Die Debatte um die AfD-Spende von Möbel-Milliardär Kurt Krieger

Der Berliner Möbelunternehmer Kurt Krieger, Gründer der bekannten Einrichtungskette Höffner, steht aktuell im Zentrum einer politischen Debatte. Wie die Zeitung B.Z. berichtet, hat der 77-Jährige über eine Firmenstruktur 18.000 Euro an die AfD gespendet – eine Zuwendung, die aufgrund der gesetzlichen Transparenzpflicht öffentlich wurde.

Parteispenden ab 10.000 Euro müssen in Deutschland im Rechenschaftsbericht der Parteien erscheinen und werden von der Bundestagsverwaltung veröffentlicht. Ziel ist es, Wählerinnen und Wählern offenzulegen, aus welchen Quellen politisches Geld stammt – damit sie sich selbst ein Urteil bilden können.

„Politisch völlig neutral“ – Kriegers Position

Im Gespräch mit der B.Z. betont Krieger, sein Unternehmen sei politisch neutral. Die Spende sei nicht provokativ gemeint gewesen, schließlich werde sie ohnehin veröffentlicht. Als Spenderfirma wird die CMC Management GmbH genannt, die inzwischen seiner Tochter Stephanie gehört.
Auf mögliche politische Einordnungen reagiert Krieger defensiv: Seine Unterstützung der AfD habe nichts mit einer grundsätzlichen politischen Haltung zu tun. Gegenüber der B.Z. verweist er auf seine eigene Biografie – als Jugendlicher sei er bei den Falken gewesen und habe früher sogar Pfarrer werden wollen. Er wolle sich keine ideologischen Unterstellungen gefallen lassen.

Zugleich sagt er, es gebe „dufte Typen“ in allen Parteien und nicht alles sei grundsätzlich falsch – weder bei linken Parteien noch bei der AfD.

Spende, Geschäft und öffentliche Wirkung

Die Debatte bleibt jedoch nicht rein formal. Medienberichte stellen die Frage, welche politische oder wirtschaftliche Signalwirkung solche Spenden haben können. Laut Recherchen floss das Geld unter anderem an den AfD-Kreisverband Chemnitz – eine Region, in der Krieger zuvor ein ehemaliges Kaufhof-Gebäude erworben hatte.

Auch wenn konkrete Zusammenhänge nicht belegt sind, zeigt sich hier ein klassisches Spannungsfeld: Parteispenden sind legal und politisch legitim – gleichzeitig werden sie gesellschaftlich häufig als mögliche Einflussnahme interpretiert. Genau darauf verweist Krieger selbst, wenn er sagt, Parteispenden seien in Deutschland stark negativ belegt.

Die gesellschaftliche Dimension: Neutralität oder Positionierung?
Besonders kontrovers ist der Fall, weil das Unternehmen und seine Marken in der Öffentlichkeit auch mit Themen wie Diversität und Offenheit verbunden werden. Jahr für Jahr ist Höffner auf dem schwullesbischen Stadtfest in Berlin vertreten und präsentiert sich als tolerant gegenüber queeren Menschen.

Aus dieser Perspektive wirkt eine Spende an eine Partei, die von vielen als rechts außen eingeordnet wird und deren Positionen zur Sichtbarkeit queerer Menschen stark kritisiert werden, für manche Beobachter widersprüchlich.

Kritiker sehen darin ein Symbol für wirtschaftlichen Pragmatismus: Unternehmen hielten ihre politische Fahne im Wind und passten sich strategisch an. Befürworter hingegen argumentieren, dass politische Spenden in einer Demokratie grundsätzlich zulässig seien – unabhängig von der politischen Richtung der Partei.

Unser Kommentar:
Die Frage nach Haltung und Verantwortung

Die eigentliche Debatte geht deshalb über die reine Summe von 18.000 Euro hinaus. Es geht um Vertrauen, Markenwahrnehmung und gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen.
Wenn ein Unternehmen öffentlich Diversität und Toleranz betont, erwarten Teile der Community eine klare politische und gesellschaftliche Haltung. Eine Spende an eine Partei, die in Fragen von queeren Rechten stark polarisiert, kann deshalb als Bruch mit diesem Selbstbild gelesen werden.
Für viele Menschen – gerade aus queeren Netzwerken – stellt sich daher die Frage, ob Unternehmen, die finanziell Parteien am rechten Rand unterstützen, weiterhin selbstverständlich auf Community-Events präsent sein sollten.
Diese Diskussion ist weniger juristisch als moralisch: Sie dreht sich um Werte, Glaubwürdigkeit und die Frage, welche Haltung Firmen in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft einnehmen wollen.

Was haltet ihr davon?
Was sagt ihr zu der Spende und zu der Frage, ob die Unternehmen von Krieger sich auf queeren Events präsentieren können?