Ein Feuer hat einen langjährigen LGBTQ+-Nachtclub in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama zerstört und damit bei vielen Menschen der lokalen Community tiefe Trauer ausgelöst.
Das Gebäude des Clubs The Quest stand am vergangenen Donnerstag gegen 22 Uhr in Flammen.
Die Feuerwehr von Birmingham rückte mit mehreren Löschfahrzeugen und Drehleitern an, um den Brand zu bekämpfen. Einsatzkräfte sprühten Wasser aus verschiedenen Positionen auf das Gebäude, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Nach Angaben der Behörden wurden keine Verletzten gemeldet.
Die Ursache des Feuers ist bislang unklar; Ermittlungen zur Brandursache dauern weiterhin an.
Mit dem Brand ist ein Gebäude verloren gegangen, das über Jahrzehnte hinweg ein bedeutender Treffpunkt für LGBTQ+-Menschen in Alabama gewesen war.
Ein Club mit langer Geschichte
Der Nachtclub The Quest wurde 1982 eröffnet und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem der bekanntesten LGBTQ+-Veranstaltungsorte des Bundesstaates.
Besonders für Menschen aus kleineren Städten in Alabama galt Birmingham lange als ein Ort, an dem sie Gleichgesinnte treffen konnten.
Der Club war dabei mehr als nur ein Ort zum Feiern.
Für viele Besucherinnen und Besucher wurde er zu einem Treffpunkt, an dem Gemeinschaft, Freundschaften und Unterstützung entstanden.
Auch äußerlich war das Gebäude zu einem Symbol geworden. Ein großes Wandgemälde an der Fassade zeigte den Namen des Clubs in farbenfrohen Streifen, die von verschiedenen Pride-Flaggen inspiriert waren. Das Gebäude galt dadurch als sichtbares Zeichen für die LGBTQ+-Community in der Stadt.
„Ein sicherer Hafen“
Josh Coleman, Präsident von Central Alabama Pride, sagte nach dem Brand, der Verlust des Gebäudes sei für viele Menschen emotional.
Viele Menschen aus dem gesamten Bundesstaat seien früher nach Birmingham gekommen, weil sie wussten, dass sie im Quest willkommen seien. Für viele habe der Club einen sicheren Raum geboten, an dem sie sich frei und akzeptiert fühlen konnten.
Coleman betonte, dass Birmingham lange als eine Art Hoffnungsschimmer für LGBTQ+-Menschen im Bundesstaat gegolten habe – und dass The Quest ein zentraler Teil dieser Erfahrung gewesen sei.
Schließung nach Vorfällen im Jahr 2024
Obwohl der Club eine lange Geschichte hatte, war er seit 2024 nicht mehr in Betrieb. Die Stadt Birmingham hatte dem Veranstaltungsort damals die Geschäftslizenz entzogen, nachdem ein Doppelmord mit dem Club in Verbindung gebracht worden war.
Die Stadtverwaltung argumentierte, dass der Betreiber vereinbarte Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichend umgesetzt habe.
Während einer Untersuchung gelang es verdeckten Ermittlern laut Polizei, den Club mit Waffen zu betreten, ohne durchsucht zu werden.
Polizeisergeant Kenneth Knight erklärte dem Stadtrat damals zudem, dass die Polizei innerhalb eines Jahres insgesamt 109 Mal zum Quest gerufen worden sei.
Nach dem Entzug der Lizenz blieb das Gebäude zwar bestehen, doch der Clubbetrieb wurde eingestellt – bis das Feuer nun auch das Gebäude selbst zerstörte.
Erinnerungen an einen wichtigen Ort
Trotz der Schließung blieb The Quest für viele Menschen ein emotional bedeutender Ort. In einem Facebook-Beitrag erinnerte sich Coleman daran, wie wichtig der Club besonders für Menschen aus kleineren Städten gewesen sei.
Er selbst sei in einer Kleinstadt aufgewachsen, schrieb er, und für viele habe das Quest den Ort dargestellt, an dem sie erstmals eine Gemeinschaft gefunden hätten.
Mit dem Brand ist nun auch das Gebäude verschwunden – doch für viele in der LGBTQ+-Community Alabamas bleiben die Erinnerungen an einen Ort, der über Jahrzehnte hinweg mehr war als nur ein Nachtclub.
Radio QueerLive
News Redaktion
