+++ Großbritannien verschärft Pornogesetze – 17 Fetischkategorien verschwinden von Erwachsenenplattform +++

In Großbritannien stehen weitreichende Veränderungen für die Fetisch- und Pornobranche bevor. Die bekannte Erwachsenenplattform iWantClips hat angekündigt, insgesamt 17 Fetischkategorien für Nutzerinnen und Nutzer im Vereinigten Königreich zu sperren. Hintergrund sind neue gesetzliche Bestimmungen, die am 6. November 2026 in Kraft treten. Betroffen sind nicht nur neue Inhalte, sondern auch bereits gekaufte Videos.

Zu den künftig gesperrten Kategorien gehören unter anderem Würge- und Atemfantasien, Gesichtssitzen, Brustsitzen, Scherengriffe, Trampling sowie verschiedene Formen von Erstickungsfantasien. Auch spezielle Fetischbereiche wie Jeans-Facesitting, Plastikfetisch oder sogenannte Butt Drops stehen auf der Liste.

Besonders weitreichend ist die Entscheidung für Menschen, die bereits Geld für entsprechende Inhalte ausgegeben haben. Denn auch diese Videos sollen nach der Sperrung nicht mehr über die persönliche Kaufbibliothek abrufbar sein. Ein einmal erworbener digitaler Inhalt bleibt damit nicht automatisch dauerhaft verfügbar.

Neue Gesetze sehen sogar Gefängnisstrafen vor

Grundlage der Änderungen ist der britische Crime and Policing Act 2026. Die neuen Strafbestimmungen in England und Wales richten sich gegen bestimmte pornografische Darstellungen von Strangulation und Erstickung, gegen bestimmte inzestuöse sexuelle Handlungen sowie gegen Darstellungen sexueller Handlungen, bei denen Personen scheinbar jünger als 16 Jahre sind.

Dabei geht es ausdrücklich um pornografische Bilder, die bestimmte gesetzlich festgelegte Kriterien erfüllen. Nicht jede Fetischfantasie und nicht jede der 17 von iWantClips genannten Kategorien ist automatisch vollständig gesetzlich verboten.

Wer entsprechende verbotene Darstellungen besitzt, muss künftig mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei beziehungsweise drei Jahren rechnen. Für die Veröffentlichung solcher Inhalte sind sogar bis zu fünf Jahre Haft möglich.

Auch das Speichern auf dem eigenen Computer, in persönlichen Onlinekonten oder in einer Cloud kann unter den neuen Straftatbestand des Besitzes fallen. Die britische Regierung fordert deshalb dazu auf, betroffenes Material vor dem 6. November dauerhaft zu löschen.

Auch Fetischkünstlerinnen und Fetischkünstler betroffen

Für die Produzentinnen und Produzenten entsprechender Inhalte hat die Entscheidung ebenfalls Konsequenzen. Wer im Vereinigten Königreich lebt und über iWantClips entsprechende Videos anbietet, muss damit rechnen, dass diese aus dem eigenen Shop entfernt werden. Künstlerinnen und Künstler aus anderen Ländern dürfen ihre Inhalte weiterhin anbieten, allerdings nicht mehr für britische Kundinnen und Kunden.

Die Plattform betont, dass diese Maßnahmen keine Bewertung der beteiligten Personen oder ihrer sexuellen Vorlieben darstellen. Vielmehr wolle man den neuen gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Wo endet Jugendschutz und wo beginnt die Einschränkung sexueller Freiheit?

Die britische Regierung begründet die Verschärfung unter anderem mit dem Schutz vor sexualisierter Gewalt und der möglichen Normalisierung gefährlicher Praktiken. Insbesondere die Darstellung von Strangulation und Erstickung steht dabei im Mittelpunkt.

Gleichzeitig wirft die Entscheidung grundsätzliche Fragen auf. Wie weit darf der Staat in die Darstellung einvernehmlicher Sexualität zwischen Erwachsenen eingreifen? Und wie lässt sich zwischen gefährlichen Gewalthandlungen, inszenierten Fantasien und legalen sexuellen Vorlieben unterscheiden?

Gerade innerhalb der Fetisch- und BDSM-Szene spielen Einvernehmlichkeit, klare Grenzen und gegenseitiger Respekt eine zentrale Rolle. Allerdings können insbesondere Strangulations- und Atempraktiken auch bei vermeintlicher Zustimmung lebensgefährlich sein.

Die Entscheidung von iWantClips zeigt, dass die neuen Bestimmungen bereits vor ihrem Inkrafttreten deutliche Auswirkungen auf die Erwachsenenbranche haben. Die Plattform geht mit ihrer pauschalen Sperrung ganzer Kategorien teilweise weiter als die gesetzlichen Verbote einzelner Darstellungen.

Ab dem 6. November werden britische Nutzerinnen und Nutzer jedenfalls auf zahlreiche bisher verfügbare Fetischinhalte verzichten müssen. Damit dürfte auch die Diskussion über das Verhältnis zwischen staatlichem Schutz, persönlicher Verantwortung und sexueller Selbstbestimmung weiter an Bedeutung gewinnen.

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News Redaktion