+++ Neue Fragen nach dem Anschlag im Umfeld des Berliner CSD: Zweites Handy und verschwundene Machete beschäftigen Ermittler +++

Die Ermittlungen nach dem tödlichen Anschlag im Umfeld des Berliner Christopher Street Day werfen immer neue Fragen auf.

Wie aus den von euch übersandten Informationen hervorgeht, wertet das Bundeskriminalamt inzwischen ein zweites Mobiltelefon des Attentäters aus. Dieses Gerät war offenbar im Tatfahrzeug sichergestellt worden und soll bislang nicht zu den bereits bekannten, überwachten Telefonen gehören.

Die Ermittler hoffen, dass das Handy Antworten auf zentrale Fragen liefert. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Möglichkeit, dass der Täter während der Vorbereitung oder Durchführung der Tat Kontakt zu weiteren Personen hatte oder sogar Unterstützung erhielt. Bereits auf einem anderen Mobiltelefon soll ein Bekennervideo mit Bezug zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ gefunden worden sein. Veröffentlicht wurde dieses Video bislang nicht.

Doch das ist nicht die einzige offene Baustelle der Ermittlungen.

Bis heute fehlt offenbar die Machete, mit der der Täter laut Zeugenaussagen Menschen angegriffen haben soll. Trotz mehrfacher Suchaktionen im Berliner Tiergarten konnte sie bislang nicht gefunden werden. Gleichzeitig berichten Medien, dass das Messer, das der Täter später bei sich getragen haben soll, nicht zu allen festgestellten Verletzungen passe. Dadurch bleibt die Frage offen, ob tatsächlich ausschließlich eine Waffe verwendet wurde oder ob es weitere bislang ungeklärte Umstände gibt.

Auch Berichte über einen möglichen zweiten Angreifer beschäftigen die Ermittler weiterhin. Zwar wurde zwischenzeitlich ein Tatverdächtiger festgenommen, jedoch mangels Beweisen wieder freigelassen. Ob es tatsächlich weitere Beteiligte gab oder ob sich entsprechende Hinweise nicht bestätigen, ist derzeit weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Der Fall beschäftigt inzwischen auch die Politik. Im Innenausschuss des Bundestages sollen Bundeskriminalamt, Bundespolizei, Verfassungsschutz und Generalbundesanwaltschaft offene Fragen beantworten. Dabei geht es unter anderem um die Frage, warum ein als islamistischer Hochrisikogefährder eingestufter Mann trotz umfangreicher Beobachtung letztlich einen so verheerenden Anschlag verüben konnte.

Fest steht: Viele Angehörige, Verletzte und Menschen aus der Community warten noch immer auf Antworten. Die Ermittlungen sind längst nicht abgeschlossen. Ob das zweite Mobiltelefon tatsächlich den entscheidenden Hinweis liefert und weitere Zusammenhänge aufklärt, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen.

Zeugenaufruf

Vielleicht gibt es Menschen, die sich am Tag des Berliner CSD im Bereich des Tiergartens aufgehalten haben und Beobachtungen gemacht haben, die ihnen damals unwichtig oder ungewöhnlich erschienen, heute im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen aber von Bedeutung sein könnten.

Wer Personen, Fahrzeuge oder Situationen beobachtet hat, die im Nachhinein auffällig wirken, sollte sich nicht scheuen, diese Informationen an die Polizei weiterzugeben.

Oft sind es gerade vermeintlich kleine Details oder einzelne Erinnerungen, die im Gesamtbild einer Ermittlung entscheidende Hinweise liefern können.

Jede Beobachtung kann dazu beitragen, offene Fragen zu klären und den Ermittlungsbehörden bei der vollständigen Aufarbeitung der Tat zu helfen.

Radio QueerLive
News Redaktion