Es ist ein Satz, den viele in den vergangenen Tagen wohl nicht mehr erwartet hätten: „Wir haben einen Fehler gemacht und dafür möchte ich als Center Manager der Europa Passage ausdrücklich um Entschuldigung bitten!“
Mit dieser öffentlichen Entschuldigung reagiert das Management der Europa Passage auf die heftige Kritik, die nach der Entscheidung entstanden war, während des Hamburg Pride keine Regenbogenflaggen am Center zu zeigen. Gerade weil sich die Abschlussveranstaltung des CSD direkt vor der Europa Passage abspielte, sorgte das für viel Unverständnis. Für viele Besucherinnen und Besucher wirkte das Einkaufszentrum wie ein Ort, der sich bewusst von einem Fest der Vielfalt distanzieren wollte.
Dass nun öffentlich eingeräumt wird, einen Fehler gemacht zu haben, ist ein wichtiger Schritt. Fehler können passieren. Entscheidend ist jedoch, wie man anschließend damit umgeht. Eine Entschuldigung zeigt, dass Kritik angekommen ist und ernst genommen wird.
Dennoch bleibt die Frage, wie es überhaupt zu dieser Entscheidung kommen konnte. Der Christopher Street Day gehört längst zu den größten gesellschaftlichen Veranstaltungen Deutschlands. Er steht für Menschenrechte, Gleichberechtigung und Respekt. Gerade Unternehmen betonen häufig, wie wichtig ihnen Vielfalt und Offenheit sind. Umso unverständlicher war das Signal, das von der Europa Passage zunächst ausging.
Die jetzige Entschuldigung sollte deshalb nicht nur ein Schlussstrich sein, sondern der Anfang einer glaubwürdigen Veränderung. Denn Vertrauen gewinnt man nicht allein durch Worte zurück, sondern durch Taten.
Viele Menschen aus der Community werden genau hinschauen, wie sich die Europa Passage künftig positioniert. Die Chance für einen Neuanfang ist da – jetzt gilt es, sie auch zu nutzen.
Radio QueerLive
News Redaktion
