Der frühere Bürgermeister von Fresnillo und erste offen schwule Bürgermeister Mexikos, Benjamín Medrano Quezada, ist im Alter von 59 Jahren erschossen worden.
Der Politiker wurde am 7. Juli in Guadalajara im Bundesstaat Jalisco getötet. Nach Angaben der mexikanischen Behörden ereignete sich der Angriff, als Medrano ein Eisgeschäft im Stadtteil Santa Elena de la Cruz verließ.
Lokalen Medien zufolge wurde der 59-Jährige mehrfach ins Gesicht geschossen. Der Täter soll anschließend auf einem Motorrad vom Tatort geflüchtet sein. Die Ermittlungen dauern an, ein mögliches Tatmotiv wurde bislang nicht bekannt gegeben. Festnahmen wurden bisher nicht gemeldet.
Politischer Wegbereiter
Benjamín Medrano Quezada schrieb 2013 Geschichte, als er für die Partei der Institutionellen Revolution (PRI) zum Bürgermeister der Stadt Fresnillo im Bundesstaat Zacatecas gewählt wurde. Damit war er der erste Politiker Mexikos, der offen homosexuell in ein Bürgermeisteramt gewählt wurde.
Seine Amtszeit dauerte bis 2015. Anschließend vertrat er Zacatecas als Abgeordneter im mexikanischen Bundesparlament. Der Jurist begann seine politische Laufbahn bereits Mitte der 1990er Jahre als Stadtrat und arbeitete zuvor im Kongress des Bundesstaates Zacatecas.
Vor seiner politischen Karriere war Medrano in seiner Heimatregion als Musiker bekannt und veröffentlichte mehrere Balladen- und Ranchera-Alben. Darüber hinaus eröffnete er bereits 1994 eine Schwulenbar in Fresnillo und galt als erfolgreicher Unternehmer.
Kontroversen und juristische Auseinandersetzungen
In den vergangenen Jahren geriet Medrano zunehmend in die Schlagzeilen. Im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Präsident des Kuratoriums der Nationalen Messe von Zacatecas wurde gegen ihn wegen des Verdachts der Veruntreuung öffentlicher Gelder ermittelt. Die Vorwürfe beliefen sich auf mehr als 60 Millionen Pesos.
Nachdem er einer Gerichtsverhandlung ferngeblieben war, wurde zunächst ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Dieser wurde jedoch im Jahr 2025 von einem Richter aufgehoben. Seine Familie wies sämtliche Vorwürfe zurück und sprach von einem politisch motivierten Verfahren.
Distanz zur LGBTQ+-Bewegung
Obwohl Medrano als Symbolfigur für die Sichtbarkeit homosexueller Politiker in Mexiko galt, vertrat er in gesellschaftspolitischen Fragen konservative Positionen. Als praktizierender Katholik sprach er sich wiederholt gegen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare sowie gegen Pride-Paraden aus. Diese Haltung brachte ihn häufig in Konflikt mit Teilen der mexikanischen LGBTQ+-Community.
Anteilnahme nach seinem Tod
Der Stadtrat von Fresnillo würdigte den ehemaligen Bürgermeister in einer offiziellen Erklärung und sprach seiner Familie sowie seinen Freunden das tief empfundene Beileid aus. Man wünsche den Angehörigen Kraft in dieser schweren Zeit und hoffe, dass Medrano in Frieden ruhen möge.
Gewalt gegen Politiker bleibt großes Problem
Die Tötung Medranos reiht sich in eine Serie von Gewalttaten gegen Politikerinnen und Politiker in Mexiko ein. Das Land verzeichnet seit Jahren eine hohe Zahl politisch motivierter oder krimineller Angriffe auf kommunale und regionale Amtsträger.
Zu den jüngsten Opfern zählen unter anderem der ehemalige Bürgermeister von Apaseo el Alto, Ignacio Alejandro Roaro Aguilar, sowie die Gemeindepräsidentinnen Lilia Gema García Soto und Martha Laura Mendoza Mendoza. Ob Medranos Ermordung in einem politischen Zusammenhang steht oder andere Hintergründe hat, ist derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
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News Redaktion
