Rostock. Mehr als 6.500 Menschen haben am Samstag am Christopher Street Day (CSD) in Rostock teilgenommen. Mit einer Kundgebung auf dem Neuen Markt, einem rund fünf Kilometer langen Demonstrationszug durch die Innenstadt sowie einem Hafenfest auf der Haedgehalbinsel setzte die queere Community gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern ein Zeichen für Vielfalt, Menschenrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Der 24. CSD in Rostock ist nach Angaben der Veranstalter die größte regelmäßig stattfindende Demonstration in Mecklenburg-Vorpommern. Der Demonstrationszug fiel in diesem Jahr größer aus als in den Vorjahren und wurde von mehreren Themenwagen sowie zahlreichen Laufgruppen begleitet.
Die Polizei zog nach Abschluss der Veranstaltung eine positive Bilanz. Nach Angaben der Einsatzleitung verlief der CSD störungsfrei. Weder Übergriffe noch Straftaten im Zusammenhang mit der Demonstration wurden registriert. Auch eine angekündigte Gegendemonstration blieb aus.
Bei der Auftaktkundgebung machten zahlreiche Rednerinnen und Redner auf die Situation queerer Menschen aufmerksam. Die Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD), sprach von einer zunehmenden Hasskriminalität gegen die LGBTQ+-Community und rief zu Solidarität auf. Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) bezeichnete den CSD als starkes Zeichen für Offenheit und Zusammenhalt. Auch Vertreter der Universität Rostock bekannten sich zu Vielfalt in Forschung, Lehre und Gesellschaft.
Unter dem diesjährigen Motto „Slay it loud! Letzte Chance für deine Stimme.“ richtete der veranstaltende CSD-Verein zugleich politische Forderungen an die Landespolitik. Gefordert werden unter anderem der Ausbau von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für queere Menschen sowie ein besserer Schutz vor Hasskriminalität.
Nach Angaben des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jahr 2025 landesweit 56 Straftaten mit queerfeindlichem Hintergrund registriert, nach 41 Fällen im Vorjahr. In Rostock ging die Zahl der erfassten Delikte im gleichen Zeitraum von 18 auf 10 zurück. Fachleute gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus, da viele Betroffene Übergriffe nicht anzeigen.
Mit Kundgebung, Demonstrationszug und anschließenden Veranstaltungen endete der diesjährige CSD in Rostock ohne Zwischenfälle und setzte nach Einschätzung der Organisatoren ein deutliches Zeichen für Vielfalt, Demokratie und die Rechte queerer Menschen.
Radio QueerLive
News Redaktion
