Die Community der rumänischen Stadt will trotzdem auf die Straße gehen
Zum vierten Mal in Folge hat die rumänische Stadt Oradea einen geplanten Pride-Marsch untersagt. Die Organisatoren von Ark Oradea wollten den CSD am 25. Juli 2026 durchführen und hatten dafür nach eigenen Angaben mehr als 100 verschiedene Strecken vorgeschlagen. Doch jede einzelne Route wurde von der Stadtverwaltung abgelehnt. Als Begründung wurden unter anderem andere Veranstaltungen oder Bauarbeiten genannt.
Die Veranstalter sehen darin jedoch keine sachlichen Gründe, sondern den Versuch, die Sichtbarkeit der queeren Community dauerhaft zu verhindern. Damit gilt Oradea inzwischen als die einzige größere Stadt innerhalb der Europäischen Union, in der Pride-Veranstaltungen über Jahre hinweg immer wieder systematisch blockiert werden.
Trotz des Verbots wollen die Organisatoren auch in diesem Jahr nicht aufgeben. Sie haben angekündigt, am 25. Juli erneut ohne offizielle Genehmigung zu demonstrieren – so wie bereits im vergangenen Jahr. Damals beteiligten sich zwischen 500 und 600 Menschen an dem Marsch. Neun Teilnehmende wurden anschließend zu Geldstrafen von insgesamt rund 4.000 Euro verurteilt.
Inzwischen wächst die internationale Unterstützung. 152 Organisationen aus 30 Ländern haben eine Solidaritätserklärung unterzeichnet. Auch Vertreter verschiedener Botschaften sowie die rumänische Bürgerbeauftragte haben angekündigt, den Marsch begleiten zu wollen.
Der Fall Oradea zeigt, dass der Einsatz für gleiche Rechte und gesellschaftliche Akzeptanz auch innerhalb der Europäischen Union keine Selbstverständlichkeit ist. Gerade deshalb sind Pride-Veranstaltungen weit mehr als bunte Straßenfeste. Sie sind Demonstrationen für Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und das Recht, ohne Angst und Ausgrenzung leben zu können.
Über 100 Organisation aus ganz Europa wollen an diesem Samstag die Community in Oradea bei ihrem Pride unterstützen.
Viel Erfolg beim CSD
Radio QueerLive
News Redaktion
