Cottbus. Radio QueerLive war heute beim Christopher Street Day (CSD) in Cottbus vor Ort. Rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten gemeinsam ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und die Rechte der queeren Community.
Bereits am frühen Nachmittag wurde deutlich, dass der CSD weit über die Stadtgrenzen hinaus Menschen mobilisierte. Schon am Berliner Bahnhof Ostkreuz stiegen mehr als 300 Mitglieder der Berliner Community in den Regionalexpress RE2 nach Cottbus ein. Im Laufe des Tages reisten noch viele weitere Menschen aus der Hauptstadt mit späteren Regionalzügen an.
Am Cottbuser Hauptbahnhof formierte sich gegen 15 Uhr eine Zubringerdemonstration, die in Richtung Stadthalle führte. Bereits aus der Ferne waren dort zahlreiche Regenbogenfahnen sowie ein bunt geschmückter CSD-Wagen zu sehen, der den Auftakt der Veranstaltung bildete.
Gegen 16 Uhr wurde der CSD offiziell eröffnet. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Initiativen und Organisationen hielten politische Redebeiträge und machten auf die Herausforderungen aufmerksam, mit denen queere Menschen auch heute noch konfrontiert sind. Etwa eine halbe Stunde später setzte sich der Demonstrationszug durch die Innenstadt in Bewegung.
Die rund vier Kilometer lange Route führte mit zwei Zwischenkundgebungen durch Cottbus. An beiden Stationen fanden weitere Redebeiträge statt, die Themen wie Vielfalt, Gleichberechtigung und den Kampf gegen Diskriminierung in den Mittelpunkt stellten.
Neben zahlreichen Fotos führte das Team von Radio QueerLive viele Gespräche mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Besonders beeindruckend war die große Vielfalt der Herkunftsorte. Neben den vielen Berlinerinnen und Berlinern waren Menschen unter anderem aus Görlitz, Zittau, Hamburg, Nürnberg und sogar Stuttgart angereist.
Auffällig war zudem, dass der Demonstrationszug deutlich größer ausfiel als noch im vergangenen Jahr. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten ihre Solidarität mit der queeren Community zum Ausdruck. Als möglicher Grund für die gestiegene Beteiligung wurde unter anderem der Brandanschlag auf ein queeres Wohnprojekt genannt, der in den vergangenen Wochen bundesweit für Aufmerksamkeit und Bestürzung gesorgt hatte.
Auch entlang der Demonstrationsstrecke zeigte sich Unterstützung aus der Bevölkerung. An mehreren Häusern wehten Regenbogenfahnen aus den Fenstern, zahlreiche Passantinnen und Passanten sowie Familien winkten den Demonstrierenden freundlich zu und begleiteten den Umzug mit Applaus.
Zum Ende der Demonstration, als sich der Zug wieder der Stadthalle näherte, machten sich bereits viele Berlinerinnen und Berliner auf den Rückweg zum Hauptbahnhof, um die Regionalzüge in Richtung Hauptstadt zu erreichen. Zeitweise begleitete die Polizei deshalb gleichzeitig den eigentlichen Demonstrationszug sowie den großen Rückstrom der Reisenden zum Bahnhof.
Während der Veranstaltung hielten sich nach Beobachtungen von Radio QueerLive außerdem mindestens drei rechte Medienteams beziehungsweise Influencer im Umfeld des CSD auf. Sie führten Interviews und Filmaufnahmen durch, wobei nach Aussagen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht immer transparent gemacht wurde, für welche Medien die Aufnahmen bestimmt waren. Nachdem mehrere Personen die Influencer erkannt hatten, positionierten sich zahlreiche Demonstrierende lautstark und farbenfroh gegen deren Präsenz.
Gegen 20 Uhr traten viele Besucherinnen und Besucher schließlich die Heimreise an. Besonders in den Regionalzügen nach Berlin herrschte trotz eines langen Tages eine ausgelassene und freundliche Stimmung. Viele nutzten die Rückfahrt, um sich über die Eindrücke des Tages auszutauschen.
Der CSD in Cottbus setzte damit ein starkes Zeichen für Vielfalt, Zusammenhalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die hohe Teilnehmerzahl und die breite Unterstützung machten deutlich, dass die Forderung nach Respekt, Gleichberechtigung und einem diskriminierungsfreien Miteinander für viele Menschen ein wichtiges Anliegen bleibt.
Viel Spaß mit der Galerie.
Radio QueerLive
Die Redaktion
