+++ Rechte Influencer beim CSD in Cottbus +++

Community stellt sich gegen Filmteams

Beim Christopher Street Day (CSD) in Cottbus waren nach Angaben mehrerer Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleich mehrere Teams aus dem Umfeld rechter Influencer vor Ort. Sie mischten sich zunächst unauffällig unter die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung. Was offenbar als gezielte Begleitung oder Berichterstattung geplant war, änderte sich jedoch schnell, nachdem zahlreiche Menschen aus der Community die Filmteams erkannten.

Bereits beim ersten Zwischenstopp des Demonstrationszuges, während politische Redebeiträge gehalten wurden, versuchten die Teams, Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Interviews zu gewinnen. Die Reaktion der Community ließ nicht lange auf sich warten: Zahlreiche Menschen stellten sich mit Transparenten, Regenbogenschirmen und Pride-Fahnen um die Filmteams und schirmten potenzielle Interviewpartnerinnen und -partner ab. Dadurch wurde das Filmen erheblich erschwert.

Im Gespräch mit mehreren Personen, die interviewt worden waren, wurde deutlich, dass sie nach eigenen Angaben vor den Interviews nicht darüber informiert worden seien, wer die Interviews führt oder für welches Medium die Aufnahmen bestimmt sind. Zudem sollen einzelne Teams Interviews und Gespräche live ins Internet übertragen haben, ohne die Betroffenen zuvor ausdrücklich darauf hinzuweisen.

Ein vor Ort anwesendes Radioteam, das nicht namentlich genannt werden möchte, informierte nach eigenen Angaben Betroffene darüber, welche Möglichkeiten sie haben, einer Veröffentlichung ihrer Aufnahmen zu widersprechen und ihre Rechte geltend zu machen.

Am zweiten Zwischenstopp des CSD spitzte sich die Situation weiter zu. Nachdem ein weiteres Team aus dem Umfeld rechter Influencer von der Community erkannt worden war, reagierten zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer lautstark. Nach Beobachtungen vor Ort drohte die Situation zu eskalieren.

Die Polizei griff schließlich ein und begleitete die betroffenen Filmteams aus der Menschenmenge heraus. Nach Angaben von Augenzeugen geschah dies, weil die Teams aufgrund der dichten Menschenmenge und der Reaktionen der Community nicht mehr selbstständig weiterkamen.

Der CSD selbst konnte anschließend ohne größere Zwischenfälle fortgesetzt werden.

Am Sonntag geht die Galerie von CSD Cottbus online.

Radio QueerLive
Die Redaktion