Sicherheit in Bus und Bahn darf keine Frage des persönlichen Sicherheitsgefühls sein, sondern muss für alle Fahrgäste selbstverständlich sein.
Deshalb begrüßen die CDU Berlin und die LSU Berlin den Vorstoß, die Nora-Notruf-App gezielt für den Einsatz im öffentlichen Personennahverkehr weiterzuentwickeln und gemeinsam mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) in einem Pilotprojekt zu erproben.
Die Idee ist einfach und sinnvoll: Wer sich in einer Gefahrensituation befindet, kann per Knopfdruck unauffällig Hilfe anfordern und gleichzeitig den eigenen Standort übermitteln. Dadurch können Sicherheitskräfte schneller und gezielter reagieren – insbesondere in Situationen, in denen ein Telefonat nicht möglich oder sogar gefährlich wäre. Digitale Lösungen wie die Nora-App können damit einen wichtigen Beitrag leisten, um Fahrgäste besser vor Gewalt, Belästigung und Bedrohungen zu schützen.
Gleichzeitig darf eine solche Lösung nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht alle Menschen ein Smartphone besitzen oder die technischen Voraussetzungen erfüllen, um eine App selbst zu installieren und sicher zu nutzen. Gerade ältere Menschen oder Personen mit wenig digitaler Erfahrung sind häufig auf Unterstützung angewiesen oder nutzen bewusst kein Smartphone. Sicherheit im ÖPNV muss deshalb allen Fahrgästen gleichermaßen zugutekommen – unabhängig von Alter, technischer Ausstattung oder digitalen Kenntnissen.
Deshalb kann die Weiterentwicklung der Nora-App nur ein Baustein eines umfassenden Sicherheitskonzepts sein. Ebenso wichtig bleiben gut sichtbares Sicherheitspersonal, funktionierende Notrufeinrichtungen in Fahrzeugen und an Bahnhöfen, eine verlässliche Videoüberwachung sowie leicht erreichbare Ansprechpartner vor Ort.
Digitale Innovationen können den öffentlichen Nahverkehr sicherer machen. Sie dürfen jedoch niemanden ausschließen. Unser Ziel muss ein ÖPNV sein, in dem sich alle Menschen sicher fühlen – unabhängig davon, ob sie ein Smartphone nutzen oder nicht.
Radio QueerLive
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