+++ Kanada: Rechtsextremer Parteichef nach Vandalismus an Regenbogen-Zebrastreifen angeklagt +++

Surrey (British Columbia)
Gegen den Vorsitzenden einer rechtsextremen Kleinpartei in der kanadischen Provinz British Columbia sind strafrechtliche Vorwürfe erhoben worden, nachdem er gemeinsam mit einem Mitstreiter einen Regenbogen-Zebrastreifen mit schwarzer Sprühfarbe beschädigt hatte. Die Tat hatte der Politiker selbst in einem Video auf der Plattform X veröffentlicht.

Amrit Birring, Vorsitzender der Freedom Party of British Columbia, veröffentlichte den Clip Ende Mai mit der provozierenden Bildunterschrift: „Schützt eure Kinder vor Pädophilie.“ Das Video zeigt Birring und einen weiteren Mann, Errol Povah, wie sie den Regenbogen-Zebrastreifen im Stadtzentrum von Surrey besprühen. Währenddessen läuft im Hintergrund der Song „Fortunate Son“ der US-Band Creedence Clearwater Revival.

In dem Video richtet Birring zudem eine Reihe abwertender Aussagen gegen LGBTQ+-Menschen an die Kamera. Er behauptet unter anderem, Eltern müssten ihre Kinder davor bewahren, lesbisch, schwul, bisexuell oder trans zu werden. Sein Begleiter bezeichnet die Installation des Regenbogen-Zebrastreifens als „Tyrannei“ und ruft andere dazu auf, ähnliche Aktionen durchzuführen.

Nach Angaben des kanadischen Senders CTV News wurde Birring kurz nach der Veröffentlichung des Videos festgenommen. Die Polizei von Surrey teilte inzwischen mit, dass sowohl Birring als auch Povah am 26. Juni offiziell wegen Sachbeschädigung mit einem Schaden von mehr als 5.000 kanadischen Dollar angeklagt wurden.

Besonders schwer wiegt nach Angaben der Ermittler, dass Povah nur einen Tag nach der Genehmigung der Anklage durch die Staatsanwaltschaft erneut zum Tatort zurückkehrte und den gleichen Regenbogen-Zebrastreifen ein weiteres Mal beschädigte.

Klare Reaktion der LGBTQ+-Community

Die Organisation Surrey Pride verurteilte den Vorfall scharf. In einer Stellungnahme erklärte sie, dass der Regenbogen-Zebrastreifen weit mehr sei als ein farbig gestalteter Fußgängerüberweg.

Weiter betonte die Organisation, dass der Angriff zwar Einschüchterung und Spaltung bezweckt habe, stattdessen aber den Zusammenhalt innerhalb der LGBTQ+-Gemeinschaft gestärkt habe. Jeder Versuch, Menschen unsichtbar zu machen, werde mit größerer Sichtbarkeit und Solidarität beantwortet.

Auch das schnelle Vorgehen der Stadt Surrey und der Strafverfolgungsbehörden wurde ausdrücklich begrüßt. Verantwortlichkeit sei ebenso wichtig wie das gemeinsame Eintreten für eine offene und vielfältige Gesellschaft.

Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für die Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

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News Redaktion