{"id":4464,"date":"2026-10-30T10:00:00","date_gmt":"2026-10-30T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4464"},"modified":"2026-10-29T19:46:07","modified_gmt":"2026-10-29T18:46:07","slug":"grossbritannien-verschaerft-pornogesetze-17-fetischkategorien-verschwinden-von-erwachsenenplattform","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4464","title":{"rendered":"+++ Gro\u00dfbritannien versch\u00e4rft Pornogesetze \u2013 17 Fetischkategorien verschwinden von Erwachsenenplattform +++"},"content":{"rendered":"\n<p>In Gro\u00dfbritannien stehen weitreichende Ver\u00e4nderungen f\u00fcr die Fetisch- und Pornobranche bevor. Die bekannte Erwachsenenplattform iWantClips hat angek\u00fcndigt, insgesamt 17 Fetischkategorien f\u00fcr Nutzerinnen und Nutzer im Vereinigten K\u00f6nigreich zu sperren. Hintergrund sind neue gesetzliche Bestimmungen, die am 6. November 2026 in Kraft treten. Betroffen sind nicht nur neue Inhalte, sondern auch bereits gekaufte Videos.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den k\u00fcnftig gesperrten Kategorien geh\u00f6ren unter anderem W\u00fcrge- und Atemfantasien, Gesichtssitzen, Brustsitzen, Scherengriffe, Trampling sowie verschiedene Formen von Erstickungsfantasien. Auch spezielle Fetischbereiche wie Jeans-Facesitting, Plastikfetisch oder sogenannte Butt Drops stehen auf der Liste.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders weitreichend ist die Entscheidung f\u00fcr Menschen, die bereits Geld f\u00fcr entsprechende Inhalte ausgegeben haben. Denn auch diese Videos sollen nach der Sperrung nicht mehr \u00fcber die pers\u00f6nliche Kaufbibliothek abrufbar sein. Ein einmal erworbener digitaler Inhalt bleibt damit nicht automatisch dauerhaft verf\u00fcgbar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neue Gesetze sehen sogar Gef\u00e4ngnisstrafen vor<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grundlage der \u00c4nderungen ist der britische Crime and Policing Act 2026. Die neuen Strafbestimmungen in England und Wales richten sich gegen bestimmte pornografische Darstellungen von Strangulation und Erstickung, gegen bestimmte inzestu\u00f6se sexuelle Handlungen sowie gegen Darstellungen sexueller Handlungen, bei denen Personen scheinbar j\u00fcnger als 16 Jahre sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei geht es ausdr\u00fccklich um pornografische Bilder, die bestimmte gesetzlich festgelegte Kriterien erf\u00fcllen. Nicht jede Fetischfantasie und nicht jede der 17 von iWantClips genannten Kategorien ist automatisch vollst\u00e4ndig gesetzlich verboten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer entsprechende verbotene Darstellungen besitzt, muss k\u00fcnftig mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei beziehungsweise drei Jahren rechnen. F\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung solcher Inhalte sind sogar bis zu f\u00fcnf Jahre Haft m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Speichern auf dem eigenen Computer, in pers\u00f6nlichen Onlinekonten oder in einer Cloud kann unter den neuen Straftatbestand des Besitzes fallen. Die britische Regierung fordert deshalb dazu auf, betroffenes Material vor dem 6. November dauerhaft zu l\u00f6schen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch Fetischk\u00fcnstlerinnen und Fetischk\u00fcnstler betroffen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Produzentinnen und Produzenten entsprechender Inhalte hat die Entscheidung ebenfalls Konsequenzen. Wer im Vereinigten K\u00f6nigreich lebt und \u00fcber iWantClips entsprechende Videos anbietet, muss damit rechnen, dass diese aus dem eigenen Shop entfernt werden. K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler aus anderen L\u00e4ndern d\u00fcrfen ihre Inhalte weiterhin anbieten, allerdings nicht mehr f\u00fcr britische Kundinnen und Kunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Plattform betont, dass diese Ma\u00dfnahmen keine Bewertung der beteiligten Personen oder ihrer sexuellen Vorlieben darstellen. Vielmehr wolle man den neuen gesetzlichen Anforderungen entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wo endet Jugendschutz und wo beginnt die Einschr\u00e4nkung sexueller Freiheit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die britische Regierung begr\u00fcndet die Versch\u00e4rfung unter anderem mit dem Schutz vor sexualisierter Gewalt und der m\u00f6glichen Normalisierung gef\u00e4hrlicher Praktiken. Insbesondere die Darstellung von Strangulation und Erstickung steht dabei im Mittelpunkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig wirft die Entscheidung grunds\u00e4tzliche Fragen auf. Wie weit darf der Staat in die Darstellung einvernehmlicher Sexualit\u00e4t zwischen Erwachsenen eingreifen? Und wie l\u00e4sst sich zwischen gef\u00e4hrlichen Gewalthandlungen, inszenierten Fantasien und legalen sexuellen Vorlieben unterscheiden?<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade innerhalb der Fetisch- und BDSM-Szene spielen Einvernehmlichkeit, klare Grenzen und gegenseitiger Respekt eine zentrale Rolle. Allerdings k\u00f6nnen insbesondere Strangulations- und Atempraktiken auch bei vermeintlicher Zustimmung lebensgef\u00e4hrlich sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung von iWantClips zeigt, dass die neuen Bestimmungen bereits vor ihrem Inkrafttreten deutliche Auswirkungen auf die Erwachsenenbranche haben. Die Plattform geht mit ihrer pauschalen Sperrung ganzer Kategorien teilweise weiter als die gesetzlichen Verbote einzelner Darstellungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab dem 6. November werden britische Nutzerinnen und Nutzer jedenfalls auf zahlreiche bisher verf\u00fcgbare Fetischinhalte verzichten m\u00fcssen. Damit d\u00fcrfte auch die Diskussion \u00fcber das Verh\u00e4ltnis zwischen staatlichem Schutz, pers\u00f6nlicher Verantwortung und sexueller Selbstbestimmung weiter an Bedeutung gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive <br>News Redaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">In Gro\u00dfbritannien stehen weitreichende Ver\u00e4nderungen f\u00fcr die Fetisch- und Pornobranche bevor. Die bekannte Erwachsenenplattform iWantClips hat angek\u00fcndigt, insgesamt 17 Fetischkategorien f\u00fcr Nutzerinnen und Nutzer im Vereinigten K\u00f6nigreich zu sperren. 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