Ein letzter Monat in der Busche – Ende August gehen die Lichter aus
Im vergangenen Jahr schien die Geschichte bereits zu Ende erzählt zu sein: Die Busche verabschiedete sich offiziell, eine letzte Veranstaltung wurde gefeiert und für viele Gäste war damit klar, dass ein Stück Berliner schwul-lesbischer Ausgehgeschichte endgültig Vergangenheit sein würde.
Doch ganz so endgültig war der Abschied dann glücklicherweise doch nicht.
Nach einer Zeit ohne Partys für Schwule und Lesben entwickelte sich etwas, mit dem vielleicht nicht mehr jeder gerechnet hatte. Plötzlich öffneten sich die Türen wieder für die Community. Erst vereinzelt, später gab es wieder ein oder manchmal sogar zwei Veranstaltungen im Monat.
Und damit kehrte auch ein kleines Stück jener Busche zurück, an die sich viele Menschen erinnern.
++ Noch einmal tanzen, feiern und Leute kennenlernen
Gerade im Winter zeigte sich, dass die Busche noch lange nicht vergessen war. Mit „Glam and Beats“ kamen wieder zahlreiche Gäste, darunter auch viele neue Gesichter. Es wurde getanzt, geflirtet und gefeiert – und aus kalten Berliner Winternächten wurden ziemlich heiße Nächte in der Busche.
Vielleicht war gerade das besonders schön: Es waren nicht ausschließlich diejenigen, die seit vielen Jahren Erinnerungen mit diesem Ort verbinden. Auch Menschen, die die große Zeit der Busche gar nicht erlebt hatten, fanden noch einmal den Weg dorthin.
Damit wurde aus dem eigentlich schon ausgesprochenen Abschied noch eine kleine Zugabe.
Und wie das bei guten Zugaben nun einmal ist: Irgendwann kommt tatsächlich der letzte Titel.
++ Am 22. und 29. August heißt es Abschied nehmen
Nun ist dieser Zeitpunkt gekommen.
Am 22. August 2026 soll in der Busche die letzte Schlagerparty stattfinden. Noch einmal mitsingen, noch einmal tanzen und wahrscheinlich bei mindestens einem Lied behaupten, man kenne den Text überhaupt nicht – während man erstaunlicherweise trotzdem jede einzelne Zeile mitsingen kann.
Eine Woche später folgt dann der Termin, der für die schwul-lesbische Community besonders emotional werden dürfte.
Am 29. August 2026 findet die letzte schwul-lesbische Party in der Busche statt.
Dann heißt es tatsächlich noch einmal: reingehen, Freunde treffen, tanzen, vielleicht neue Menschen kennenlernen und Erinnerungen sammeln.
++ Mehr als einfach nur eine Diskothek
Orte wie die Busche waren und sind für die Community mehr als Räume mit Tanzfläche, Musik und Getränketheke.
Sie waren Treffpunkte.
Hier entstanden Freundschaften, Beziehungen und vermutlich auch genügend Geschichten, bei denen bis heute besser nicht sämtliche Einzelheiten erzählt werden.
Man konnte gemeinsam feiern, Menschen kennenlernen oder einfach einen Abend unter Leuten verbringen, bei denen man sich nicht erklären musste.
Gerade deshalb hinterlässt das Verschwinden solcher Orte eine Lücke.
Wir sprechen häufig darüber, dass es immer weniger Treffpunkte für Schwule und Lesben gibt. Doch solche Orte können nur existieren, wenn Menschen sie auch nutzen. Eine Tanzfläche lebt nun einmal nicht von Erinnerungen, sondern von den Menschen, die darauf stehen.
++ Zwei letzte Nächte für die Erinnerung
Vielleicht sollte man deshalb im August nicht ausschließlich traurig auf das Ende schauen.
Vielleicht sollten diese letzten beiden Veranstaltungen vor allem noch einmal genau das werden, wofür die Busche über so viele Jahre stand: Abende voller Begegnungen, Musik, Gespräche, Flirts und gemeinsamer Erinnerungen.
Am 22. August für alle Schlagerfans und am 29. August noch einmal für die schwul-lesbische Community.
Und wer mit der Busche irgendwann einmal eine besondere Nacht, einen besonderen Menschen oder einfach eine verdammt gute Party verbunden hat, bekommt damit noch einmal die Gelegenheit zurückzukehren.
Denn irgendwann geht auch die längste Zugabe zu Ende.
Danke für die Nächte, Busche.
Radio QueerLive
News Redaktion
