+++ CSD-Veranstaltungen im Norden reagieren auf die neue Sicherheitslage +++

Der mutmaßlich islamistische Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin beschäftigt inzwischen Veranstalter in ganz Deutschland. Auch im Norden werden Sicherheitskonzepte überprüft oder angepasst. Dabei geht es vor allem darum, den Schutz der Besucherinnen und Besucher weiter zu erhöhen, ohne den Charakter der CSDs als Demonstrationen für Vielfalt, Gleichberechtigung und Menschenrechte zu verändern.

Hamburg

Der Hamburger CSD findet bereits am kommenden Wochenende statt. Die Veranstalter halten an ihrem bestehenden Sicherheitskonzept fest. Nach ihren Angaben sind bereits alle Zufahrten zum Straßenfest abgesichert, sodass derzeit keine zusätzlichen Änderungen geplant sind.

Die Hamburger Polizei wird ihre Präsenz dennoch deutlich verstärken. Wie viele Einsatzkräfte zusätzlich im Einsatz sein werden, wurde zwar nicht bekannt gegeben, die Polizei kündigte jedoch an, mit mehr Personal für die Sicherheit der bis zu 250.000 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu sorgen.

Hannover

Beim „Queer Wednesday“ auf dem Maschseefest in Hannover werden die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verschärft. Der Veranstaltungsbereich am Nordufer des Maschsees wird vollständig für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Zusätzlich werden rund 23 Meter lange Fahrzeugsperren aufgebaut. Die Maßnahmen erfolgen vorsorglich und wurden gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr und der Landeshauptstadt Hannover abgestimmt. Ursprünglich waren diese Sperren nur für die besucherstärksten Tage des Maschseefestes vorgesehen.

Braunschweig

Der nächste CSD in Niedersachsen findet am 8. August in Braunschweig statt. Bereits in den vergangenen Jahren schützten Zufahrtssperren den Bereich rund um die Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz.

Nach den Ereignissen in Berlin wollen die Organisatoren gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden prüfen, ob weitere Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Gleichzeitig rechnen sie mit einer starken Beteiligung. Viele Menschen aus der Community wollen gerade jetzt ein Zeichen setzen und deutlich machen, dass Hass und Terror sie nicht von ihrer Sichtbarkeit und ihrem Engagement abbringen.

Bremen

Auch der Bremer CSD bereitet sich auf die neue Sicherheitslage vor. Ende August werden dort wieder Zehntausende Menschen erwartet. Schon im vergangenen Jahr hatte es eine Drohung gegen die Veranstaltung gegeben. Damals konnte der CSD durch die enge Zusammenarbeit mit der Polizei ohne Zwischenfälle stattfinden.

Nun prüfen Veranstalter und Behörden gemeinsam, ob das bestehende Sicherheitskonzept nach dem Anschlag in Berlin weiter angepasst werden muss. Nach Angaben der Polizei gibt es derzeit keine konkreten Hinweise auf eine besondere Gefährdung. Dennoch steht die Sicherheit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer an erster Stelle.

Ein deutliches Signal der Community

Die Reaktionen aus Hamburg, Hannover, Braunschweig und Bremen zeigen, dass der Schutz queerer Veranstaltungen weiter an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig betonen viele Organisatoren und Mitglieder der Community, dass Angst nicht über Freiheit und Sichtbarkeit siegen darf.

Christopher Street Days sind und bleiben Demonstrationen für gleiche Rechte, Demokratie und Vielfalt. Gerade nach den schrecklichen Ereignissen in Berlin wollen viele Menschen deshalb bewusst an den kommenden CSDs teilnehmen und gemeinsam ein Zeichen gegen Hass, Gewalt und Einschüchterung setzen.

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News Redaktion