{"id":4304,"date":"2026-09-07T09:06:37","date_gmt":"2026-09-07T07:06:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4304"},"modified":"2026-09-07T09:06:38","modified_gmt":"2026-09-07T07:06:38","slug":"nach-dem-wahlbeben-welche-zukunft-haben-queere-menschen-in-sachsen-anhalt-das-interview-mit-falko-jentsch-vom-csd-sachsen-anhalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4304","title":{"rendered":"+++ Nach dem Wahlbeben: Welche Zukunft haben queere Menschen in Sachsen-Anhalt? +++ Das Interview mit Falko Jentsch vom CSD Sachsen Anhalt"},"content":{"rendered":"\n<p>\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 Radio QueerLive sprach mit Falko Jentsch von CSD Sachsen Anhalt \ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wahlsonntag hat Sachsen-Anhalt politisch ver\u00e4ndert \u2013 und f\u00fcr viele queere Menschen stellt sich am Morgen danach die Frage, was dieses Ergebnis f\u00fcr ihr Leben, ihre Sicherheit und ihre Zukunft im Land bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das vorl\u00e4ufige Ergebnis ist eindeutig: Die AfD erreicht 43,8 Prozent und erh\u00e4lt 39 der 83 Sitze im neuen Landtag. Zur absoluten Mehrheit fehlen ihr lediglich drei Mandate. Die CDU kommt auf 17,2 Prozent, die SPD auf 9,3 Prozent, die Gr\u00fcnen auf 8,9 Prozent und die Linke auf 8,6 Prozent. Besonders wichtig f\u00fcr die k\u00fcnftigen Mehrheitsverh\u00e4ltnisse: Das BSW schafft mit 5,3 Prozent den Einzug und erh\u00e4lt f\u00fcnf Mandate.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit beginnt in Magdeburg nicht nur die Suche nach politischen Mehrheiten. F\u00fcr die queere Community beginnt eine Zeit gro\u00dfer Unsicherheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn queeres Leben in Sachsen-Anhalt findet nicht nur in Magdeburg und Halle statt. Es findet in Stendal, K\u00f6then, Wernigerode, Dessau-Ro\u00dflau, Sch\u00f6nebeck, Merseburg und in vielen kleinen St\u00e4dten und D\u00f6rfern statt. Gerade dort braucht es Menschen, Vereine und CSDs, die sichtbar machen: Auch hier gibt es queeres Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon vor dieser Wahl waren viele dieser Strukturen auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Beratungsstellen, Begegnungsangebote und CSDs arbeiten teilweise unter schwierigen Bedingungen. Hinzu kommen Anfeindungen, zerst\u00f6rte oder gestohlene Regenbogenflaggen und die Sorge vor zunehmender Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Wahlergebnis von 43,8 Prozent ver\u00e4ndert deshalb nicht automatisch \u00fcber Nacht Gesetze oder F\u00f6rderprogramme. Es kann aber das gesellschaftliche Klima ver\u00e4ndern. Und die entscheidende politische Frage wird sein, welche Mehrheiten im neuen Landtag entstehen und welche Konsequenzen daraus f\u00fcr queere Projekte, Beratungsangebote und die demokratische Zivilgesellschaft folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie f\u00fchlt sich ein solcher Morgen f\u00fcr diejenigen an, die seit Jahren genau diese Strukturen aufbauen und verteidigen?<\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive hat dar\u00fcber mit Falko Jentsch vom Christopher-Street-Day Sachsen-Anhalt e.V. gesprochen.<br>Wir wollten von ihm nicht nur wissen, wie er dieses Wahlergebnis politisch bewertet. Wir wollten wissen, was es mit den Menschen macht.<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 Das Interview \ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 1. Die AfD hat bei der Landtagswahl 43,8 Prozent erreicht und verf\u00fcgt k\u00fcnftig \u00fcber 39 von 83 Sitzen. Was war dein erster Gedanke, als du dieses Ergebnis gesehen hast?<\/p>\n\n\n\n<p>Fassungslosigkeit. Obwohl wir seit Monaten wussten, dass ein sehr starkes Ergebnis der AfD m\u00f6glich ist, ist es etwas v\u00f6llig anderes, am Ende diese Zahl tats\u00e4chlich vor sich zu sehen. 43,8 Prozent. Fast jede zweite abgegebene Stimme.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein erster Gedanke war tats\u00e4chlich: Wie kann so viel Hass, Ausgrenzung und Ablehnung gegen\u00fcber anderen Menschen in dem Land Zustimmung finden, in dem wir leben und das unsere Heimat ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Und nat\u00fcrlich denkt man in diesem Moment sofort an all die Menschen, mit denen wir tagt\u00e4glich arbeiten. An queere Jugendliche in kleinen Orten, an Menschen, die sich gerade erst geoutet haben, an Ehrenamtliche, die unter teilweise schwierigen Bedingungen CSDs organisieren. F\u00fcr sie ver\u00e4ndert so ein Wahlabend etwas. Das kann und darf man nicht kleinreden.<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 2. Macht dir dieses Wahlergebnis pers\u00f6nlich Angst \u2013 und wenn ja, wovor hast du mit Blick auf die kommenden Jahre am meisten Sorge?<\/p>\n\n\n\n<p>Ja. Nat\u00fcrlich macht mir dieses Ergebnis Angst.<\/p>\n\n\n\n<p>Und diese Angst entsteht nicht erst seit gestern. Wir erleben seit Jahren, wie sich das gesellschaftliche Klima ver\u00e4ndert. Wir erleben Anfeindungen, Bedrohungen und Einsch\u00fcchterungsversuche. Auch ich pers\u00f6nlich habe in den vergangenen Jahren erfahren m\u00fcssen, wie weit Menschen bereit sind zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine gr\u00f6\u00dfte Sorge ist deshalb nicht nur eine einzelne politische Entscheidung. Meine Sorge ist, dass Grenzen immer weiter verschoben werden und Dinge pl\u00f6tzlich gesellschaftsf\u00e4hig erscheinen, die vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Menschen das Gef\u00fchl bekommen, ihre Abwertung von queeren Menschen, Menschen mit Migrationsgeschichte oder anderen Minderheiten werde durch ein solches Wahlergebnis best\u00e4tigt, dann hat das ganz konkrete Auswirkungen auf unseren Alltag.<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 3. Was bedeutet ein AfD-Ergebnis von fast 44 Prozent aus deiner Sicht f\u00fcr queere Menschen, die in Sachsen-Anhalt leben und vielleicht ohnehin schon das Gef\u00fchl haben, gesellschaftlich unter Druck zu stehen?<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr viele ist dieses Ergebnis ein Schock. Wir bekommen schon seit Jahren mit, wie gro\u00df die Unsicherheit gerade bei jungen queeren Menschen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei darf man nicht vergessen, dass Sachsen-Anhalt eben nicht nur Magdeburg und Halle ist. Wir arbeiten als Landesverband in ganz Sachsen-Anhalt und unterst\u00fctzen CSDs und queere Strukturen beispielsweise in Stendal, K\u00f6then, Wernigerode, Dessau-Ro\u00dflau, Sch\u00f6nebeck oder Merseburg. Gerade in kleineren St\u00e4dten und im l\u00e4ndlichen Raum kann Sichtbarkeit sehr viel Mut erfordern.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man dort lebt und sieht, dass teilweise deutlich mehr als 40 oder sogar 50 Prozent AfD w\u00e4hlen, kann schnell die Frage entstehen: Bin ich hier \u00fcberhaupt noch willkommen?<\/p>\n\n\n\n<p>Genau deshalb d\u00fcrfen wir diese Menschen jetzt nicht alleinlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 4. Bef\u00fcrchtest du, dass sich durch dieses Wahlergebnis auch das gesellschaftliche Klima ver\u00e4ndert und Menschen sich st\u00e4rker ermutigt f\u00fchlen k\u00f6nnten, offen homo- oder transfeindlich aufzutreten?<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, diese Sorge haben wir sehr deutlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erleben diese Entwicklung allerdings nicht erst seit diesem Wahlabend. Die Hemmschwellen sind bereits gesunken. Regenbogenflaggen werden zerst\u00f6rt oder gestohlen, Veranstaltungen m\u00fcssen st\u00e4rker abgesichert werden und Menschen werden wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identit\u00e4t angefeindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Wahlergebnis von 43,8 Prozent kann Menschen zus\u00e4tzlich das Gef\u00fchl vermitteln, mit solchen Einstellungen Teil einer gro\u00dfen gesellschaftlichen Mehrheit zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb m\u00fcssen wir jetzt besonders aufmerksam sein. Aus politischen Wahlergebnissen d\u00fcrfen niemals Freifahrtscheine f\u00fcr Hass, Bedrohung oder Gewalt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 5. Hast du Sorge, dass queere Vereine, Beratungsstellen, Bildungsangebote oder CSD-Veranstaltungen k\u00fcnftig finanzielle oder politische Unterst\u00fctzung verlieren k\u00f6nnten?<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Queere Strukturen in Sachsen-Anhalt sind vielerorts ohnehin nicht \u00fcppig ausgestattet. Vieles wird durch Ehrenamt getragen. Menschen investieren unz\u00e4hlige Stunden ihrer Freizeit, damit Beratungsangebote, Begegnungsr\u00e4ume, Bildungsarbeit und CSDs \u00fcberhaupt stattfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn diese Strukturen politisch oder finanziell angegriffen werden, verschwinden nicht irgendwelche abstrakten Projekte. Dann verschwinden ganz konkrete Schutzr\u00e4ume, Ansprechpartner und Angebote f\u00fcr Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb erwarten wir von allen demokratischen Parteien, dass sie jetzt sehr klar sagen: Die demokratische Zivilgesellschaft und die queeren Strukturen dieses Landes werden nicht fallengelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 6. Gerade in kleineren St\u00e4dten und im l\u00e4ndlichen Raum sind CSDs h\u00e4ufig weit mehr als eine Demonstration \u2013 sie zeigen queeren Menschen: Ihr seid nicht allein. Wird diese Aufgabe nach diesem Wahlabend noch wichtiger?<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wird wichtiger denn je.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben in den vergangenen Jahren erlebt, was passiert, wenn in einer kleineren Stadt zum ersten Mal hunderte Menschen mit Regenbogenflaggen durch die Stra\u00dfen ziehen. Da stehen junge Menschen am Stra\u00dfenrand, manchmal mit Tr\u00e4nen in den Augen, weil sie zum ersten Mal sehen: Ich bin hier tats\u00e4chlich nicht allein.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau daf\u00fcr brauchen wir CSDs in Stendal, K\u00f6then, Wernigerode, Dessau-Ro\u00dflau, Sch\u00f6nebeck, Merseburg und an vielen weiteren Orten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es reicht nicht, einmal im Jahr in Magdeburg oder Halle sichtbar zu sein. Queeres Leben existiert in jedem Landkreis, in jeder Kleinstadt und in jedem Dorf Sachsen-Anhalts.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach diesem Wahlergebnis werden wir deshalb nicht weniger in die Fl\u00e4che gehen. Im Gegenteil.<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 7. Die AfD hat die absolute Mehrheit um lediglich drei Sitze verfehlt. Gleichzeitig ist das BSW mit f\u00fcnf Abgeordneten in den Landtag eingezogen. Wie besorgt bist du \u00fcber eine m\u00f6gliche politische Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorstellung, dass eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD nur drei Mandate von der absoluten Mehrheit entfernt ist, ist f\u00fcr uns au\u00dferordentlich beunruhigend.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb kommt es jetzt auf jede einzelne demokratische Verantwortung im Landtag an. Wir erwarten auch vom BSW eine klare Abgrenzung gegen\u00fcber der AfD und keine Zusammenarbeit, durch die rechtsextreme Politik Mehrheiten erh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei geht es nicht nur um die Frage einer formellen Koalition. Entscheidend wird auch sein, ob Antr\u00e4ge, politische Initiativen oder Personalentscheidungen mit Stimmen der AfD erm\u00f6glicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Demokratische Verantwortung zeigt sich gerade dann, wenn Mehrheiten schwierig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 8. Was erwartest du jetzt konkret von CDU, SPD, Gr\u00fcnen und Linken im neuen Landtag, wenn es um den Schutz queerer Menschen und queerer Strukturen in Sachsen-Anhalt geht?<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst erwarten wir, dass die demokratischen Parteien begreifen, wie ernst die Situation ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir brauchen jetzt keine gegenseitigen Schuldzuweisungen, sondern Verantwortungsbewusstsein. CDU, SPD, Gr\u00fcne und Linke tragen gemeinsam Verantwortung daf\u00fcr, dass Sachsen-Anhalt ein demokratisches und offenes Bundesland bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns bedeutet das konkret: Schutz und verl\u00e4ssliche Finanzierung queerer Beratungs-, Bildungs- und Begegnungsstrukturen, Unterst\u00fctzung der CSDs und der demokratischen Zivilgesellschaft sowie ein konsequentes Vorgehen gegen Hasskriminalit\u00e4t und menschenfeindliche Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wir erwarten, dass queere Menschen nicht bei der n\u00e4chsten politischen Verhandlung zum Verhandlungsgegenstand werden. Menschenrechte und Menschenw\u00fcrde sind keine Verhandlungsmasse.<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 9. Was w\u00fcrdest du heute einem 16- oder 17-j\u00e4hrigen queeren Menschen irgendwo in Sachsen-Anhalt sagen, der dieses Wahlergebnis sieht und sich fragt: Kann und will ich in diesem Bundesland \u00fcberhaupt noch meine Zukunft aufbauen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde diesem jungen Menschen vor allem sagen: Du bist nicht allein.<\/p>\n\n\n\n<p>43,8 Prozent sind ein erschreckendes Ergebnis. Aber 43,8 Prozent sind nicht 100 Prozent. Dieses Land besteht auch aus hunderttausenden Menschen, die gestern anders gew\u00e4hlt haben, und aus unglaublich vielen Menschen, die sich jeden Tag f\u00fcr Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander einsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann jeden jungen Menschen verstehen, der heute Angst hat oder dar\u00fcber nachdenkt, Sachsen-Anhalt irgendwann zu verlassen. Aber ich w\u00fcnsche mir, dass niemand das Gef\u00fchl bekommt, gehen zu m\u00fcssen, weil andere ihm das Recht auf Heimat absprechen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sachsen-Anhalt ist auch unser Zuhause.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wir werden daf\u00fcr k\u00e4mpfen, dass ein queerer Jugendlicher in Stendal, K\u00f6then, Wernigerode, Magdeburg oder irgendeinem kleinen Dorf dieses Landes eine Zukunft haben kann, ohne sich verstecken zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 10. Und zum Schluss: Ist dieser Wahlabend f\u00fcr dich und den CSD Sachsen-Anhalt vor allem ein Grund zur Sorge \u2013 oder vielleicht gerade jetzt ein Grund, noch sichtbarer, lauter und entschlossener f\u00fcr queere Menschen und eine offene Gesellschaft einzutreten?<\/p>\n\n\n\n<p>Beides.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind fassungslos. Wir haben Angst. Und es ist f\u00fcr uns kaum zu begreifen, wie viel Hass und Ablehnung gegen\u00fcber anderen Menschen in dem Land Zustimmung finden k\u00f6nnen, in dem wir leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber eines wird aus diesem Wahlabend ganz sicher nicht entstehen: dass wir verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden nicht unsere Regenbogenflaggen einpacken. Wir werden keine CSDs absagen, weil das politische Klima schwieriger wird. Wir werden uns nicht aus kleinen St\u00e4dten zur\u00fcckziehen und queere Menschen dort alleinlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gegenteil wird passieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden sichtbarer sein. Wir werden st\u00e4rker zusammenr\u00fccken. Wir werden noch mehr miteinander arbeiten \u2013 von den CSDs und queeren Vereinen vor Ort \u00fcber unseren Landesverband bis hin zur bundesweiten Vernetzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wir werden weiterhin \u00fcberall dort R\u00e4ume schaffen, wo Menschen erfahren k\u00f6nnen: Du bist nicht allein. Du geh\u00f6rst zu diesem Land. Du hast dieselben Rechte. Und niemand darf dir deine W\u00fcrde nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht ist genau das nach diesem Wahlabend unsere wichtigste Aufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Falko Jentsch<br>Christopher-Street-Day Sachsen-Anhalt e.V.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war das Interview mit Falko Jentsch von CSD Sachsen Anhalt, einen Tag nach den Landtagswahlen in Sachsen Anhalt.<br>Wir danken ihm das er am Montagmorgen und daf\u00fcr zur Verf\u00fcgung stand.<\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive<br>Die Redaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">\ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 Radio QueerLive sprach mit Falko Jentsch von CSD Sachsen Anhalt \ud83c\udff3\ufe0f\u200d\ud83c\udf08 Der Wahlsonntag hat Sachsen-Anhalt politisch ver\u00e4ndert \u2013 und f\u00fcr viele queere Menschen stellt sich am Morgen danach die Frage, was dieses Ergebnis f\u00fcr <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4304\" title=\"+++ Nach dem Wahlbeben: Welche Zukunft haben queere Menschen in Sachsen-Anhalt? +++ Das Interview mit Falko Jentsch vom CSD Sachsen Anhalt\">[&#8230;]<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4305,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_coblocks_attr":"","_coblocks_dimensions":"","_coblocks_responsive_height":"","_coblocks_accordion_ie_support":"","footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-4304","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-community"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4304","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4304"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4304\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4306,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4304\/revisions\/4306"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4305"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4304"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4304"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerlive.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4304"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}