen sei es nicht gelungen, eine L\u00f6sung zu finden, um den Club zu retten. Damit verliert Berlin einen der wichtigsten queeren R\u00e4ume Europas.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein St\u00fcck Berliner Geschichte<\/p>\n\n\n\n<p>Seit seiner Gr\u00fcndung im Jahr 1977 war das Schwuz (kurz f\u00fcr \u201eSchwulenZentrum\u201c) weit mehr als nur ein Club. Urspr\u00fcnglich in Kreuzberg gegr\u00fcndet, wurde es in den 1980er- und 1990er-Jahren zu einem zentralen Treffpunkt der queeren Szene \u2013 politisch, kulturell und gesellschaftlich. 2013 zog der Club nach Neuk\u00f6lln in die Rollbergstra\u00dfe um und etablierte sich dort als feste Gr\u00f6\u00dfe im Berliner Nachtleben. Mit seinen Partys, Shows, Drag-Events und Konzerten bot das Schwuz eine B\u00fchne f\u00fcr queere K\u00fcnstler*innen und ein sicheres Zuhause f\u00fcr Menschen aller Identit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir haben alles versucht\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In ihrem Abschiedsstatement schreibt das Team, man habe in den letzten Monaten alles unternommen, um den Club zu retten. Intensive Gespr\u00e4che mit potenziellen Investor*innen seien jedoch erfolglos geblieben. \u201eKeine Partei konnte oder wollte das Schwuz im jetzigen Zustand \u00fcbernehmen und weiterf\u00fchren\u201c, hei\u00dft es. Finanzielle Schwierigkeiten, steigende Kosten und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und Inflation d\u00fcrften zu den entscheidenden Faktoren geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein letztes gro\u00dfes Fest<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz ohne Abschied will das Schwuz aber nicht gehen. Am 1. November soll die letzte Party stattfinden \u2013 ein Abend, der Abschied und Dank zugleich sein wird. \u201eEin Dankesch\u00f6n an euch, die mit so viel Herzblut, Kreativit\u00e4t und Ausdauer dieses Abenteuer namens Schwuz seit 1977 m\u00f6glich gemacht haben\u201c, hei\u00dft es in der Mitteilung. Das Team ruft dazu auf, die verbleibenden Wochen zu nutzen, \u201eum zu tanzen, zu lachen, zu weinen und Erinnerungen zu teilen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Verlust f\u00fcr die Community<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schwuz war f\u00fcr viele ein sicherer Hafen \u2013 ein Ort, an dem queeres Leben selbstverst\u00e4ndlich war und gefeiert werden konnte. Sein Wegfall hinterl\u00e4sst eine sp\u00fcrbare L\u00fccke in der Berliner Clublandschaft, aber auch in der queeren Infrastruktur der Stadt. Viele sehen darin ein alarmierendes Zeichen f\u00fcr die schwierige Lage unabh\u00e4ngiger Kulturorte in Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz des Schmerzes bleibt das Verm\u00e4chtnis des Schwuz bestehen: fast f\u00fcnf Jahrzehnte queere Sichtbarkeit, Empowerment, Party und Widerstand.<\/p>\n\n\n\n<p>Cheers Queers \u2013 und danke, Schwuz.<\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive<br>News Redaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Mit einer emotionalen Nachricht hat das Berliner Kult-Club Schwuz am 22. 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