{"id":4495,"date":"2026-10-31T13:17:58","date_gmt":"2026-10-31T12:17:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4495"},"modified":"2026-10-31T13:18:35","modified_gmt":"2026-10-31T12:18:35","slug":"peter-plate-und-ulf-leo-sommer-verkauften-ihre-rosenstolz-songs-millionen-fuer-die-zukunft-des-theaters-des-westens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4495","title":{"rendered":"+++ Peter Plate und Ulf Leo Sommer verkauften ihre Rosenstolz-Songs \u2013 Millionen f\u00fcr die Zukunft des Theaters des Westens +++"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist eine Geschichte, die zeigt, wie viel Leidenschaft, Mut und pers\u00f6nliches Engagement hinter den gro\u00dfen Musicalproduktionen im Berliner Theater des Westens stecken. Peter Plate und Ulf Leo Sommer haben einen bemerkenswerten Schritt gewagt: Sie verkauften die Rechte an ihrem umfangreichen musikalischen Lebenswerk, darunter zahlreiche unvergessene Rosenstolz-Hits, um ihre Theatertr\u00e4ume zu verwirklichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2021 pr\u00e4gen die beiden K\u00fcnstler das Theater des Westens in Berlin-Charlottenburg. Mit Produktionen wie \u201eKu\u2019damm 56\u201c, \u201eRomeo &amp; Julia\u201c, \u201eDie Amme\u201c und \u201eWir sind am Leben\u201c begeisterten sie Hunderttausende Menschen. Besonders bemerkenswert: Die aufwendigen Musicalproduktionen werden ohne staatliche Subventionen finanziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch woher stammt das Geld f\u00fcr solche Projekte? Diese Frage beantwortete Peter Plate jetzt gegen\u00fcber der B.Z. mit einer \u00fcberraschenden Offenheit: \u201eWir haben die Rechte an unseren Rosenstolz-Songs verkauft und das Geld hier investiert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter dieser Aussage steckt ein gewaltiges Musikgesch\u00e4ft. Bereits im Oktober 2025 erwarben das Berliner Unternehmen umn Entertainment und der internationale Musikverlag Kobalt die Autorenanteile und Verlagsrechte am gesamten Songkatalog von Plate und Sommer. Dabei ging es keineswegs nur um Rosenstolz. Zu dem musikalischen Lebenswerk aus rund 35 Jahren geh\u00f6ren auch Kompositionen f\u00fcr Sarah Connor, Roland Kaiser, Max Raabe und Songs aus den erfolgreichen \u201eBibi &amp; Tina\u201c-Produktionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr als drei Milliarden Streams hatten die betreffenden Lieder zum Zeitpunkt des Verkaufs bereits erreicht. Die beteiligten Unternehmen bezeichneten die Transaktion als bislang gr\u00f6\u00dften Musikrechte-Deal Deutschlands. \u00dcber die genaue Kaufsumme wurde allerdings Stillschweigen vereinbart.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Plate und Sommer stand dabei nicht der pers\u00f6nliche Reichtum im Mittelpunkt. Vielmehr wollten sie die finanzielle Freiheit gewinnen, weiterhin eigene Geschichten auf die B\u00fchne zu bringen. Dass sie ihre selbst geschriebenen Lieder auch nach dem Verkauf ohne zus\u00e4tzliche Lizenzkosten f\u00fcr ihre Projekte verwenden d\u00fcrfen, lie\u00dfen sie sich vertraglich zusichern.<\/p>\n\n\n\n<p>Umso bitterer erscheint nun die Nachricht, dass die Zukunft der beiden Musicalmacher am Theater des Westens keineswegs gesichert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende April 2027 l\u00e4uft ihr Mietvertrag mit Stage Entertainment aus. Eine Einigung \u00fcber eine unmittelbare Fortsetzung f\u00fcr den Rest des Jahres konnte bislang nicht erzielt werden. Damit m\u00fcssen Plate und Sommer das traditionsreiche Haus vorerst verlassen, obwohl sie erhebliche eigene Mittel in die Produktionen investiert und zahlreiche Arbeitspl\u00e4tze geschaffen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgeben wollen die beiden dennoch nicht. F\u00fcr die Jahre 2028 bis 2030 haben sie bereits ein neues Konzept vorgelegt. Geplant sind weitere Premieren, neue kreative Ideen und sogar ein Caf\u00e9 im historischen Spiegelsaal-Foyer. Gespr\u00e4che mit Stage Entertainment und der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH laufen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend hinter den Kulissen also noch \u00fcber die Zukunft verhandelt wird, feierte am gestrigen Freitagabend das neueste Musical \u201eSalon Rosie\u201c seine Weltpremiere. Die Geschichte zweier Schwestern, deren Vergangenheit von alten Verletzungen und ungel\u00f6sten Konflikten gepr\u00e4gt ist, bildet die Vorgeschichte zu \u201eWir sind am Leben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Berlin und seine Kulturlandschaft w\u00e4re es ein erheblicher Verlust, wenn Peter Plate und Ulf Leo Sommer ihre erfolgreiche Arbeit am Theater des Westens nicht fortsetzen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn die beiden haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie mehr k\u00f6nnen, als erfolgreiche Popsongs zu schreiben. Sie haben einem traditionsreichen Theater ein eigenes musikalisches Gesicht gegeben und mit ihren Geschichten auch immer wieder queere Lebenswirklichkeiten sichtbar gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht von Radio QueerLive bleibt deshalb zu hoffen, dass die Verantwortlichen eine L\u00f6sung finden, die dem k\u00fcnstlerischen Engagement und den bisherigen Erfolgen gerecht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer bereit ist, sein musikalisches Lebenswerk zu verkaufen, um damit neue Kultur zu schaffen, hat eindrucksvoll bewiesen, wie ernst es ihm mit seiner Leidenschaft f\u00fcr das Theater ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive<br>News Redaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Es ist eine Geschichte, die zeigt, wie viel Leidenschaft, Mut und pers\u00f6nliches Engagement hinter den gro\u00dfen Musicalproduktionen im Berliner Theater des Westens stecken. 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