+++ Hassverbrechen in Arizona +++

Zwei Männer vor queerer Bar erschossen

Ein Ort, an dem queere Menschen sich sicher fühlen sollten, wird zum Schauplatz tödlichen Hasses. Vor der Venture-N Bar im US-Bundesstaat Arizona sind zwei Männer erschossen worden. Die Polizei geht nach ihren bisherigen Ermittlungen von einem gezielten Hassverbrechen gegen die queere Community aus.

Die Tat ereignete sich in der Nacht zum 31. August in Tucson.
Nach Angaben der Polizei erschoss ein 44-jähriger Mann auf dem Parkplatz der Bar zunächst einen 42-Jährigen und einen 33-Jährigen. Beide starben noch am Tatort. Anschließend richtete der mutmaßliche Täter die Waffe gegen sich selbst und starb später im Krankenhaus.

Besonders erschreckend sind die Erkenntnisse der Ermittler zum möglichen Motiv. Zwischen dem Täter und den beiden Opfern soll es keine erkennbare persönliche Verbindung gegeben haben. Stattdessen geht die Polizei davon aus, dass der Mann gezielt einen Ort aufsuchte, der seit Jahrzehnten als Treffpunkt der queeren Community bekannt ist.

Bei dem 44-Jährigen wurde zudem eine Liste mit mehreren Unternehmen und Einrichtungen gefunden, die mit der LGBTIQ+-Community in Verbindung stehen. Auch bei der Durchsuchung seiner Wohnung sollen weitere Hinweise entdeckt worden sein. Nach Einschätzung der Polizei deuten die bisherigen Erkenntnisse darauf hin, dass der Mann allein handelte und seine Tat durch Hass auf die queere Community motiviert war.

Die Polizei hat inzwischen ihre Präsenz rund um weitere queerfreundliche Einrichtungen verstärkt und Kontakt zu Unternehmen aufgenommen, die auf der gefundenen Liste standen.

Vor der Venture-N Bar entstand nach der Tat ein Gedenkort. Menschen legten Blumen nieder, entzündeten Kerzen und erinnerten an die beiden getöteten Männer. Für viele Menschen in Tucson ist die Bar weit mehr als ein Ort zum Feiern. Sie gilt seit Jahrzehnten als Treffpunkt und Schutzraum der Community.

Und genau das macht diesen Angriff besonders bedrückend. Wer gezielt einen solchen Ort angreift, greift nicht nur einzelne Menschen an. Er versucht Angst in eine ganze Community zu tragen und das Gefühl zu zerstören, irgendwo sicher und selbstverständlich zusammenkommen zu können.

Doch aus Tucson kommt auch eine wichtige Botschaft: Die Community will sich nicht verstecken lassen. Die Unternehmerin Colete Barajas, die seit Jahrzehnten sichtbar eine Regenbogenflagge vor ihrem Unternehmen zeigt, erklärte trotz ihrer Angst, dass ihre Tür weiterhin offen bleiben werde.

Diese Haltung verdient Unterstützung. Denn die Antwort auf Hass darf nicht sein, Regenbogenflaggen einzuholen, Treffpunkte zu schließen oder queeres Leben aus der Öffentlichkeit verschwinden zu lassen.

Zwei Menschen haben in Tucson ihr Leben verloren, offenbar weil ein Mann seinen Hass auf eine ganze Community in tödliche Gewalt verwandelte. Ihnen gilt unser Mitgefühl, ihren Angehörigen und Freunden unsere Anteilnahme.

Und gleichzeitig bleibt eine klare Botschaft: Queere Menschen haben das Recht, sichtbar zu sein, sich zu treffen, zu feiern und ihr Leben zu leben – ohne Angst davor haben zu müssen, deshalb zur Zielscheibe zu werden.

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News Redaktion