+++ Hakenkreuze und Hassbotschaft am Regenbogenkombinat in Cottbus +++

Erneut ist an diesem Wochenende eine queere Einrichtung in Cottbus Ziel eines offenbar gezielten Angriffs geworden.

In der Nacht zum Samstag haben bislang Unbekannte zwei Hakenkreuze auf Regenbogenbanner vor dem Regenbogenkombinat in der Thierbacher Straße gesprüht. An einer Hauswand hinterließen die Täter zudem die unmissverständliche Botschaft: „Wir hassen euch“.

Entdeckt wurden die Schmierereien am Samstagmorgen durch eine Polizeistreife. Nach Angaben der Polizeidirektion Süd wurden die beiden Hakenkreuze an einem Regenbogenbanner sowie der Schriftzug an der Hauswand festgestellt. Die Polizei sicherte Spuren und leitete ein Strafverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ein. Zur Höhe des entstandenen Schadens liegen bislang keine Angaben vor.

Betroffen ist das Regenbogenkombinat in der Thierbacher Straße 21. Das Kulturzentrum wird vom CSD Cottbus e. V. getragen und ist ein wichtiger Treffpunkt für queere Menschen in Cottbus und der gesamten Niederlausitz.

Besonders beunruhigend: Es handelt sich offenbar nicht um den ersten Vorfall. Nach Angaben des Regenbogenkombinats wurden in der Vergangenheit immer wieder Banner beschmiert oder heruntergerissen. Auch eine Papiertonne soll bereits angezündet worden sein.

Das Regenbogenkombinat kündigt an, sich nicht vertreiben zu lassen und auch künftig jeden Angriff und jede Beschädigung zur Anzeige zu bringen. Gleichzeitig fordert die Einrichtung von Bund, Land und Kommunen wirksamere Schutzmaßnahmen und mehr Unterstützung für Einrichtungen, die sich für Vielfalt und queeres Leben einsetzen.

Unterstützung kommt auch von der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg

Der Zusammenschluss verschiedener soziokultureller Einrichtungen bezeichnet das Regenbogenkombinat als wichtigen Anker für die queere Gemeinschaft in Cottbus und der Niederlausitz und verweist darauf, dass das Haus bereits mehrfach Ziel von Angriffen geworden ist.

Zwei Hakenkreuze auf Regenbogenfahnen und daneben die Worte „Wir hassen euch“ sind keine gewöhnliche Sachbeschädigung. Hier werden Symbole des Nationalsozialismus mit einer direkten Hassbotschaft gegen Menschen verbunden, deren Einrichtung für Offenheit und Vielfalt steht.

Und wenn ein queeres Zentrum immer wieder beschädigt wird, Banner heruntergerissen werden und schließlich Hakenkreuze an seiner Fassade auftauchen, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie oft noch etwas passieren muss, bevor Schutzmaßnahmen tatsächlich spürbar verstärkt werden.

Das Regenbogenkombinat soll ein sicherer Ort sein. Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen können, ohne Angst davor haben zu müssen, dass vor der Tür Hassbotschaften hinterlassen werden.

Wer versucht, diesen Ort mit Hakenkreuzen und Drohungen einzuschüchtern, richtet sich deshalb nicht nur gegen ein Gebäude oder einen Verein. Der Angriff richtet sich gegen Menschen und gegen ihr Recht, sichtbar und selbstverständlich Teil dieser Gesellschaft zu sein.

Radio QueerLive
News Redaktion