+++ Rave The Planet soll trotz Anschlag stattfinden +++

Das Update

Nur wenige Tage nach dem tödlichen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days in Berlin haben die Veranstalter der Technoparade „Rave The Planet“ eine Entscheidung getroffen: Die Veranstaltung am 15. August soll wie geplant stattfinden.

Wie die Organisatoren in der RBB-„Abendschau“ erklärten, habe man die aktuelle Sicherheitslage intensiv bewertet und sich eng mit den Behörden abgestimmt. Gemeinsam mit der Berliner Polizei seien die bestehenden Sicherheitskonzepte noch einmal überprüft und an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst worden.

Gründer Matthias Roeingh, vielen noch unter seinem Künstlernamen Dr. Motte bekannt, betonte, dass die Entscheidung nach intensiven Gesprächen getroffen worden sei. Auch die Rückmeldungen aus der Community hätten bei der Abwägung eine wichtige Rolle gespielt. Seine Frau Ellen Dosch-Roeingh erklärte, aus Sicht der Veranstalter und der Behörden gebe es keinen Grund, die Demonstration abzusagen. Das Sicherheitskonzept sei überarbeitet worden und gelte als tragfähig.

Die Technoparade führt traditionell über die Straße des 17. Juni zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule – also durch den Tiergarten. Genau dort ereignete sich am vergangenen Wochenende am Rande des Berliner CSD der folgenschwere islamistisch motivierte Terroranschlag. Dabei wurde eine Frau getötet, 31 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der mutmaßliche Attentäter wurde einen Tag später bei einem Polizeieinsatz erschossen.

Mit der Entscheidung setzt „Rave The Planet“ ein anderes Zeichen als die Veranstalter des „Zug der Liebe“, die ihre für Ende August geplante Parade inzwischen abgesagt haben. Sie begründeten dies unter anderem mit der veränderten Sicherheitslage und den umfangreichen Auflagen, die ihrer Ansicht nach nicht mehr zum Charakter der Veranstaltung passen würden.

„Rave The Planet“ soll in diesem Jahr bereits zum fünften Mal stattfinden. Nach Angaben der Veranstalter nahmen im vergangenen Jahr rund 200.000 Menschen an der Parade teil. Die Berliner Polizei sprach damals von etwa 100.000 Besucherinnen und Besuchern.

Die kommenden Wochen werden zeigen, wie Berlin den Spagat zwischen größtmöglicher Sicherheit und dem Erhalt offener, friedlicher Großveranstaltungen bewältigt. Für die Organisatoren von „Rave The Planet“ steht fest: Die Parade soll stattfinden – als Demonstration für Frieden, Freiheit, Respekt und die verbindende Kraft der elektronischen Musikkultur.

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News Redaktion