{"id":3809,"date":"2026-07-15T10:00:00","date_gmt":"2026-07-15T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=3809"},"modified":"2026-07-14T18:49:06","modified_gmt":"2026-07-14T16:49:06","slug":"proteste-gegen-lgbtq-kunstzentrum-in-ehemaliger-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=3809","title":{"rendered":"+++ Proteste gegen LGBTQ+-Kunstzentrum in ehemaliger Kirche +++"},"content":{"rendered":"\n<p>Veranstaltungsbetrieb in Sydney ausgesetzt<\/p>\n\n\n\n<p>Ein neu er\u00f6ffnetes LGBTQ+-Kunstzentrum in Sydney hat seinen Veranstaltungsbetrieb vorerst eingestellt, nachdem Proteste christlicher Gruppen und rechtliche Schritte des Vermieters den Druck auf die Betreiber erheblich erh\u00f6ht haben. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht ein historisches Kirchengeb\u00e4ude, das seit Jahrzehnten nicht mehr als Gotteshaus genutzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Divine Playhouse er\u00f6ffnete vergangene Woche in einem rund 150 Jahre alten, denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4ude in der Kent Street. Die ehemalige Kirche St. Johannes der Evangelist, die 1868 errichtet und bereits 1932 profaniert wurde, diente in den vergangenen Jahrzehnten unter anderem als Schule sowie als Spielst\u00e4tte der Genesian Theatre Company. Im Rahmen eines zun\u00e4chst auf ein Jahr befristeten Mietvertrags sollte das Geb\u00e4ude nun als Kulturzentrum f\u00fcr Live-Performances, Musikveranstaltungen und Community-Events genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Urspr\u00fcnglich wollten die Betreiber den Veranstaltungsort unter dem Namen \u201eUnholy Playhouse\u201c er\u00f6ffnen. Nach Kritik aus christlichen Kreisen entschieden sie sich jedoch noch vor der Er\u00f6ffnung f\u00fcr den heute verwendeten Namen \u201eDivine Playhouse\u201c. Das Projekt erhielt zudem eine F\u00f6rderung in H\u00f6he von 100.000 australischen Dollar von der Kunstf\u00f6rderungsagentur Create NSW, um ein multidisziplin\u00e4res Kulturprogramm zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Proteste und Forderungen nach F\u00f6rderstopp<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits am Er\u00f6ffnungsabend versammelten sich nach Medienberichten rund 70 Demonstrierende vor dem Geb\u00e4ude. Christliche Gruppen wie Fit for the Kingdom und Prodigal Sons kritisierten die Nutzung der ehemaligen Kirche als Veranstaltungsort und forderten die Regierung des Bundesstaates New South Wales auf, die \u00f6ffentliche F\u00f6rderung des Projekts einzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Tag nach der Er\u00f6ffnung erhielten die Betreiber von Heaps Gay Events (HG Events) \u00fcber Vertreter des Vermieters eine Abmahnung. Darin wird ihnen vorgeworfen, religi\u00f6se Gef\u00fchle zahlreicher australischer Christen verletzt zu haben. Nach Angaben der Organisatoren wurde zudem auf m\u00f6gliche weitere Proteste verwiesen, die ein Sicherheitsrisiko darstellen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Schreiben wird gefordert, den als \u201eanst\u00f6\u00dfig\u201c bezeichneten Veranstaltungsbetrieb einzustellen. Andernfalls drohe die K\u00fcndigung des Mietvertrags.<\/p>\n\n\n\n<p>Veranstaltungen abgesagt<\/p>\n\n\n\n<p>Als Reaktion auf die Entwicklungen sagte das Divine Playhouse s\u00e4mtliche geplanten Wochenendveranstaltungen ab. Dar\u00fcber hinaus wurden die Instagram-Konten des Veranstaltungsortes sowie von Heaps Gay nach Beschwerden vor\u00fcbergehend deaktiviert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnderin von Heaps Gay, Kat Dopper, hatte zur Er\u00f6ffnung erkl\u00e4rt, das Ziel des Projekts sei es gewesen, einen bezahlbaren und niedrigschwelligen Kulturraum f\u00fcr die unabh\u00e4ngige Kunst- und Kulturszene Sydneys zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch kann es kaum erwarten zu sehen, was die unabh\u00e4ngige Kunst- und Kulturszene Sydneys mit dem Raum anfangen wird\u201c, sagte Dopper bei der Er\u00f6ffnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Debatte \u00fcber Kunstfreiheit und Religionssensibilit\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fall hat in Australien eine Debatte \u00fcber das Spannungsfeld zwischen Kunstfreiheit, LGBTQ+-Sichtbarkeit und dem Umgang mit ehemaligen religi\u00f6sen Geb\u00e4uden ausgel\u00f6st. W\u00e4hrend die Betreiber darauf verweisen, dass das Geb\u00e4ude bereits seit mehr als 90 Jahren nicht mehr als Kirche genutzt wird, sehen die protestierenden Gruppen in der kulturellen Nutzung des ehemaligen Gotteshauses weiterhin eine Verletzung religi\u00f6ser Werte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie es mit dem Divine Playhouse weitergeht, ist derzeit offen. Die Zukunft des Projekts h\u00e4ngt unter anderem von den Gespr\u00e4chen mit dem Vermieter und der weiteren Entwicklung der Sicherheitslage ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive<br>News Redaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Veranstaltungsbetrieb in Sydney ausgesetzt Ein neu er\u00f6ffnetes LGBTQ+-Kunstzentrum in Sydney hat seinen Veranstaltungsbetrieb vorerst eingestellt, nachdem Proteste christlicher Gruppen und rechtliche Schritte des Vermieters den Druck auf die Betreiber erheblich erh\u00f6ht haben. 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