Für die Angehörigen von Zafar Mawani und Guillermo Hidalgo Ortiz hat sich die Hoffnung auf ein Wiedersehen auf tragische Weise zerschlagen. Die mexikanischen Behörden haben bestätigt, dass das Paar zu den vier Todesopfern gehört, die Mitte Juni in einem Massengrab im Nationalpark La Marquesa nahe Mexiko-Stadt entdeckt wurden. Fünf Verdächtige wurden inzwischen im Zusammenhang mit dem Fall festgenommen.
Mawani und Hidalgo Ortiz galten seit dem 20. Mai als vermisst. Nach ihrem Verschwinden wurden nach Medienberichten ungewöhnliche Aktivitäten auf ihren Bankkonten registriert, darunter mehrere Geldabhebungen. Die Ermittlungen führten schließlich zu dem Fund der Leichen im Nationalpark La Marquesa, einem beliebten Naherholungsgebiet rund 30 Kilometer südwestlich der mexikanischen Hauptstadt.
Die offizielle Identifizierung erfolgte am 25. Juni. Das Paar lebte sowohl in Chicago als auch in Mexiko und war nach Mexiko-Stadt gereist, um sich um die erkrankte Mutter von Zafar Mawani zu kümmern. Nach der Bestätigung ihres Todes veröffentlichte die Familie eine bewegende Erklärung, in der sie allen Beteiligten für ihre Unterstützung während der Suche dankte.
„Wir sind unendlich dankbar für alle, die versucht haben, Zafar zu uns nach Hause zurückzubringen“, erklärte die Familie. Der Dank richtete sich an Ermittler, Behörden in Mexiko und den USA, freiwillige Helfer sowie Freunde und Angehörige, die die Suche unterstützt hatten.
Im Zuge der Ermittlungen nahmen die mexikanischen Behörden fünf Personen fest. Unter den Verdächtigen befindet sich Berichten zufolge auch eine ehemalige Polizeibeamtin. Ihr wird vorgeworfen, eine kriminelle Gruppe angeführt zu haben, die Entführungen und Raubüberfälle organisiert haben soll. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen der Tat dauern an.
Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Mawani und Hidalgo Ortiz gezielt aufgrund ihrer sexuellen Orientierung angegriffen wurden. Entsprechende Spekulationen wurden von den Ermittlungsbehörden bislang weder bestätigt noch mit Beweisen untermauert. Kurz vor ihrem Verschwinden hatte das Paar noch Eindrücke seines Aufenthalts in Mexiko-Stadt über soziale Netzwerke geteilt.
Der Fall lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf die anhaltende Problematik verschwundener Menschen in Mexiko. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press gelten landesweit mehr als 135.000 Menschen als vermisst. Allein im Mai wurden demnach 977 neue Vermisstenfälle registriert. Organisierte Kriminalität, Entführungen und Gewaltverbrechen stellen in vielen Regionen des Landes weiterhin eine erhebliche Herausforderung für die Sicherheitsbehörden dar.
Während die Ermittlungen fortgesetzt werden, bleibt für die Familien der Opfer vor allem die Trauer über einen Verlust, der weit über nationale Grenzen hinaus Bestürzung ausgelöst hat.
Radio QueerLive
News Redaktion
