{"id":4250,"date":"2026-09-02T19:00:00","date_gmt":"2026-09-02T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4250"},"modified":"2026-09-02T16:10:29","modified_gmt":"2026-09-02T14:10:29","slug":"4250","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4250","title":{"rendered":"\ud83d\udfe5\ud83d\udfe7\ud83d\udfe8 Philipp und Tom \u2013 eine Berliner Liebesgeschichte \ud83d\udfe9\ud83d\udfe6\ud83d\udfea Die erste Nacht in der Busche. Teil 1"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine ers Nacht in der Busche<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond sa\u00df im B\u00fcro von Radio QueerLive und war au\u00dferordentlich besch\u00e4ftigt. Zumindest h\u00e4tte sie das so bezeichnet.<br>Auf ihrem Bildschirm befand sich weder ein Sendeplan noch eine Musikliste und schon gar keine Recherche f\u00fcr die n\u00e4chste Sendung. Stattdessen studierte sie mit h\u00f6chster Konzentration die neue Herbstmode. Gr\u00f6\u00dfe 38. Ob das nun ihre aktuelle Kleidergr\u00f6\u00dfe war oder eher eine liebevolle Erinnerung an vergangene Jahrzehnte, sollte an dieser Stelle nicht weiter untersucht werden.<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" class=\"gb-media-a8c642e2\" alt=\"\" title=\"FB_IMG_1788355315026\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355315026.avif\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355315026.avif 1536w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355315026-300x200.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355315026-1024x683.avif 1024w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355315026-768x512.avif 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich flog die B\u00fcrot\u00fcr auf. Tom st\u00fcrmte herein. \u201eRette sich wer kann, Philipp kommt!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond hob langsam den Kopf. \u201eWas ist denn jetzt schon wieder?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Tom war bereits einen Schritt zur Seite gegangen. Und da kam Philipp. Ein Bild des Elends. Die Augen rot, das Gesicht verheult und aus seinem Mund kamen Ger\u00e4usche, bei denen selbst Frau Bond kurz \u00fcberlegte, ob irgendwo ein Tier verletzt worden war.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas hat DER denn?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom hob abwehrend beide H\u00e4nde. \u201eFrag bitte nicht. Er heult schon den ganzen Sonntag.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das war offenbar das falsche Stichwort. Philipp heulte noch lauter. Frau Bond klappte ihren Laptop zu, stand auf und bewegte sich langsam Richtung T\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eStopp!\u201c, schrie Philipp. Frau Bond blieb stehen. \u201eWillst du nicht wissen, was ich habe?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom sch\u00fcttelte energisch den Kopf. \u201eNein! Will sie nicht! Ich \u00fcbrigens auch nicht mehr.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp schniefte. Frau Bond seufzte. \u201eAlso gut. Was hast du?\u201c<br>\u201eMein Lieblingsclub hat geschlossen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWelcher Lieblingsclub?\u201c<br>Philipp sah sie fassungslos an. \u201eDie Busche!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond blinzelte. \u201eWie oft warst du da?\u201c<br>Kurze Pause. \u201eViermal.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond starrte ihn an. \u201eVIERMAL?\u201c<br>\u201eNa und? Es w\u00e4ren bestimmt noch mehr geworden!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond begann erneut, sich ganz langsam r\u00fcckw\u00e4rts Richtung T\u00fcr zu bewegen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eStopp!\u201c, rief Philipp.<br>\u201eSTOOOOOPP!\u201c, erg\u00e4nzte Tom.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond drehte sich um. \u201eWas habe ICH mit der Schlie\u00dfung der Busche zu tun? Au\u00dferdem habe ich keine Zeit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp schaute sie pl\u00f6tzlich streng an. \u201eIch will es wieder.\u201c<br>Frau Bond runzelte die Stirn. \u201eWas willst du?\u201c<br>\u201eDu wei\u00dft genau, was ich will. Du kannst es.\u201c<br>\u201eIch wei\u00df \u00fcberhaupt nicht, wovon du redest.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom rief quer durch das B\u00fcro: \u201eEr will in die Vergangenheit reisen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond legte das Gesicht in beide H\u00e4nde. \u201eOh mein Gott. Eine Reise in die pr\u00e4historische Zeit von Ost-Berlin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp wurde bockig. \u201eIch will! Ich will! Ich will!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tom sah die beiden an. \u201eOkay. Ich will nicht. F\u00fcr eine Zeitreise bin ich heute nicht zu haben.\u201c Er ging zur T\u00fcr. \u201eViel Spa\u00df mit dem Pal\u00e4ozoikum.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>T\u00fcr zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond setzte sich wieder an ihren Schreibtisch. Philipp stand noch immer vor ihr. Dieser Blick!<br>\u201eKomm her.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp ging zu ihr.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBeug dich runter.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarum?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMach einfach.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp beugte sich vor.<\/p>\n\n\n\n<p>KLATSCH!<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond schlug ihm mit der flachen Hand gegen die Stirn. Und pl\u00f6tzlich begann sich alles zu drehen. Licht. Farben. Ger\u00e4usche. Dann Stille.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Philipp wieder klar sehen konnte, stand er mitten in Berlin. Neben ihm Frau Bond. Vor ihnen der Friedrichstadt-Palast.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Philipp \u00f6ffnete den Mund. Eine Stra\u00dfenbahn rumpelte \u00fcber die Friedrichstra\u00dfe und legte sich quietschend in die Kurve Richtung Kupfergraben.<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" class=\"gb-media-95f1edf2\" alt=\"\" title=\"FB_IMG_1788355317664\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355317664.avif\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355317664.avif 1536w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355317664-300x200.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355317664-1024x683.avif 1024w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355317664-768x512.avif 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/>\n\n\n\n<p>\u201eNa?\u201c, fragte Frau Bond.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp nickte langsam.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGef\u00e4llt es dir?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er schaute sich um. \u201eWelches Jahr haben wir?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond verdrehte die Augen. \u201eBin ich ein Infopunkt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp entdeckte eine Litfa\u00dfs\u00e4ule und rannte hin\u00fcber. Er studierte die Plakate. Dann drehte er sich um.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFEBRUAR 1990!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>DDR noch vorhanden. Die Bundesrepublik noch auf der anderen Seite. Und Berlin mitten in einer Zeit, in der sich gerade alles ver\u00e4nderte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWow.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond deutete nach rechts. \u201eKomm.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie liefen die Friedrichstra\u00dfe entlang, vorbei an der Oranienburger Stra\u00dfe bis zur damaligen Wilhelm-Pieck-Stra\u00dfe. Dort bog Frau Bond ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp blieb vor einem Geb\u00e4ude stehen. \u201eWas ist das?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin Club der Volkssolidarit\u00e4t.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp sah sie entsetzt an. \u201eEin Rentnerclub? Frau Bond, ich wollte in die Busche!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond grinste und zeigte auf das linke Schaufenster. \u201eDas hier ist sonntags der Gaytreff Courage. Hier treffen sich viele und fahren sp\u00e4ter gemeinsam in die Busche.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dann wurde ihr Grinsen noch breiter. \u201eAu\u00dferdem ist heute ein besonderer Tag.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarum?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAndreas wird heute zum ersten Mal in die Busche gehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipps Augen wurden riesig. \u201eWAS?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt gab es kein Halten mehr. Philipp st\u00fcrmte durch die T\u00fcr. Frau Bond hinterher.<\/p>\n\n\n\n<p>Drinnen drehten sich ungef\u00e4hr vierzig K\u00f6pfe gleichzeitig zu ihnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp blieb stehen. \u201eFrau Bond?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSehen wir aus wie Au\u00dferirdische?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein. Es sind unsere Klamotten. Wir sehen praktisch aus wie frisch aus dem Westen eingeflogen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da stand eine Frau auf. Kurze blonde Haare, ausgesprochen burschikos, kr\u00e4ftige Arme.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHi. Ich bin Silvia. Kommt an meinen Tisch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond setzte sich neben sie und konnte ihre Neugier nat\u00fcrlich nicht f\u00fcr sich behalten. \u201eWas machst du eigentlich beruflich?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia spannte ihre Oberarme an. \u201eFass mal an.\u201c<br>Frau Bond tastete vorsichtig. Ihre Augen wurden gro\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia lachte. \u201eZwanzig Jahre Leistungssport in einer Frauenmannschaft m\u00fcssen ja zu irgendwas gut sein. Kugelsto\u00dfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dann zeigte sie auf Philipp. \u201eIst der Junge dein Sohn?\u201c<br>Philipp hatte jedes Wort geh\u00f6rt. \u201eZUM GL\u00dcCK NICHT! Sie ist eine Hexe! Nein \u2013 eine Oberhexe!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia br\u00fcllte vor Lachen. Nur Frau Bond fand es erstaunlicherweise weniger lustig.<\/p>\n\n\n\n<p>Da \u00f6ffnete sich erneut die T\u00fcr. Ein sehr junger Mann kam herein. Blonde Locken. Jeans. Shirt. Schlabberlook.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp schenkte ihm zun\u00e4chst keine besondere Beachtung. Frau Bond tippte ihm gegen den Arm.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAndreas.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp schaute sie an. Dann zu dem jungen Mann. Dann wieder zu Frau Bond.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDAS ist Andreas?!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAndreas!\u201c, rief Silvia.<\/p>\n\n\n\n<p>Er kam zu ihr, beide umarmten sich, K\u00fcsschen links, K\u00fcsschen rechts. Dann betrachtete Andreas die beiden Fremden.<br>\u201eWer ist das?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia grinste. \u201eFrau Bond und Philipp. Aus dem Westen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas musterte Philipp von oben bis unten. Dann sagte er knochentrocken: \u201eNa? Willst du ein paar Ossis abschleppen, weil du in West-Berlin schon alle hattest?\u201c<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" class=\"gb-media-55ae302a\" alt=\"\" title=\"FB_IMG_1788355320306\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355320306.avif\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355320306.avif 1536w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355320306-300x200.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355320306-1024x683.avif 1024w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355320306-768x512.avif 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/>\n\n\n\n<p>Frau Bond schaute verzweifelt zur Decke. \u201eDa baut sich gerade eine wunderbare Freundschaft auf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia lachte. \u201eStopp, ihr beiden Tucken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dann sah sie Philipp an. \u201eIch entschuldige mich f\u00fcr Andreas. Du musst wissen: W\u00fcrde der in Amerika leben, w\u00fcrde sein Name in den Zeitungen immer direkt vor den Naturkatastrophen stehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt br\u00fcllte Frau Bond los. \u201eNa wunderbar! Darf ich vorstellen: Philipp. Bei uns im Sender ist er der Taifun.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas setzte sich. \u201eIhr seid beim Radio? Seid ihr vom RIAS?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp prustete los. Unter dem Tisch trat Frau Bond ihm gegen den Fu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAU!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein\u201c, sagte Philipp. \u201eUnser Sender ist schlimmer.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia kratzte sich am Kopf. \u201eSchlimmer als der RIAS?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond wurde energisch. \u201eWir reden hier nicht \u00fcber Jobs. Wir wollen Berlin kennenlernen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas zuckte mit den Schultern. \u201eHeute ist Sonntag. Da ist in Ost-Berlin nicht so viel los. Silvia und ich gehen manchmal ins Caf\u00e9 Nord in der Sch\u00f6nhauser Allee.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia grinste. \u201eJaja. Er traut sich nur nicht in die Busche nach Wei\u00dfensee.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBUSCHE!\u201c, rief Philipp.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond nickte. \u201eGenau da wollen wir hin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia schaute auf ihre Uhr. \u201eDann m\u00fcssen wir langsam los. Es ist kurz vor halb sieben.\u201c<br>Philipp verstand die Welt nicht mehr. \u201eWarum denn so fr\u00fch?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Busche macht um 19 Uhr auf. Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag.\u201c<br>Philipp lachte. \u201e19 Uhr? Da fange ich normalerweise gerade an, meine Haare zu stylen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas sah auf Philipps Kopf. \u201eDas nennst du Haare? Was ist denn das f\u00fcr eine Pampe in deinen Fusseln?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp holte Luft.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond griff seinen Arm. \u201eNicht! Wir brauchen ihn noch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eine halbe Stunde sp\u00e4ter stiegen sie aus der Stra\u00dfenbahn. Vor ihnen lag Wei\u00dfensee. Und dann sah Philipp sie. Die Busche an ihrem ersten Ort.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Eingang standen ungef\u00e4hr drei\u00dfig Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia breitete die Arme aus. \u201eHerzlich willkommen am Mehrzweckgeb\u00e4ude Buschallee!\u201c<br>Philipp blieb stehen. \u201eMehrzweckgeb\u00e4ude?!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTags\u00fcber essen hier Sch\u00fcler aus der Schule. Nachmittags kommen die Rentner aus dem Seniorenheim nebenan. Und abends kommen wir.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond grinste. \u201eDas nenne ich effizient.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schlange bewegte sich langsam. Irgendwann standen sie direkt vor der Eingangst\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einlasser sah Silvia. \u201eHi Silvia. Komm rein. Aber heute kein Armdr\u00fccken mit dem Kellner!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia lachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann musterte er Frau Bond und Philipp. \u201eUnd wer sind die? Die sehen aus, als w\u00e4ren sie aus dem Westen.\u201c<br>Silvia grinste. \u201eWir vermuten, die sind vom RIAS.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVom RADIO? Nicht, dass die nachher \u00fcber uns berichten. Das m\u00f6chte unsere Stasi bestimmt nicht.\u201c<br>Frau Bond winkte ab. \u201eWir haben andere Themen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dann zeigte der Mann auf Andreas. \u201eUnd wer ist das? Mit dem Schlabberlook lassen wir den aber nicht rein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp lachte. \u201eDas ist Andreas. Unser Sprecher am Nachmittag.\u201c<br>Dann sah er dem Einlasser tief in die Augen. \u201eUnd er ist auch vom RIAS.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLos! Rein mit euch!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zehn Minuten sp\u00e4ter standen sie mitten in der Busche. Oder besser gesagt: mitten im Mehrzweckgeb\u00e4ude Buschallee.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond zeigte zum DJ. \u201eWer ist das?\u201c<br>Silvia strahlte. \u201eWow. Gl\u00fcck gehabt. Heute legt Wolfgang auf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp betrachtete den DJ-Platz. \u201eAber womit legt der auf?\u201c<br>Frau Bond grinste. \u201eKassetten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKASSETTEN?!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas starrte Philipp an. \u201eWo kommst du eigentlich her? Du kennst keine Kassetten?\u201c<br>Dann grinste er. \u201eUnd danke \u00fcbrigens f\u00fcr meinen Arbeitsvertrag beim RIAS.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGerne\u201c, antwortete Philipp. \u201eAber jetzt trinken wir erstmal was.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>An der Bar lehnte sich Frau Bond \u00fcber den Tresen. \u201eVier Caribbean Burner.\u201c Der Barkeeper lachte laut. \u201eVon wo seid ihr denn?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eSo etwas haben wir hier nicht. Die meisten trinken Club-Cola mit irgendwas drin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond versuchte es erneut. \u201eDann vier Longdrinks. Club-Cola mit Kirsch, Wodka, Aprikose und Cura\u00e7ao.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Barkeeper stellte die Getr\u00e4nke hin. \u201eElf Mark.\u201c<br>Frau Bond legte drei\u00dfig Mark auf den Tresen. \u201eDas Gleiche noch einmal. Der Rest ist Trinkgeld.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp erstarrte. \u201eSeit wann gibst DU Trinkgeld?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond h\u00f6rte pl\u00f6tzlich ausgesprochen schlecht.<br>Sie verteilte die Gl\u00e4ser. \u201eJeder probiert ein Viertel. Dann geben wir nach rechts weiter. Wir testen, welcher am besten schmeckt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee gefiel. Bei jedem Glaswechsel wurde angesto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" class=\"gb-media-cdcc66df\" alt=\"\" title=\"FB_IMG_1788355323261\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355323261.avif\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355323261.avif 1536w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355323261-300x200.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355323261-1024x683.avif 1024w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/FB_IMG_1788355323261-768x512.avif 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/>\n\n\n\n<p>Als die erste Runde leer war, griff Frau Bond sofort nach einem der neuen Gl\u00e4ser. Club-Cola Cura\u00e7ao.<br>\u201eMEINS!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die anderen schnappten sich den Rest und gingen Richtung Tanzfl\u00e4che.<br>Um 19.30 Uhr war die Tanzfl\u00e4che brechend voll. Depeche Mode. Fast \u00fcberall Schwarz. Schwarz-Wei\u00df. Dunkle Haare. Dunkle Klamotten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann wechselte die Musik.<br>Adeva.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auf Kommando verschwanden die Depeche-Mode-Fans. Daf\u00fcr eroberten pl\u00f6tzlich durchgestylte Typen die Tanzfl\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p>Und mitten unter ihnen: Frau Bond.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp starrte sie an. \u201eWer hat DIE denn ausgetauscht?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond fegte \u00fcber die Tanzfl\u00e4che, als h\u00e4tte sie ihr ganzes Leben nichts anderes gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann: Madonna. \u201eTrue Blue\u201c.<br>Jetzt krachte die Tanzfl\u00e4che endg\u00fcltig aus allen N\u00e4hten. Philipp und Silvia st\u00fcrmten los. Nur Andreas stand am Rand.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp winkte. Andreas sch\u00fcttelte den Kopf. Silvia grinste. \u201eMit dem muss man anders umgehen.\u201c<br>Sie ging zu Andreas. Und bevor er wusste, was geschah, hob ihn die ehemalige Kugelsto\u00dferin einfach hoch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSILVIA!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAb auf die Tanzfl\u00e4che!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLASS MICH RUNTER!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas zeterte wie ein Rohrspatz. Aber gegen zwanzig Jahre DDR-Leistungssport hatte er keine Chance.<br>Und pl\u00f6tzlich tanzten alle vier.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann stand Philipp mitten auf der Tanzfl\u00e4che, v\u00f6llig verschwitzt und \u00fcbergl\u00fccklich. \u201eWas f\u00fcr eine Party! So habe ich mir das niemals vorgestellt.\u201c<br>Er hob sein Glas. \u201eFeiern k\u00f6nnt ihr!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wer trinkt und tanzt, muss irgendwann auch andere R\u00e4umlichkeiten kennenlernen.<br>Andreas war zum ersten Mal hier. \u201eSilvia, wo ist die Toilette?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIm Vorraum. Aber nicht rauchen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch rauche doch gar nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er verschwand.<br>Erst jetzt fiel Frau Bond und Philipp auf, was um sie herum geschah. Die Leute rauchten. Auf der Tanzfl\u00e4che. An der Bar. An den Tischen. \u00dcberall.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eWann durfte man eigentlich zuletzt in unserer Zeit in einem Club rauchen?\u201c<br>Frau Bond zuckte mit den Schultern.<\/p>\n\n\n\n<p>Da kam Andreas zur\u00fcck. Sein Gesicht sprach B\u00e4nde. \u201eJetzt habe ich deinen Zigarettentipp verstanden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia grinste. \u201eNa?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAlter! Wenn ich mit einer gl\u00fchenden Zigarette auf diese Toilette gegangen w\u00e4re, w\u00e4re der ganze Schuppen explodiert!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Silvia lachte. \u201eSo schlimm?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie haben da eine Pinkelrinne wie auf einem Bahnhofsklo. Und genauso riecht es!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond hob beide H\u00e4nde. \u201eBITTE keine weiteren Details! Ich bekomme Bilder im Kopf.\u201c<br>Kurze Pause.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWo wir gerade bei Fl\u00fcssigkeiten sind: Die dritte Runde geht auf mich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dagegen hatte niemand etwas.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wenig sp\u00e4ter ver\u00e4nderte sich Frau Bonds Gesicht. Sie sah Andreas an.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMitkommen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas zeigte auf sich. \u201eIch?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er schaute hilfesuchend zu Philipp.<br>Philipp nickte nur. \u201eWenn sie diesen Ton hat, geht man einfach mit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In einer ruhigeren Ecke blieb Frau Bond stehen. Pl\u00f6tzlich war der Spa\u00df aus ihrem Gesicht verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAndreas, ich wei\u00df, dass du vor zwei Monaten gemeinsam mit anderen das Jugendnetzwerk Lambda gegr\u00fcndet hast.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas erstarrte. \u201eWoher wei\u00dft du das?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin beim Radio. Schon vergessen? Und wir sind schlimmer als der RIAS.\u201c<br>Sie l\u00e4chelte kurz. Dann wurde sie wieder ernst.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIhr \u00fcberlegt gerade, wie ihr all die Leute zusammenbringen k\u00f6nnt, die euch schreiben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas nickte langsam. \u201eJa.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond \u00f6ffnete ihre Handtasche.<br>\u201eDann h\u00f6r mir jetzt gut zu.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie zog ein B\u00fcndel Geld heraus.<br>\u201eIm Juli 1990 organisiert ihr ein Sommercamp. Am Knappensee bei Hoyerswerda. Ihr mietet die Wiese direkt am See.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie dr\u00fcckte ihm das Geld in die Hand. \u201eZweitausend Mark.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas starrte auf die Scheine. Dann auf Frau Bond.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd vom Rest kaufst du dir eine neue Zeltausr\u00fcstung.\u201c<br>Sie machte eine kleine Pause.<br>\u201eUnd das wei\u00dfe Rennrad, das bei Hertie steht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas&#8216; Kinnlade fiel herunter.<\/p>\n\n\n\n<p>Er wollte etwas sagen. Danke vielleicht. Oder endlich die Frage stellen, die ihn schon den ganzen Abend besch\u00e4ftigte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer seid ihr eigentlich?<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Frau Bond hatte sich bereits umgedreht. Sie ging zur\u00fcck zur Bar.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort sah sie Philipp an. \u201eWir m\u00fcssen gehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNEIN!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich. Damit hatte Frau Bond gerechnet.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDoch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie nahm Silvia in den Arm. Dann Andreas. Bei ihm blieb sie einen Moment l\u00e4nger. Sie fl\u00fcsterte ihm noch etwas ins Ohr.<\/p>\n\n\n\n<p>Was sie sagte, konnte Philipp nicht verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Philipp verabschiedete sich. Von Silvia. Von Andreas. Von Wolfgangs Kassetten. Von Club-Cola mit Cura\u00e7ao. Von der \u00fcberf\u00fcllten Tanzfl\u00e4che. Von diesem seltsamen Mehrzweckgeb\u00e4ude in Wei\u00dfensee, das tags\u00fcber Sch\u00fclern und Rentnern geh\u00f6rte und abends zu einem Ort wurde, an dem Menschen f\u00fcr ein paar Stunden einfach sie selbst sein konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond und Philipp gingen hinter das Geb\u00e4ude. Noch einmal h\u00f6rten sie dumpf die Musik durch die W\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp blieb stehen. Er sah zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFrau Bond?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch glaube, jetzt verstehe ich es.\u201c<br>Sie sagte nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich begann sich die Welt zu drehen. Die Busche verschwand. Die Musik wurde leiser. Die Lichter verschwammen.<\/p>\n\n\n\n<p>1990 raste davon.<\/p>\n\n\n\n<p>Jahre. Jahrzehnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis alles mit einem Ruck stehen blieb.<br>Radio QueerLive. 2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp \u00f6ffnete die Augen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das B\u00fcro. Der Schreibtisch. Der Laptop. Und darauf noch immer die Herbstmode in Gr\u00f6\u00dfe 38.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond setzte sich auf ihren Stuhl. \u201eSo. Wo waren wir?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp sagte nichts. Er ging zu ihr. Und nahm sie einfach in den Arm.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond erstarrte. Mit Gef\u00fchlen dieser Art konnte sie bekanntlich nur sehr eingeschr\u00e4nkt umgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp fl\u00fcsterte: \u201eDanke.\u201c<br>Frau Bond schluckte. Dann schob sie ihn von sich.<br>\u201eJa, ja. Reicht jetzt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp l\u00e4chelte.<\/p>\n\n\n\n<p>An diesem Abend hatte er verstanden, dass die Busche mehr gewesen war als ein Club. Sie war ein St\u00fcck Berliner Geschichte. Ein Ort, an dem Freundschaften entstanden, Menschen sich kennenlernten, stritten, lachten, tanzten und manchmal vielleicht zum ersten Mal merkten, dass sie nicht allein waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und irgendwo zwischen Depeche Mode, Madonna, Club-Cola, Zigarettenqualm und einer legend\u00e4ren Pinkelrinne hatte 1990 ein junger Andreas seine erste Nacht in der Busche erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch konnte keiner von ihnen wissen, wie viele Geschichten dort in den kommenden Jahrzehnten entstehen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp sah Frau Bond an.<br>\u201eK\u00f6nnen wir eigentlich noch mal hin? Vielleicht 1995?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Bond blickte langsam vom Bildschirm auf.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ePhilipp.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eRAUS!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Flur h\u00f6rte man Tom: \u201eLass uns gehen Philipp, ich hab&#8217;s dir doch gesagt!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Weg zu Tom Hirte man ihn sagen, &#8222;Tom wir brauchen unbedingt Clubcola&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Tom verstand zwar in diesem Moment die Welt nicht aber nein sagen wollte er auch nicht.<br>Und w\u00e4hrend die beiden den Sender verlie\u00dfen, sah man dich irgendwie so etwas wie ein L\u00e4cheln bei Frau Bond.<\/p>\n\n\n\n<p>In K\u00fcrze geht&#8217;s weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive<\/p>\n\n\n\n<p>P.S. Solltet ihr eine Silvia kennen die in der DDR Leistungssportlerin war , zeigt ihr diese Geschichte. Sie darf sich gerne bei uns melden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Eine ers Nacht in der Busche Frau Bond sa\u00df im B\u00fcro von Radio QueerLive und war au\u00dferordentlich besch\u00e4ftigt. Zumindest h\u00e4tte sie das so bezeichnet.Auf ihrem Bildschirm befand sich weder ein Sendeplan noch eine Musikliste und <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4250\" title=\"\ud83d\udfe5\ud83d\udfe7\ud83d\udfe8 Philipp und Tom \u2013 eine Berliner Liebesgeschichte \ud83d\udfe9\ud83d\udfe6\ud83d\udfea Die erste Nacht in der Busche. 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