+++ Mad Sandhu in Indien erschossen – Polizei geht von geplantem Angriff aus +++

Der Tod des schwulen Influencers und Make-up-Artists Mad Sandhu sorgt in Indien und weit darüber hinaus für Bestürzung.

Der 27-jährige Punjabi, der mit bürgerlichem Namen Madhusudan Sandhu hieß und in den sozialen Netzwerken Hunderttausende Menschen erreichte, wurde am Samstag, dem 3. Oktober 2026, in Amritsar erschossen.

Nach bisherigen Erkenntnissen wartete Sandhu gegen 18 Uhr vor einer Autowaschanlage auf sein Fahrzeug, als zwei Männer auf einem Motorrad auftauchten und das Feuer auf ihn eröffneten. Anschließend sollen die Täter geflohen sein. Sandhu wurde schwer verletzt in ein privates Krankenhaus gebracht, starb jedoch noch auf dem Weg dorthin.

Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren. Am Tatort wurden unter anderem zwei leere Patronenhülsen sichergestellt. Zudem werden Aufnahmen von Überwachungskameras ausgewertet und weitere Spuren untersucht.

Besonders schwer wiegt der Verdacht, dass es sich nicht um eine spontane Tat gehandelt haben könnte. Nach Angaben des Polizeipräsidenten von Amritsar, Harmanbir Singh Gill, deuten erste Erkenntnisse darauf hin, dass Sandhu bereits vor den tödlichen Schüssen beobachtet und verfolgt worden sein könnte. Die mutmaßlichen Täter sollen ihm bis zur Autowaschanlage gefolgt sein.

Damit steht für die Ermittler inzwischen die Frage im Mittelpunkt, wer den Mord geplant haben könnte und welches Motiv dahintersteckt.

Nach der Tat kursierten in sozialen Netzwerken Beiträge, in denen behauptet wurde, eine Bande habe die Verantwortung für Sandhus Tod übernommen. Die Polizei widerspricht diesen Darstellungen. Nach Angaben der Ermittler seien entsprechende Beiträge gefälscht und von Personen aus dem Ausland veröffentlicht worden.

Bei aller Bestürzung über den gewaltsamen Tod des offen schwulen Influencers ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: Bislang liegen keine Erkenntnisse vor, nach denen Mad Sandhu aufgrund seiner sexuellen Orientierung ermordet wurde. Ein homophobes Tatmotiv ist derzeit nicht belegt und die Ermittlungen zum Hintergrund der Tat dauern an.

Dennoch spielte Homophobie in Sandhus Leben eine Rolle. Als offen schwuler Mann und Make-up-Artist war er im Internet immer wieder mit Anfeindungen konfrontiert. Sandhu versteckte sich jedoch nicht. Auf Kritik und Hass soll er immer wieder mit einem einfachen und selbstbewussten Satz reagiert haben: „Gott hat mich so geschaffen, wie ich bin.“

Auf Instagram folgten ihm mehr als 226.000 Menschen. Dort präsentierte er nicht nur seine Arbeit als Make-up-Artist, sondern wurde für viele seiner Follower auch zu einer sichtbaren queeren Persönlichkeit in einer Gesellschaft, in der LGBTIQ+-Menschen weiterhin mit Vorurteilen und gesellschaftlichem Druck konfrontiert sind.

Nach Bekanntwerden seines Todes überschwemmten Trauerbekundungen die sozialen Netzwerke. Fans, Freunde und Wegbegleiter erinnern an einen jungen Mann, der sich öffentlich zeigte, obwohl genau diese Sichtbarkeit immer wieder Hass gegen ihn hervorrief.

Nun liegt es an den Ermittlungsbehörden, herauszufinden, warum Mad Sandhu sterben musste und wer hinter dem offenbar gezielten Angriff steckt.

Bis diese Fragen beantwortet sind, sollte nicht über das Motiv spekuliert werden. Sicher ist bislang nur: Ein 27-jähriger Mann wurde mitten aus seinem Leben gerissen – und Hunderttausende Menschen, die ihn kannten und ihm folgten, trauern um Mad Sandhu.

Mad Sandhu möge in Frieden ruhen.

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News Redaktion