{"id":3236,"date":"2026-03-11T10:04:00","date_gmt":"2026-03-11T09:04:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=3236"},"modified":"2026-03-10T23:09:50","modified_gmt":"2026-03-10T22:09:50","slug":"aktivisten-fordern-entschuldigung-von-koenig-charles-fuer-koloniale-anti-lgbt-gesetze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=3236","title":{"rendered":"Aktivisten fordern Entschuldigung von K\u00f6nig Charles f\u00fcr koloniale Anti-LGBT+-Gesetze"},"content":{"rendered":"\n<p>Aktivistinnen und Aktivisten aus Uganda, Bangladesch und weiteren Staaten des Commonwealth haben in London gegen die fortbestehende Kriminalisierung von Homosexualit\u00e4t in vielen Mitgliedsl\u00e4ndern protestiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Ziel: eine offizielle Entschuldigung von K\u00f6nig Charles f\u00fcr Gesetze aus der britischen Kolonialzeit, die bis heute das Leben von LGBT+-Menschen in zahlreichen L\u00e4ndern pr\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Demonstrierenden marschierten zum Buckingham Palace, um Seiner Majest\u00e4t K\u00f6nig Charles III. einen offenen Brief zu \u00fcberreichen. Darin fordern sie das Oberhaupt des Commonwealth auf, sich \u00f6ffentlich f\u00fcr die Gleichstellung von LGBT+-Personen einzusetzen und die historische Verantwortung der britischen Monarchie anzuerkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Koloniale Gesetze wirken bis heute nach<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Angaben der Aktivisten stehen gleichgeschlechtliche Beziehungen derzeit in 29 Staaten des Commonwealth unter Strafe. In den meisten F\u00e4llen beruhen diese Gesetze auf Strafrechtsnormen, die w\u00e4hrend der britischen Kolonialherrschaft eingef\u00fchrt wurden.<br>Viele ehemalige Kolonien \u00fcbernahmen die entsprechenden Regelungen nach ihrer Unabh\u00e4ngigkeit unver\u00e4ndert in ihre nationalen Strafgesetzb\u00fccher.<\/p>\n\n\n\n<p>LGBT+-Organisationen argumentieren, dass diese Gesetzgebung aus dem damaligen britischen Rechtssystem exportiert wurde und noch immer gravierende Folgen hat: von gesellschaftlicher Ausgrenzung \u00fcber staatliche Diskriminierung bis hin zu Gef\u00e4ngnisstrafen.<br>In dem an den K\u00f6nig gerichteten Schreiben appellieren die Aktivisten daher an die Prinzipien der Commonwealth-Charta, die sich zu Gleichheit, Menschenrechten und der W\u00fcrde aller Menschen bekennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Forderung nach historischer Anerkennung<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Tatchell, Direktor der Peter Tatchell Foundation, sieht in einer Entschuldigung des Monarchen ein wichtiges symbolisches Signal.<br>\u201eDie Kriminalisierung von LGBT+-Menschen in weiten Teilen des Commonwealth wurde w\u00e4hrend der britischen Kolonialherrschaft und im Namen damaliger Monarchen eingef\u00fchrt\u201c, erkl\u00e4rte Tatchell. \u201eDiese Gesetze wurden aus Westminster exportiert und in die Strafgesetzb\u00fccher Afrikas, Asiens, der Karibik und des Pazifiks aufgenommen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Entschuldigung von K\u00f6nig Charles w\u00fcrde nach seiner Ansicht weder die Souver\u00e4nit\u00e4t der heutigen Commonwealth-Staaten beeintr\u00e4chtigen noch politische Einmischung darstellen.<br>\u201eSie w\u00fcrde vielmehr die historische Wahrheit anerkennen und im Einklang mit den Menschenrechtsprinzipien der Commonwealth-Charta stehen\u201c, sagte Tatchell. \u201eEntkriminalisierung ist keine Einmischung des Westens \u2013 die Kriminalisierung war es.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aktivisten aus betroffenen L\u00e4ndern melden sich zu Wort<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Aktivisten aus L\u00e4ndern, in denen Homosexualit\u00e4t weiterhin strafbar ist, sehen in einer Anerkennung der kolonialen Vergangenheit eine wichtige Unterst\u00fctzung f\u00fcr ihre Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Abbey Kiwanuka, LGBT+-Aktivist aus Uganda von der Organisation Out and Proud African LGBTI, kritisierte die h\u00e4ufige politische Argumentation, solche Gesetze w\u00fcrden \u201eafrikanische Werte\u201c sch\u00fctzen.<br>\u201eDiese Gesetze wurden von britischen Kolonialbeh\u00f6rden eingef\u00fchrt. Sie sind keine traditionellen afrikanischen Werte, sondern ein Produkt der Kolonialzeit\u201c, erkl\u00e4rte Kiwanuka.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn das Staatsoberhaupt des Commonwealth diese historische Verantwortung anerkenne, k\u00f6nne das den Einsatz f\u00fcr Menschenrechte in den betroffenen L\u00e4ndern st\u00e4rken.<br>\u201eEine Entschuldigung w\u00fcrde LGBT-Menschen Hoffnung geben, die mit Inhaftierung, Gewalt und Diskriminierung konfrontiert sind\u201c, sagte Kiwanuka.<\/p>\n\n\n\n<p>Appell an den Commonwealth<\/p>\n\n\n\n<p>Die Peter Tatchell Foundation fordert den Commonwealth insgesamt auf, seine in der Charta festgeschriebenen Werte konsequent umzusetzen. Dazu geh\u00f6rten Gleichheit vor dem Gesetz, der Schutz der Menschenrechte und die W\u00fcrde aller Menschen \u2013 unabh\u00e4ngig von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentit\u00e4t.<br>Mit ihrem Brief an K\u00f6nig Charles wollen die Aktivisten die Debatte \u00fcber die kolonialen Urspr\u00fcnge vieler Anti-LGBT+-Gesetze neu ansto\u00dfen \u2013 und zugleich politischen Druck f\u00fcr Reformen in den betroffenen L\u00e4ndern erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive<br>News Redaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Aktivistinnen und Aktivisten aus Uganda, Bangladesch und weiteren Staaten des Commonwealth haben in London gegen die fortbestehende Kriminalisierung von Homosexualit\u00e4t in vielen Mitgliedsl\u00e4ndern protestiert. 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