Auch wir haben gelacht, vor allem im zweiten Teil vom Beitrag.
Wenn Meldungen der Berliner Polizei bei uns in der Redaktion eintreffen, sind die Inhalte leider viel zu oft erschütternd. Gewalt, Überfälle und andere Straftaten gehören zum Alltag. Da bleibt einem das Lachen meistens im Halse stecken.
Doch heute, am 12. Oktober 2026, erreichte uns eine Polizeimeldung aus Neukölln, bei der wir tatsächlich lachen mussten. Denn diese Geschichte hätte sich auch ein Drehbuchautor für eine Kriminalkomödie ausdenken können.
Tatort: Berlin-Neukölln. Tatzeit: gegen 1 Uhr nachts. Hauptdarsteller: ein 21-Jähriger, ein vermutlich gestohlenes Motorrad und eine offenbar überwältigende Müdigkeit.
Am Kranoldplatz, Ecke Bendastraße, entdeckten Passanten einen Mann auf einem Motorrad. Soweit nichts Ungewöhnliches. Allerdings saß der junge Mann dort nicht etwa mit laufendem Motor, bereit zur Flucht, sondern schlief. Den Motorradhelm hatte er immerhin noch auf.
Sicherheit geht schließlich vor. Auch im Schlaf.
Die alarmierte Polizei stellte Manipulationen am Zündschloss fest. Weitere Ermittlungen ergaben, dass die Honda vermutlich bereits einige Tage zuvor in Gropiusstadt gestohlen worden war.
Ob der junge Mann von seiner mutmaßlichen kriminellen Tätigkeit erschöpft war oder einfach nur auf den nächsten Weckruf wartete, verrät die Polizeimeldung leider nicht.
Der 21-Jährige wurde festgenommen und der Kriminalpolizei überstellt. Selbstverständlich gilt die Unschuldsvermutung.
Unser Fazit: Andere mutmaßliche Motorraddiebe liefern sich wilde Verfolgungsjagden mit der Polizei. Dieser junge Mann bevorzugte offenbar die energiesparende Variante.
Berlin bleibt eben eine Stadt voller Überraschungen. Und manchmal muss die Polizei ihre Verdächtigen nicht einmal verfolgen. Es reicht, wenn jemand vorbeikommt und sie weckt.
Wir gratulieren der Berliner Polizei selbstverständlich zu diesem herausragenden Fahndungserfolg!
Einen mutmaßlichen Dieb festzunehmen, der friedlich auf seiner vermutlich gestohlenen Maschine schläft, ist schließlich eine kriminalistische Glanzleistung.
Irgendwie erinnert uns das an den September 2025, als bei uns eingebrochen und Computertechnik sowie eine professionelle Fotoausrüstung in erheblichem Umfang gestohlen wurden.
Obwohl sich die Täter nach unseren Informationen mit einem Schlüssel einer Wohnungsbaugenossenschaft in Pankow Zugang verschafft hatten, war die Aufklärung offenbar eine unlösbare Herausforderung. Nicht einmal die Frage, welcher Schlüssel verwendet worden war, konnten die zuständigen Behörden klären.
Besonders beeindruckend war allerdings die Geschwindigkeit der Ermittlungen: Innerhalb von drei Monaten schaffte es niemand, auch nur einmal am Tatort vorbeizuschauen.
Vielleicht lag es aber auch daran, dass die Polizei vergeblich nach einem schlafenden Einbrecher suchte, der sich zwischen gestohlenen Computern, Kameras und Objektiven gemütlich gebettet hatte.
Unsere Täter waren offenbar einfach nicht kooperativ genug. Sie hatten sich nach dem Einbruch tatsächlich aus dem Staub gemacht.
Wie rücksichtslos!
Immerhin reichte die Ermittlungsarbeit am Ende noch für eine Mitteilung: Die Suche war erfolglos.
Wir haben daraus gelernt.
Wer möchte, dass ein Diebstahl aufgeklärt wird, sollte unbedingt dafür sorgen, dass der Täter anschließend am Tatort einschläft. Am besten mit Helm. Das erleichtert die Ermittlungen offenbar ungemein.
Radio QueerLive
News Redaktion
