+++ Nach dem Anschlag von Berlin: Brighton Pride erhöht die Sicherheitsmaßnahmen +++

Der tödliche Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat weit über Deutschland hinaus Konsequenzen.

Auch in Großbritannien reagieren die Sicherheitsbehörden auf die Ereignisse.
Für die Brighton & Hove Pride, die zu den größten Pride-Veranstaltungen Europas zählt, werden die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verstärkt.

Nach Angaben der Polizei von Sussex werden während der gesamten Veranstaltung uniformierte Polizeikräfte, Beamtinnen und Beamte in Zivil sowie Spezialeinheiten im Einsatz sein.
Erstmals werden auch verstärkt bewaffnete Polizisten im gesamten Stadtgebiet präsent sein.
Die Polizei betont, dass die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher oberste Priorität habe.

Mit rund 500.000 erwarteten Gästen zählt die Brighton Pride zu den größten LGBTQ+-Veranstaltungen Großbritanniens.

Die Polizei ruft alle Teilnehmenden dazu auf, aufmerksam zu bleiben, aufeinander zu achten und verdächtige Situationen sofort den Einsatzkräften oder dem Sicherheitspersonal zu melden.

In Notfällen gilt wie gewohnt der britische Notruf 999.

Die verschärften Maßnahmen stehen im direkten Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Berliner CSD, bei dem nach bisherigen Erkenntnissen ein Mensch getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden.
Die Tat hat europaweit die Diskussion über den Schutz großer Pride-Veranstaltungen neu entfacht.

Auch die Vorsitzende des Stadtrats von Brighton & Hove, Bella Sankey, zeigte sich tief betroffen.
Sie erklärte, die Gedanken der Stadt seien bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Zugleich versicherte sie, dass Stadtverwaltung, Veranstalter und Polizei eng zusammenarbeiten, um allen Besucherinnen und Besuchern eine sichere Pride zu ermöglichen.
Trotz der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen soll der Charakter der Veranstaltung erhalten bleiben.

Die Brighton Pride gilt als Symbol für Vielfalt, Sichtbarkeit und Zusammenhalt und ist weit über die Grenzen Großbritanniens hinaus bekannt.

Auch in diesem Jahr werden Hunderttausende Menschen erwartet, die gemeinsam für Akzeptanz, Gleichberechtigung und die Rechte der LGBTQ+-Community auf die Straße gehen.

Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting bezeichnete den Anschlag in Berlin als erschütternd.
Gleichzeitig machte er deutlich, dass gerade solche Angriffe zeigen würden, warum Pride-Veranstaltungen weiterhin notwendig seien.
Sie seien Ausdruck einer offenen Gesellschaft und würden auch künftig unter einem ausgewogenen Sicherheitskonzept stattfinden.

Der Anschlag von Berlin macht deutlich, dass sich Veranstalter und Sicherheitsbehörden in ganz Europa auf neue Bedrohungslagen einstellen müssen. Die Herausforderung besteht darin, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten, ohne den offenen, friedlichen und selbstbewussten Charakter der Pride-Bewegung einzuschränken.

Denn trotz aller Gefahren bleibt die Botschaft der CSDs dieselbe: Vielfalt lässt sich nicht einschüchtern.

Radio QueerLive
News Redaktion