{"id":3582,"date":"2026-07-01T15:22:59","date_gmt":"2026-07-01T13:22:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=3582"},"modified":"2026-07-01T15:24:28","modified_gmt":"2026-07-01T13:24:28","slug":"queerfeindlicher-angriff-ueberschattet-internationales-lgbtiq-chorfestival-in-bruessel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=3582","title":{"rendered":"+++ Queerfeindlicher Angriff \u00fcberschattet internationales LGBTIQ+-Chorfestival in Br\u00fcssel +++"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein mutma\u00dflich queerfeindlicher Angriff auf zwei Teilnehmer des internationalen LGBTIQ+-Chorfestivals \u201eVarious Voices\u201c hat in Br\u00fcssel f\u00fcr Entsetzen gesorgt. Die beiden britischen Chormitglieder wurden bei der Attacke verletzt und mussten anschlie\u00dfend medizinisch versorgt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Angriff auf offener Stra\u00dfe<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorfall ereignete sich am Donnerstagabend w\u00e4hrend des Festivals, das derzeit tausende S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger aus der internationalen LGBTIQ+-Community in der belgischen Hauptstadt versammelt. James und Simon, Mitglieder britischer LGBTIQ+-Ch\u00f6re, waren gemeinsam mit zwei weiteren Personen auf dem Weg von der Br\u00fcsseler Szene zur\u00fcck zu ihrem Hotel, als sie von einer Gruppe M\u00e4nner bel\u00e4stigt und schlie\u00dflich angegriffen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Angaben der Betroffenen gingen sie Hand in Hand, als zun\u00e4chst eine Fl\u00fcssigkeit auf die Gruppe gesch\u00fcttet wurde. Als Simon die M\u00e4nner darauf ansprach, eskalierte die Situation. James fotografierte die mutma\u00dflichen T\u00e4ter, woraufhin einer von ihnen unvermittelt auf ihn losging. Er wurde mehrfach gegen Kopf, Hals und Kiefer geschlagen und st\u00fcrzte zu Boden.<\/p>\n\n\n\n<p>Sieben Angreifer sollen beteiligt gewesen sein<\/p>\n\n\n\n<p>Wie James sp\u00e4ter schilderte, k\u00f6nne er sich aufgrund der erlittenen Gehirnersch\u00fctterung nur l\u00fcckenhaft an den Angriff erinnern. Zeugenaussagen zufolge sollen jedoch weitere M\u00e4nner hinzugekommen sein, sodass die Gruppe schlie\u00dflich von etwa sieben Personen umringt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Simon sowie die beiden anderen Begleiter versuchten einzugreifen und die Angreifer zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Dabei wurde auch Simon mehrfach ins Gesicht geschlagen. Erst durch das Einschreiten von Passantinnen und Passanten, die aus umliegenden Lokalen herbeieilten, konnten die T\u00e4ter in die Flucht geschlagen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verletzten wurden von Helfenden zur Polizei begleitet. Ein Rettungswagen brachte sie anschlie\u00dfend zur Untersuchung in ein Krankenhaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Schwere Verletzungen festgestellt<\/p>\n\n\n\n<p>Die medizinischen Untersuchungen best\u00e4tigten die Schwere der Attacke. Simon erlitt einen doppelten Nasenbeinbruch. James zog sich zahlreiche H\u00e4matome, eine leichte Gehirnersch\u00fctterung sowie Verletzungen im Mundbereich zu. Mehrere Z\u00e4hne wurden verschoben, konnten jedoch erhalten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Briten betonen, dass bei dem Angriff keine Wertgegenst\u00e4nde gestohlen wurden. F\u00fcr sie spricht daher vieles daf\u00fcr, dass ihre sichtbare queere Identit\u00e4t das eigentliche Motiv der T\u00e4ter war. Sie gehen davon aus, gezielt aufgrund ihrer Zugeh\u00f6rigkeit zur LGBTIQ+-Community angegriffen worden zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Zeichen gegen Einsch\u00fcchterung<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz seiner Verletzungen entschied sich Simon, bereits am n\u00e4chsten Abend wieder auf der B\u00fchne zu stehen. Gemeinsam mit seinem Chor \u201eBarberfellas\u201c er\u00f6ffnete er das Konzert \u201eRoyalties\u201c, an dem unter anderem auch der ukrainische LGBTIQ+-Chor \u201eQueer Essence\u201c beteiligt war.<\/p>\n\n\n\n<p>James bezeichnete den Auftritt als starkes Zeichen der Solidarit\u00e4t und des Zusammenhalts. Hass und Einsch\u00fcchterung d\u00fcrften nicht dar\u00fcber entscheiden, ob queere Menschen sichtbar sind oder ihre Gemeinschaft feiern.<\/p>\n\n\n\n<p>Festival der Vielfalt<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVarious Voices\u201c z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften LGBTIQ+-Chorfestivals Europas und findet alle vier Jahre in einer anderen Gastgeberstadt statt. In diesem Jahr reisen rund 4.000 S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger aus zahlreichen L\u00e4ndern nach Br\u00fcssel, um gemeinsam f\u00fcr Vielfalt, Sichtbarkeit und kulturellen Austausch einzutreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Betroffenen bedankten sich nach dem Vorfall bei den Festivalorganisatoren, den Einsatzkr\u00e4ften, dem medizinischen Personal sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern vor Ort. Zugleich appellierten sie an Politik und Gesellschaft, Hasskriminalit\u00e4t entschlossen zu bek\u00e4mpfen und Betroffene konsequent zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die weiterhin bestehende Gefahr queerfeindlicher Gewalt in Europa. W\u00e4hrend das Festival ein Zeichen f\u00fcr Offenheit und Vielfalt setzen soll, zeigt der Angriff, dass viele LGBTIQ+-Personen auch heute noch Anfeindungen und \u00dcbergriffen ausgesetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive<br>News Redaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Ein mutma\u00dflich queerfeindlicher Angriff auf zwei Teilnehmer des internationalen LGBTIQ+-Chorfestivals \u201eVarious Voices\u201c hat in Br\u00fcssel f\u00fcr Entsetzen gesorgt. Die beiden britischen Chormitglieder wurden bei der Attacke verletzt und mussten anschlie\u00dfend medizinisch versorgt werden. 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