Ein rechtsgerichteter christlicher Pastor aus den USA sorgt mit einer kontroversen Aussage für Kritik. Eric Conn, Pastor der Refuge Church im Bundesstaat Utah sowie Gründer des Verlags New Christendom Press, behauptete auf der Plattform X, die US-amerikanische Frauenbasketballliga WNBA sei eine „Brutstätte für Androgynie und Homosexualität“, die angeblich dazu führe, dass Menschen trans werden.
Die Äußerungen fielen im Zusammenhang mit einer Debatte um die WNBA und die suspendierte Miteigentümerin der Seattle Storm, Celeste Keaton. Auslöser war ein Vorfall mit Fans der Basketballspielerin Sophie Cunningham, die sich zuletzt öffentlich für den Schutz des Frauensports ausgesprochen hatte. Nach einer Auseinandersetzung mit zwei Fans wurde Keaton vorübergehend suspendiert.
Conn nutzte den Vorfall für weitreichende Behauptungen. In seinem Beitrag bezeichnete er den Frauensport als ein Instrument ideologischer „Propaganda“ und erklärte ohne jeden Beleg, Frauenbasketball führe zwangsläufig dazu, dass Menschen trans werden.
Für diese Aussage gibt es keinerlei wissenschaftliche Grundlage. Fachleute aus Medizin, Psychologie und Sozialwissenschaften betonen seit Jahren, dass Sport, Hobbys oder andere Freizeitaktivitäten nicht darüber entscheiden, ob ein Mensch trans ist oder nicht.
Auch die Realität in der WNBA widerspricht Conns Darstellung. Bislang gab es lediglich eine offen nicht-binäre Person in der Geschichte der Liga: Layshia Clarendon. Nach dem Karriereende Clarendons im Jahr 2024 gibt es derzeit keine offen trans oder nicht-binären Spielerinnen in der WNBA.
Die Debatte fügt sich in einen größeren politischen Konflikt in den USA ein. Konservative Organisationen und Politiker fordern seit einiger Zeit Änderungen an den Regelungen für den Frauensport und sprechen sich für weitreichende Einschränkungen der Rechte von trans Menschen aus. Kritiker sehen darin den Versuch, gesellschaftliche Ängste zu schüren und Minderheiten zum politischen Feindbild zu machen.
Die Behauptung, Frauenbasketball könne Menschen trans machen, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Sie reiht sich vielmehr in eine Serie ideologisch geprägter Aussagen ein, die in den sozialen Medien große Aufmerksamkeit erhalten, jedoch nicht durch Fakten gestützt werden.
P.S. Manche Erkenntnisse sind oft das letzte Puzzleteil im Bild der Erkenntnis. War unsere Leserin Erna früher beim Basketball, beim Handball oder wenigstens beim Schach?
Wir bleiben am Ball oder warten auf ihre Antwort hier.
Radio QueerLive
News Redaktion
