{"id":3233,"date":"2026-03-11T12:00:00","date_gmt":"2026-03-11T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=3233"},"modified":"2026-03-10T22:24:58","modified_gmt":"2026-03-10T21:24:58","slug":"filmtipps-rosa-von-praunheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=3233","title":{"rendered":"Filmtipps, Rosa von Praunheim"},"content":{"rendered":"\n<p>Der deutsche Film und die queere Kultur haben eine ihrer pr\u00e4gendsten Stimmen verloren: Mit dem Tod von Rosa von Praunheim ist ein K\u00fcnstler gegangen, der wie kaum ein anderer die Verbindung von Film, Provokation und politischem Engagement verk\u00f6rperte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Jahrzehnte hinweg pr\u00e4gte er die deutsche und internationale Filmkultur mit einem Werk, das ebenso unkonventionell wie einflussreich war. Seine Filme waren stets mehr als blo\u00dfe Erz\u00e4hlungen \u2013 sie waren Interventionen, Kommentare und oft auch Aufrufe zum gesellschaftlichen Wandel.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Regisseur entwickelte Rosa von Praunheim eine unverwechselbare Handschrift. Seine Arbeiten bewegten sich zwischen Dokumentarfilm, experimentellem Kino und politischer Satire. Dabei interessierte ihn weniger das perfekte Bild als vielmehr die Wahrheit hinter den Fassaden. Mit radikaler Offenheit, manchmal auch mit bewusst eingesetzter Provokation, stellte er gesellschaftliche Normen infrage und r\u00fcckte Menschen ins Zentrum, die im klassischen Kino lange unsichtbar geblieben waren.<br>Gerade diese Mischung aus k\u00fcnstlerischem Mut und politischem Anspruch machte ihn zu einem der wichtigsten Autorenfilmer des deutschen Nachkriegskinos.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders pr\u00e4gend war seine Rolle f\u00fcr die schwule Emanzipationsbewegung.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits in den fr\u00fchen 1970er Jahren sorgte er mit seinem Film \u201eNicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt\u201c f\u00fcr einen kulturellen und politischen Paukenschlag. Der Film wurde zu einem zentralen Impuls f\u00fcr die entstehende Schwulenbewegung in Deutschland und ermutigte viele Menschen, sich \u00f6ffentlich zu ihrer Identit\u00e4t zu bekennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rosa von Praunheim verstand Film als politisches Werkzeug \u2013 als M\u00f6glichkeit, Sichtbarkeit zu schaffen, Diskussionen anzusto\u00dfen und gesellschaftliche Ver\u00e4nderung zu begleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Ehren dieses gro\u00dfen, stets unangepassten K\u00fcnstlers zeigt der Berliner Filmrauschpalast nun eine Retrospektive mit ausgew\u00e4hlten Werken aus seinem umfangreichen Schaffen.<br>Der Fokus der Reihe liegt auf den besonders produktiven 1980er Jahren und beginnt mit einem New-York-Double-Feature, das zwei faszinierende Einblicke in die damalige Underground-Kulturszene der Metropole bietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Filmtipp 1<\/p>\n\n\n\n<p>Den Auftakt bildet der Film \u201eTally Brown, New York\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Werk zeichnet Rosa von Praunheim ein intimes Portr\u00e4t der legend\u00e4ren New Yorker Underground-K\u00fcnstlerin Tally Brown.<br>Die S\u00e4ngerin und Schauspielerin erz\u00e4hlt von ihrem bewegten Leben, von ihrer Mutter und von Begegnungen mit Pers\u00f6nlichkeiten wie Andy Warhol.<br>Zwischendurch interpretiert sie Songs von David Bowie, Mick Jagger und Kurt Weill \u2013 und verleiht dem Film damit eine ebenso pers\u00f6nliche wie musikalische Dimension.<br>Gleichzeitig entsteht ein atmosph\u00e4risches Zeitdokument des New York der sp\u00e4ten 1970er Jahre, das das K\u00fcnstler- und Boh\u00e8me-Milieu jener Zeit lebendig werden l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorf\u00fchrung:<br>Sonntag, 15.03., 17:30 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>Filmtipp 2<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss folgt \u201e\u00dcberleben in New York\u201c, der ebenfalls einen Blick auf das Leben und die k\u00fcnstlerische Szene der Stadt wirft.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Film f\u00fchrt tiefer hinein in den Alltag von Menschen, die in der pulsierenden Metropole versuchen, ihren Platz zu finden \u2013 zwischen Kunst, Existenzkampf und dem Traum von Freiheit.<br>Gedreht in der Originalfassung und auf 16-mm-Film, vermittelt er ein authentisches Bild jener Zeit und zeigt einmal mehr Rosa von Praunheims Gesp\u00fcr f\u00fcr au\u00dfergew\u00f6hnliche Pers\u00f6nlichkeiten und urbane Subkulturen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorf\u00fchrung:<br>Sonntag, 15.03., 19:30 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>Die Filme werden gezeigt im Filmrauschpalast, Lehrter Str. 35, Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen zum Programm gibt es auf der Webseite:<\/p>\n\n\n\n<p>filmrausch.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Der deutsche Film und die queere Kultur haben eine ihrer pr\u00e4gendsten Stimmen verloren: Mit dem Tod von Rosa von Praunheim ist ein K\u00fcnstler gegangen, der wie kaum ein anderer die Verbindung von Film, Provokation und <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=3233\" title=\"Filmtipps, Rosa von Praunheim\">[&#8230;]<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3234,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_coblocks_attr":"","_coblocks_dimensions":"","_coblocks_responsive_height":"","_coblocks_accordion_ie_support":"","footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-3233","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-film"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3233","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3233"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3233\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3235,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3233\/revisions\/3235"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3234"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3233"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3233"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}