{"id":4457,"date":"2026-10-29T14:17:10","date_gmt":"2026-10-29T13:17:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4457"},"modified":"2026-10-29T14:17:46","modified_gmt":"2026-10-29T13:17:46","slug":"4457","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4457","title":{"rendered":"+++ Queere Geschichte Ost-Berlins \u2013 Zeitzeug*innen erz\u00e4hlen im Museum Lichtenberg +++"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie lebten queere Menschen in Ost-Berlin? Wo fanden sie Gleichgesinnte und wie entwickelte sich die Community \u00fcber die Jahrzehnte?<\/p>\n\n\n\n<p>Am 5. November 2026 l\u00e4dt das Museum Lichtenberg zu einem besonderen Gespr\u00e4chsabend ein. Unter dem Titel \u201eZeitzeug*innen im Gespr\u00e4ch\u201c stehen pers\u00f6nliche Erinnerungen, bewegende Geschichten und bislang kaum bekannte Einblicke in das queere Leben Ost-Berlins im Mittelpunkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Veranstaltung begleitet die Ausstellung \u201eKlingel bei Anna \u2013 100 Jahre queeres Leben in Lichtenberg\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Gast sind drei Pers\u00f6nlichkeiten, die queere Geschichte erlebt, mitgestaltet oder dokumentiert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Rausch geh\u00f6rte 1973 zu den Mitgr\u00fcndern der Homosexuellen Interessengemeinschaft Berlin (HIB), initiierte die Kabarettgruppe Hibar\u00e9 und engagierte sich sp\u00e4ter im Sonntags-Club.<\/p>\n\n\n\n<p>Kathrin Schultz* ist Autorin<em>, P\u00e4dagogin<\/em> und Filmemacherin<em>. Zu ihren Arbeiten geh\u00f6rt das Filmprojekt \u201eZwischen gestern und morgen \u2013 50 Jahre Sonntags-Club\u201c. Au\u00dferdem leitet sie<\/em> die Beratungsstelle Queer*Home in Lichtenberg.<\/p>\n\n\n\n<p>Jochen Hick hat mit Dokumentarfilmen wie \u201eOut in Ost-Berlin \u2013 Lesben und Schwule in der DDR\u201c wichtige Kapitel queerer Geschichte festgehalten. Sein Oral-History-Projekt umfasst fast 40 Interviews mit queeren Menschen aus Ost-Berlin und der DDR.<\/p>\n\n\n\n<p>Moderiert wird der Abend von Co-Kurator Karl-Heinz Steinle. Erg\u00e4nzt werden die Gespr\u00e4che durch historische Filmaufnahmen und teilweise unver\u00f6ffentlichte Interviews.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein kritisches Wort unserer Redaktion<\/p>\n\n\n\n<p>Das klingt alles sehr, sehr spannend! Allerdings erinnert uns die Zusammenstellung der G\u00e4ste ein wenig an eine Sonntags-Club-Lobeshymne.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweifellos hatte dieser Club seine Zeit und seine Verdienste. Doch aus unserer Sicht wird seine Bedeutung mittlerweile h\u00e4ufig \u00fcberbewertet. Denn queeres Leben in Ost-Berlin bestand aus weit mehr als dem Sonntags-Club.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist beispielsweise mit Courage, der \u201eAnderen Welt\u201c oder den ersten Tuntenb\u00e4llen Ost-Berlins, die bereits Mitte der 1970er-Jahre in Lichtenberg stattfanden? Und was ist mit den legend\u00e4ren Treffpunkten schwuler M\u00e4nner, etwa dem SEZ, der Weltzeituhr am Alexanderplatz oder der Busche in Wei\u00dfensee?<\/p>\n\n\n\n<p>Und sicherlich werden wir auch wieder die Geschichte vom Gr\u00fcnderzeitmuseum und Charlotte von Mahlsdorf h\u00f6ren. Schlie\u00dflich stellte Charlotte Mitte der 1970er-Jahre der Homosexuellen Interessengemeinschaft Berlin, aus der sp\u00e4ter der Sonntags-Club hervorging, R\u00e4ume f\u00fcr Treffen und Veranstaltungen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch eine Frage besch\u00e4ftigt unsere Redaktion bis heute:<\/p>\n\n\n\n<p>Wo war eigentlich der Sonntags-Club, als Charlottes Lebenswerk Jahre sp\u00e4ter in seiner Existenz bedroht war? Als Anfang der 2000er-Jahre finanzielle Unterst\u00fctzung ausblieb und der F\u00f6rderverein um den Erhalt des Gr\u00fcnderzeitmuseums k\u00e4mpfen musste?<\/p>\n\n\n\n<p>In den 1970er-Jahren waren Charlottes Keller und Garten als Treffpunkte willkommen. Doch als es sp\u00e4ter darum ging, dieses einzigartige kulturelle Erbe zu erhalten, waren es vor allem andere Menschen, die den Kampf f\u00fchrten.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum war damals vom Sonntags-Club und anderen Berliner schwul-lesbischen Vereinen so wenig \u00f6ffentlich wahrzunehmen? Eine Frage, auf die wir bislang keine \u00fcberzeugende Antwort erhalten haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht w\u00e4re genau das einmal eine spannende Frage f\u00fcr einen Zeitzeugenabend!<\/p>\n\n\n\n<p>Denn queere Geschichte besteht nicht nur aus den Erfolgen, die man gerne erz\u00e4hlt, sondern auch aus unbequemen Fragen, denen man sich stellen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Veranstaltungsinformationen<\/p>\n\n\n\n<p>Donnerstag, 5. November 2026, um 18:30 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>Museum Lichtenberg<br>T\u00fcrrschmidtstra\u00dfe 24<br>10317 Berlin<\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive<br>News Redaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Wie lebten queere Menschen in Ost-Berlin? Wo fanden sie Gleichgesinnte und wie entwickelte sich die Community \u00fcber die Jahrzehnte? Am 5. November 2026 l\u00e4dt das Museum Lichtenberg zu einem besonderen Gespr\u00e4chsabend ein. 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