{"id":4507,"date":"2026-11-05T13:39:44","date_gmt":"2026-11-05T12:39:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4507"},"modified":"2026-11-05T13:43:39","modified_gmt":"2026-11-05T12:43:39","slug":"berliner-kommerzparade-neue-gesichter-im-vorstand-alte-probleme-und-der-traum-von-der-worldpride","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerlive.de\/?p=4507","title":{"rendered":"+++ Berliner Kommerzparade: Neue Gesichter im Vorstand, alte Probleme und der Traum von der WorldPride +++"},"content":{"rendered":"\n<p>In anderen St\u00e4dten spricht man vom Christopher Street Day, einer Demonstration f\u00fcr Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und die Rechte queerer Menschen. In Berlin dr\u00e4ngt sich dagegen zunehmend eine andere Bezeichnung auf: Kommerzparade. Denn was einst aus politischem Protest und dem Kampf gegen Diskriminierung entstanden ist, gleicht heute \u00fcber weite Strecken einer riesigen Werbeveranstaltung, bei der gro\u00dfe Unternehmen ihre Marken pr\u00e4sentieren d\u00fcrfen, w\u00e4hrend kleinere Initiativen um ihre Sichtbarkeit k\u00e4mpfen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 3. November 2026 hat der Berliner CSD e. V. auf seiner Mitgliederversammlung einen teilweise neuen Vorstand gew\u00e4hlt. Das ist ein ganz normaler demokratischer Vorgang. Doch neue Gesichter allein \u00e4ndern noch lange nichts an den Problemen, die sich \u00fcber Jahre entwickelt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders deutlich wird das bei den Teilnahmegeb\u00fchren. Sie haben inzwischen einiges mit den Berliner Mieten gemeinsam: Sie gehen durch die Decke!<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"960\" class=\"gb-media-a8ec9d8b\" alt=\"\" title=\"FB_IMG_1793882140144\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882140144.avif\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882140144.avif 1280w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882140144-300x225.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882140144-1024x768.avif 1024w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882140144-768x576.avif 768w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882140144-678x509.avif 678w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882140144-326x245.avif 326w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882140144-80x60.avif 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/>\n\n\n\n<p>Wer die offiziellen Teilnahmebedingungen f\u00fcr 2026 betrachtet, entdeckt eine bemerkenswerte Geb\u00fchrenordnung. Gemeinn\u00fctzige queere Vereine d\u00fcrfen zwar grunds\u00e4tzlich kostenlos mit einem Fahrzeug teilnehmen. Doch sobald ein Sponsorenlogo hinzukommt, k\u00f6nnen pl\u00f6tzlich 3.000 bis 4.000 Euro netto f\u00e4llig werden. Und das ist lediglich die Teilnahmegeb\u00fchr, nicht etwa die Finanzierung des gesamten Wagens.<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1286\" height=\"1715\" class=\"gb-media-a8e772e4\" alt=\"\" title=\"FB_IMG_1793882149847\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882149847.avif\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882149847.avif 1286w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882149847-225x300.avif 225w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882149847-768x1024.avif 768w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882149847-1152x1536.avif 1152w\" sizes=\"auto, (max-width: 1286px) 100vw, 1286px\" \/>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Vereine, die fr\u00fcher mithilfe eines Sponsors ihren eigenen Wagen realisieren konnten, wird das damit zu einer gewaltigen finanziellen Herausforderung. Ihnen bleibt h\u00e4ufig nur die M\u00f6glichkeit, als Fu\u00dfgruppe mitzulaufen.<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1261\" height=\"960\" class=\"gb-media-c569dccd\" alt=\"\" title=\"FB_IMG_1793882165825\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882165825.avif\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882165825.avif 1261w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882165825-300x228.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882165825-1024x780.avif 1024w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882165825-768x585.avif 768w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882165825-80x60.avif 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 1261px) 100vw, 1261px\" \/>\n\n\n\n<p>Das Ergebnis? W\u00e4hrend gro\u00dfe Marken mit aufwendig gestalteten Trucks, gewaltigen Lautsprecheranlagen und riesigen Werbefl\u00e4chen durch Berlin ziehen, gehen kleinere Vereine und Initiativen zwischen diesen fahrenden Werbebotschaften regelrecht unter.<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"960\" class=\"gb-media-ba0b5dd5\" alt=\"\" title=\"FB_IMG_1793882142759\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882142759.avif\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882142759.avif 1280w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882142759-300x225.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882142759-1024x768.avif 1024w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882142759-768x576.avif 768w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882142759-678x509.avif 678w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882142759-326x245.avif 326w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882142759-80x60.avif 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/>\n\n\n\n<p>Und damit sich jeder selbst ein Bild davon machen kann, ver\u00f6ffentlichen wir zahlreiche Aufnahmen von der Berliner Kommerzparade 2025.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Bilder sprechen aus unserer Sicht eine deutliche Sprache. Wer nicht w\u00fcsste, dass hier eigentlich eine politische Demonstration f\u00fcr queere Menschen stattfindet, k\u00f6nnte stellenweise glauben, auf einer riesigen Stra\u00dfenparade der gro\u00dfen Markenartikelhersteller gelandet zu sein.<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"960\" class=\"gb-media-c0c11de5\" alt=\"\" title=\"FB_IMG_1793882152931\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882152931.avif\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882152931.avif 1280w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882152931-300x225.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882152931-1024x768.avif 1024w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882152931-768x576.avif 768w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882152931-678x509.avif 678w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882152931-326x245.avif 326w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882152931-80x60.avif 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/>\n\n\n\n<p>Werbung, wohin das Auge reicht. Unternehmenslogos, riesige Fahrzeuge und professionell inszenierte Markenauftritte. Dazwischen kleinere Gruppen, die mit ihren politischen Botschaften kaum noch die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte fast meinen, die queere Community sei mittlerweile nur noch die bunte Kulisse f\u00fcr eine gigantische Werbeveranstaltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei sind es gerade diese Vereine, die sich h\u00e4ufig das ganze Jahr \u00fcber ehrenamtlich f\u00fcr queere Menschen einsetzen. Nicht nur einmal j\u00e4hrlich, wenn sich mit Regenbogenfarben besonders gut Werbung machen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer das n\u00f6tige Geld mitbringt, bekommt eine gro\u00dfe B\u00fchne. Wer sich tagt\u00e4glich engagiert, darf daneben herlaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich kostet eine Gro\u00dfdemonstration Geld. Sicherheit, Organisation und Infrastruktur m\u00fcssen finanziert werden. Doch die entscheidende Frage lautet: Muss ausgerechnet eine politische Demonstration zunehmend nach wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten organisiert werden? Und weshalb wird ein Sponsor, der einem kleinen Verein \u00fcberhaupt erst einen Wagen erm\u00f6glicht, durch die Geb\u00fchrenordnung zum finanziellen Problem?<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders bemerkenswert erscheint vor diesem Hintergrund die neu entfachte Begeisterung f\u00fcr eine Berliner Bewerbung um die WorldPride 2032. Der Verein fordert von der k\u00fcnftigen Landesregierung politische und finanzielle Unterst\u00fctzung und m\u00f6chte dieses Vorhaben sogar verbindlich im n\u00e4chsten Koalitionsvertrag verankern.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr Geld, mehr internationale Aufmerksamkeit, noch gr\u00f6\u00dfere Veranstaltungen. Doch wo bleibt bei all diesen ambitionierten Pl\u00e4nen die Frage, wie die kleineren Vereine wieder st\u00e4rker sichtbar werden k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht sollte Berlin zun\u00e4chst die Probleme seiner eigenen Kommerzparade l\u00f6sen, bevor es nach der ganz gro\u00dfen internationalen B\u00fchne greift.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann w\u00e4re da noch die bemerkenswerte gegenseitige Wertsch\u00e4tzung zwischen dem Berliner CSD-Verein und dem Regierenden B\u00fcrgermeister Kai Wegner.<\/p>\n\n\n\n<p>Wegner durfte auf der Mitgliederversammlung ein Gru\u00dfwort halten und w\u00fcrdigte den Verein f\u00fcr dessen besonnenes Verhalten nach dem islamistischen Terroranschlag am Rande des Berliner CSD am 25. Juli 2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine lobende Geste, die bei uns allerdings Erinnerungen an Bilder weckt, die wir nicht vergessen haben.<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"984\" height=\"665\" class=\"gb-media-0f4924db\" alt=\"\" title=\"FB_IMG_1793882168781\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882168781.avif\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882168781.avif 984w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882168781-300x203.avif 300w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882168781-768x519.avif 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 984px) 100vw, 984px\" \/>\n\n\n\n<p>Nur einen Tag nach diesem schrecklichen Anschlag, bei dem eine Frau get\u00f6tet und zahlreiche Menschen verletzt wurden, nahm Kai Wegner an den Trauerveranstaltungen teil.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wir werden Bilder zeigen, die aus unserer Sicht alles andere als ein w\u00fcrdiges Auftreten des Regierenden B\u00fcrgermeisters dokumentieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den Aufnahmen ist Wegner zun\u00e4chst im Bereich des Berliner Doms lachend zu sehen. Doch damit nicht genug.<\/p>\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"719\" height=\"498\" class=\"gb-media-b20afb1d\" alt=\"\" title=\"FB_IMG_1793882172333\" src=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882172333.avif\" srcset=\"https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882172333.avif 719w, https:\/\/www.queerlive.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/FB_IMG_1793882172333-300x208.avif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 719px) 100vw, 719px\" \/>\n\n\n\n<p>Auch sp\u00e4ter, bei der Trauerkundgebung unmittelbar vor dem Brandenburger Tor, zeigen die Aufnahmen den Regierenden B\u00fcrgermeister lachend.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend ringsherum Menschen um die Opfer trauerten, Blumen niederlegten, Kerzen anz\u00fcndeten und versuchten, das Unfassbare zu begreifen, stand der Regierende B\u00fcrgermeister dort und lachte.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns ist ein solches Auftreten angesichts dieser Trag\u00f6die respektlos.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich wissen wir nicht, wor\u00fcber Kai Wegner in diesen Momenten gelacht hat. Und selbstverst\u00e4ndlich kann niemand aus einzelnen Bildern s\u00e4mtliche Gef\u00fchle eines Menschen beurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber darum geht es auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht um Respekt, um die W\u00fcrde einer Trauerveranstaltung und um das \u00f6ffentliche Auftreten eines Regierenden B\u00fcrgermeisters, der gerade in solchen Momenten eine besondere Verantwortung tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich an einer Trauerkundgebung beteiligt, bei der Menschen um eine get\u00f6tete Frau trauern und zahlreiche Verletzte beklagen, sollte sich der Wirkung seines Verhaltens bewusst sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bilder von Wegners Lachen sorgten bereits damals f\u00fcr \u00f6ffentliche Kritik. Dass wir diese Aufnahmen nun noch einmal zeigen, hat einen einfachen Grund: Wir m\u00f6chten daran erinnern, was sich am Tag nach dem Anschlag abgespielt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind Bilder, die f\u00fcr uns bis heute einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und deshalb wirken die gegenseitigen Lobeshymnen zwischen dem Berliner CSD-Verein und dem Regierenden B\u00fcrgermeister auf uns besonders befremdlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun werden auf einer Mitgliederversammlung wieder gro\u00dfe Worte \u00fcber Solidarit\u00e4t, Vielfalt und gesellschaftliche Verantwortung gesprochen. Worte, die gut klingen. Worte, die sich hervorragend f\u00fcr Pressemitteilungen eignen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Solidarit\u00e4t zeigt sich nicht in wohlformulierten Gru\u00dfworten. Sie zeigt sich darin, wie man mit den Menschen und Initiativen umgeht, die diese Community \u00fcberhaupt erst stark gemacht haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Berliner Kommerzparade hat sich \u00fcber die vergangenen Jahre ver\u00e4ndert. Aus unserer Sicht nicht unbedingt zum Besseren. Der politische Ursprung ger\u00e4t zunehmend in den Schatten von Sponsoren, Markenpr\u00e4senz und wirtschaftlichen Interessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Bilder aus dem Jahr 2025 sollen deshalb nicht einfach nur eine bunte Parade zeigen. Sie sollen zum Nachdenken anregen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie viel Christopher Street Day steckt eigentlich noch in dieser Berliner Kommerzparade?<\/p>\n\n\n\n<p>Und vor allem: Wessen Interessen stehen inzwischen tats\u00e4chlich im Mittelpunkt?<\/p>\n\n\n\n<p>Die der queeren Menschen, die seit Jahrzehnten f\u00fcr Gleichberechtigung k\u00e4mpfen? Oder die Interessen jener Unternehmen, die einmal im Jahr ihre Marken besonders \u00f6ffentlichkeitswirksam in Regenbogenfarben pr\u00e4sentieren m\u00f6chten?<\/p>\n\n\n\n<p>Und deshalb erlauben wir uns zum Schluss einen Wunsch, der f\u00fcr ein Berliner Medium durchaus ungew\u00f6hnlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei aller Verbundenheit mit unserer Hauptstadt, bei allem Lokalpatriotismus und aller Liebe zu Berlin: Wir hoffen, dass London den Zuschlag f\u00fcr die WorldPride 2032 erh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht weil wir Berlin diesen internationalen Erfolg grunds\u00e4tzlich missg\u00f6nnen. Sondern weil eine WorldPride mehr sein sollte als die noch gr\u00f6\u00dfere Ausgabe einer l\u00e4ngst kommerzialisierten Parade.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht braucht Berlin gerade keinen internationalen Titel, sondern zun\u00e4chst eine R\u00fcckbesinnung auf das, worum es beim Christopher Street Day eigentlich geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn die queere Community braucht keine noch gr\u00f6\u00dfere Werbeveranstaltung. Sie braucht Sichtbarkeit, Solidarit\u00e4t und einen CSD, bei dem nicht die Gr\u00f6\u00dfe des Geldbeutels \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe des Auftritts entscheidet.<\/p>\n\n\n\n<p>Radio QueerLive<br>Die Redaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">In anderen St\u00e4dten spricht man vom Christopher Street Day, einer Demonstration f\u00fcr Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und die Rechte queerer Menschen. In Berlin dr\u00e4ngt sich dagegen zunehmend eine andere Bezeichnung auf: Kommerzparade. 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