Der Berliner Pride Month beginnt in diesem Jahr mit einem besonderen musikalischen Statement: MKSM, einer der gefragtesten CSD-Acts Deutschlands, eröffnet das Programm im BKA Theater – und setzt dabei bewusst auf Intimität statt großer Geste. „Acoustic Pride“ heißt das Format, und der Titel ist Programm: reduziert, ehrlich und nahbar.
2025 markiert für den Künstler einen bemerkenswerten Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn. Mit seiner bislang größten Pride-Tour, gefeierten Auftritten unter anderem bei Deutschlandfunk Kultur und in der Hamburgischen Staatsoper sowie seiner Ernennung zum ersten Botschafter der Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe hat sich MKSM nicht nur musikalisch, sondern auch gesellschaftlich klar positioniert.
Seine Kunst ist dabei stets mehr als Unterhaltung – sie ist Ausdruck, Haltung und Einladung zugleich.
Im Zentrum des Abends im BKA Theater steht seine erste deutschsprachige EP. Die Songs erzählen von Identität, Zugehörigkeit und dem Aufwachsen zwischen Kulturen – geprägt durch seine russisch-ukrainischen Wurzeln und die Erfahrungen als queerer Spätaussiedler.
Musikalisch bewegt sich MKSM zwischen akustischem Pop und fein austarierten Arrangements, getragen von Geige, Klavier und Gitarre. Es ist eine Klangwelt, die Raum lässt für Zwischentöne – und genau darin ihre Stärke entfaltet.
Was „Acoustic Pride“ besonders macht, ist die bewusste Schaffung eines Safe Spaces. Hier geht es nicht um laute Parolen, sondern um leise Wahrheiten. Um das Gefühl, gesehen und gehört zu werden. MKSM gelingt es, persönliche Geschichten in universelle Emotionen zu übersetzen – und damit ein Publikum zu erreichen, das sich in diesen Momenten selbst wiederfindet.
Unterstützt wird der Abend von IUMA, einer in Berlin lebenden Popkünstlerin aus Karlsruhe.
Ihre Songs kreisen um Verletzlichkeit, Beziehungen und mentale Gesundheit – Themen, die sie mit einer Mischung aus Ehrlichkeit und feinem Humor behandelt. Nach ihrer Debüt-EP „genug“ und erfolgreichen Live-Auftritten, unter anderem beim Reeperbahnfestival, bringt sie nun neue Balladen mit auf die Bühne. Eine stimmige Ergänzung zu einem Abend, der sich ganz der emotionalen Tiefe verschreibt.
„Come as you are“ – selten hat ein Motto so gut gepasst wie hier. „Acoustic Pride“ ist kein klassisches Konzert, sondern ein musikalischer Begegnungsraum. Ein Auftakt für den Pride Month, der nicht nur feiert, sondern auch reflektiert. Und der zeigt, dass Sichtbarkeit viele Formen haben kann – manchmal eben auch ganz leise.
So., 31. Mai, 19:00 Uhr –
BKA Theater
Mehringdamm 34
10961 Berlin
Eintritt ab 24 €
Radio QueerLive
Die Redaktion
Foto: Tobias Paul
