+++ Jugendnetzwerk Lambda e.V. vor dem Aus? +++

Bundesförderung steht auf der Kippe

Dem Jugendnetzwerk Lambda e.V. droht eine ungewisse Zukunft. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat die Rahmenvereinbarung mit dem bundesweit tätigen Jugendverband zum Ende des Jahres 2026 gekündigt. Nach Angaben des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) erfolgte dieser Schritt ohne vorherige Ankündigung und ohne Begründung.

Für die bundesweite queere Jugendarbeit hätte ein Wegfall der langfristigen Förderung weitreichende Folgen. Der Deutsche Bundesjugendring fordert deshalb, die Kündigung zurückzunehmen und die Finanzierung des Verbandes dauerhaft zu sichern.

Eine Institution der queeren Jugendarbeit seit 1989

Das Jugendnetzwerk Lambda wurde im November 1989 gegründet und war der erste bundesweite Jugendverband für schwule und lesbische Jugendliche in Deutschland. Seit seiner Gründung hat sich der Verband kontinuierlich weiterentwickelt und versteht sich heute als bundesweite Interessenvertretung junger lesbischer, schwuler, bisexueller, trans*, intergeschlechtlicher, asexueller und weiterer queerer Menschen.

Zu den Gründungsmitgliedern des Bundesverbandes gehört auch Andreas von Radio QueerLive, der den Aufbau des Verbandes von Beginn an mitgestaltet hat.

Was auf dem Spiel steht

Sollte die Förderung dauerhaft wegfallen, wären zahlreiche Angebote für junge queere Menschen gefährdet oder könnten ganz eingestellt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Beratungs- und Unterstützungsangebote für queere Jugendliche,
  • Bildungs- und Empowerment-Projekte,
  • bundesweite Jugendbegegnungen und Vernetzungsveranstaltungen,
  • Seminare und Workshops zu Vielfalt, Demokratie und Antidiskriminierung,
  • die Ausbildung und Begleitung ehrenamtlich Engagierter,
  • die politische Interessenvertretung queerer Jugendlicher auf Bundesebene,
  • die Unterstützung regionaler Gruppen und Initiativen sowie
  • die Schaffung geschützter Räume, in denen sich junge Menschen austauschen, organisieren und gegenseitig stärken können.

Gerade in einer Zeit, in der queerfeindliche Anfeindungen und Diskriminierung wieder zunehmen, wären diese Angebote für viele Jugendliche kaum zu ersetzen.

Bundesjugendring übt deutliche Kritik

Der Deutsche Bundesjugendring sieht in der Kündigung ein fatales Signal für die gesamte Jugendverbandsarbeit. Langfristige Fördervereinbarungen seien eine wesentliche Voraussetzung dafür, haupt- und ehrenamtliche Strukturen aufrechtzuerhalten und Projekte verlässlich planen zu können. Alternative Förderprogramme könnten diese Planungssicherheit nicht ersetzen.

Das Jugendnetzwerk Lambda befindet sich nach eigenen Angaben bereits im Austausch mit dem Bundesministerium über mögliche Alternativen. Ob diese den Fortbestand des Verbandes langfristig sichern können, ist derzeit jedoch ungewiss.

Der Deutsche Bundesjugendring unterstützt daher die Forderung des Jugendnetzwerks Lambda, die Kündigung der Rahmenvereinbarung zurückzunehmen. Gleichzeitig appelliert der Dachverband an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, sich für eine verlässliche Finanzierung der bundesweiten queeren Jugendverbandsarbeit einzusetzen.

Weitere Informationen sowie Möglichkeiten zur Unterstützung stellt das Jugendnetzwerk Lambda auf seiner Internetseite und in einem offenen Brief zur Verfügung.

Radio QueerLive
News Redaktion