Aber die Welt dreht sich trotzdem weiter.
Die Berliner Dragqueen Katy Bähm hat ausgerechnet am 14. Beziehungsjubiläum die Trennung von ihrem Ehemann bekannt gegeben und damit eine Nachricht geliefert, deren weltpolitische Bedeutung irgendwo zwischen dem Platzen einer Seifenblase und einem umgefallenen Sack Reis liegen dürfte.
Auch irgendeine Frau, die im Fernsehen beruflich Fotos verteilt oder verweigert, soll sich dazu geäußert haben.
Selbst der Stern berichtet darüber und dokumentiert damit eindrucksvoll seinen eigenen journalistischen Bedeutungsverlust. Früher beschäftigte sich das Magazin mit Weltpolitik, gesellschaftlichen Missständen und investigativen Enthüllungen. Heute reicht offenbar eine gescheiterte Z-Promi-Ehe, um redaktionelle Aufmerksamkeit zu bekommen. Aus einem einst angesehenen Nachrichtenmagazin wird zunehmend ein gedruckter beziehungsweise digitaler Wartezimmerklatsch. Der Unterschied zur Regenbogenpresse? Vermutlich nur noch der Preis und die nostalgische Erinnerung an bessere journalistische Zeiten.
Die gute Nachricht: Das Leben geht weiter, die Erde dreht sich, und in China fallen wieder Reissäcke um. Allerdings hat dort vermutlich noch niemand eine Pressemitteilung darüber veröffentlicht.
Radio QueerLive
News Redaktion
